Mittwoch, 23. Mai 2012

Bereit für die Entrückung



Ich hoffe, dass Du, mein lieber Freund, die harte Kost (der Aufsatz) von letzter Woche gut verdaut hast. Ist auch erforderlich, weil es mit der schwerverdaulichen Speisung gleich weitergeht. Wer allerdings noch der leichten Feinkost bedarf, wird sich mit dem Folgenden die schwachen Milchzähne ausbeißen.

Es ist derart wichtig und unerlässlich, dass wir ungeschönt Klartext reden. Erbauliche Predigten sind zwar auch schön, aber ich denke mal, an denen fehlt es ja nicht. Was fehlt, sind klare Worte. Deshalb predige ich nicht das Seligkeits-Evangelium, sondern das Evangelium vom Kreuz. Nicht das Evangelium vom "Glauben ohne Werke", was ja die sensiblen Ohren so angenehm kitzelt, nein, hier reden wir vom Evangelium "Glauben mit Werke" (Werke aus dem Glauben). Natürlich komme ich mir oft wie ein einsamer Rufer in der öden Wüste vor, da ich oft das Gefühl habe, ich rede an irgendeine Wand und mich hört ja eh niemand. Aber wenn es auch nur einzelne Seele sind, welche im echten und wahren Glauben gestärkt werden, so ist der Zweck ja schon erfüllt. So kann es durchaus sein, dass am Ende dieses Aufsatzes, wie in Kapernaum, weniger Leser dieses Blogs zu zählen sind, als jetzt bei dessen Anfang.

Es geht um die schicksalshafte Vorbereitung zur bevorstehenden Entrückung. Ein aktuelles Thema. Wir wissen, dass diese Entrückung ganz kurz bevorsteht, mit ziemlicher Sicherheit, noch in diesem Jahrzehnt. Dabei geht es mir nicht um die Art und Weise, wie diese Entrückung stattfinden wird, dieses Thema habe ich hier schon beschrieben, nein es geht um die konsequente Vorbereitung und die Frage, welche nötigen Voraussetzungen dafür erforderlich sind. Als einzige Grundlage für unsere Betrachtung dient selbstverständlich, wie immer, die Heilige Schrift.

" … Und nichts Unreines wird hineinkommen … " (Off. 21. 27 ) – die Rede ist natürlich vom Himmel. Also, keine unreine Seele wir hineinkommen und damit ist auch die Entrückung gemeint. Entrückt wird keine unreine Seele. "Kein Problem", sagt jetzt die Freikirche, "durch den Glauben sind wir geheiligt, und rein. So steht es in der Bibel." – "Ja, richtig", muss ich zugeben: so steht es wirklich geschrieben. Nur: es steht eben anderes auch noch in der Bibel.

Zum Beispiel die Bergpredigt. Hier sagt Jesus "Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig", "Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen", "Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel", "Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen", +Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut", "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern" , "Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Gesicht, damit du dich nicht vor den Leuten zeigst mit deinem Fasten", "Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen", "Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet", "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet", "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihnen auch" und "Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute."

Spricht Jesus hier vom nur-Glauben oder spricht Er davon, was wir tun sollen? Spräche Er vom nur-Glauben, hätte Er Sich diese Bergpredigt einfacher gestalten können. Er hätte sagen können: "Glaubt an Mich, dann kommt ihr in den Himmel".

Wie im obigen Beispiel des Ehebruchs zeigt uns Jesus auf, dass wir bereits in Gedanken sündigen und dass dies dasselbe ist, wie wenn wir in der Tat sündigen würden. Also ist es für Jesus ein wichtiges Postulat, dass wir schon unsere eigenlebige Gedankenwelt von der Sünde, also von der Welt abwenden. Sündigen wir in Gedanken, also im Herzen, wie soll dann diese Seele ins Himmelreich kommen? Oder anders gefragt: Wie soll denn diese Seele ins Himmelreich entrückt werden? Da nützt es nichts, wenn man noch soviel glaubt, wenn man noch so fest behauptet, man sei wiedergeboren und sich noch so fest einredet, man sei der Knechtschaft der Sünde entronnen: wenn trotz dem allem noch weiter die Sünde ihren Tribut fordert, so kann man die Entrückung so viel wie vergessen.

Du sagst jetzt vielleicht, dass Du wohl sündigst, aber durch den Glauben Sündenvergebung hast und demzufolge keine Sünden mehr in Dir ist. Ja, das kann man in der Tat aus der Bibel entnehmen, wenn man geschickt die passenden Bibelverse aneinander reiht. Das Problem ist nur: Wenn wir sündigen, zum Beispiel der Selbstbefleckung nicht entgegentreten, so kann der Geist Gottes im Herzen nicht wachsen.  Kann Er nicht zunehmen, so kann der Kampf gegen den Weltgeist nicht gekämpft und noch weniger gewonnen werden. Ist der Weltgeist aber auch noch am Wirken, so muss ebenfalls die Entrückung ein Traum bleiben. Weshalb? Die Welt ist die Finsternis, der Geist Gottes ist Licht. Die Welt ist der Tod, der Geist Gottes aber Leben. Wie kann im Himmel aber beides zugleich vorhanden sein in einer Seele, der Tod und das Leben, die Finsternis und das Licht? Mit schon ein bisschen Licht ist das einleuchtend: absolut unmöglich!

Nun fragt schon wieder jemand: Aber wie soll das denn gehen, wir leben doch schliesslich auf dieser Welt, so wie sie Gott gemacht hat. Wir können uns doch nicht allem verschliessen? Gute Frage! Genau deshalb sind wir auf dieser Welt, dass wir sie überwinden lernen. Wir sollen, ja wir müssen uns sogar von all dem so schnell wie möglich lösen, was das Welt-System uns heute bietet! Wir sollen uns den Sinnes-Reizen entsagen, damit der Weltgeist keine Macht mehr über uns hat. Dass das in den Augen der Welt und von den Glaubensschwachen als extreme Lebensweise taxiert wird, ist Fakt. Sind wir nicht mehr Bürger, sondern Fremdlinge in der Lebensweise der Welt-Menschen, so haben wir uns abgesondert, wie die Türken in ihren Ghettos. Wir sollen uns zwar nicht von den Weltmenschen räumlich isolieren, sondern nur von deren Lebensweise. Das Interesse, die Gewohnheiten, die Lüste, die Neigungen, die Liebe, die Begierden sowie ein Grossteil der Bedürfnisse, die sie haben, sind für uns nicht mehr von Interesse. Das unterscheidet uns von ihnen. Erst wenn wir diesen Welt-Ballast abgeworfen haben, wenn wir diese Bodenhaftung verloren haben, uns einzig und alleine nur vom Geiste Gottes im Herzen leiten, führen, beschützen und lehren lassen, sind wir bereit für die Entrückung von dieser Welt.

Niemand verbietet das Fernseh-schauen, niemand verbietet Facebook, niemand verbietet die Disco und niemand verbietet die Freude an der sexuellen Lust. Aber wenn unser Hang noch danach ist, so sind wir nicht frei. Das heißt, unsere Seele ist noch nicht frei, ist noch gebunden und damit auch unser innewohnende Geist. Der Geist aber will frei sein, will zur Höhe streben, will aber auch die Tiefen der Gottheit erforschen. Ein in den Weltgeist gebundener Geist Gottes aber ist dazu nicht in der Lage. Deshalb: "Darum gehet aus ihrer Mitte aus und sondert euch ab, spricht der Herr,  und rühret Unreines nicht an, und ich werde euch aufnehmen … " (2.Kor. 6.17) Unreines ist alles, was nicht aus Gott ist. Weiter rät Paulus: "Da wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so laßt uns uns selbst reinigen von jeder Befleckung des Fleisches und des Geistes, indem wir die Heiligkeit vollenden in der Furcht Gottes." (2. Kor. 7. 1)

Meine lieben Freunde und Geschwister: es  bleibt wahrlich nicht mehr viel Zeit. Besinnen wir uns, was wichtig ist auf dieser Erde, ob unser Endzweck unser Berufserfolg ist, unsere Karriere oder was? Der einzige Daseinszweck ist die Vorbereitung für die Ewigkeit! Dann wird niemand mehr daran Anstoss nehmen, wenn wir vielleicht als extrem verschrien wurden, denn der Welt gegenüber sind wir keine Rechenschaft schuldig, ausser vielleicht, dass wir ihnen ein wahres und leuchtendes Zeugnis sein sollen.




Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.