Mittwoch, 4. Juli 2018

Die drei Lebensphasen eines Christen


Sowohl in der Lektüre der Heiligen Schrift, als auch – und das noch viel mehr – im praktischen Glaubens-Leben müssen wir uns mit dem Gesamtzusammenhang der Bibel befassen.

Die Bibel lässt keine klare und weiterführende Lektionen des Fortschritts im Glaubensleben, bzw in der Seelenentwicklung erkennen, wie etwa aufbauende Lektionen in der Volksschule oder in irgendwelchen Kursen.

Erst im Studium des Kontextes können wir das erkennen, was Paulus zwar angedeutet hat, wie im folgender Vers

Und ich, meine Brüder, konnte nicht mit euch reden als mit geistlichen, sondern als mit fleischlichen Menschen , als mit Unmündigen in Christus. Milch habe ich euch zu trinken gegeben, und nicht feste Speise; denn ihr vertruget sie nicht, ja ihr vertraget sie jetzt noch nicht; denn ihr seid noch fleischlich. Solange nämlich Eifersucht und Zank und Zwietracht unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise? “ (1. Kor. 3.1)

Hier kristallisiert sich ein Fortschrittsgedanke heraus und lässt ein Aufbau in der Entwicklung erkennen. Technisch ausgedrückt kännte man sagen, “das Lernziel wird durch Lektionsmodule erreicht, indem das eine auf dem anderen aufbaut”. Sowas gibt es in der Bibel nicht. Und doch können wir ohne grosse Mühe die eigentliche Seelen- und Geistentwicklung daraus herauslesen.

Es ist zwar durchaus möglich, einem siebenjährigem Schüler ein Lehrbuch für höhere Mathematik in die Hände zu drücken, aber er wird kaum etwas damit anfangen können. Genauso verhält es sich mit den fFeischlichen und Unmündigen in Christo. Der Unterschied ist nur der, dass der Siebenjährige weiss, dass er es noch nicht verstehen kann, der fleischliche und unmündige Christ meint hingegen durch das Bibelstudium am absoluten Ende der Erkenntnismöglichkeit angekommen zu sein.

Doch gehen wir schön der Reihe nach.

  1. Lebensphase: Das Leben in der Sünde
Zuerst lebt jeder Mensch in der Sünde.

  1. Lebensphase: Das Leben im Geiste
Dann, mit der geschenkten Erkenntnis bekehrt er sich, tut Busse und kehrt von seinem sündigen Weg um, nachdem er durch die Kraft Gottes, also des Heiligen Geistes, von der Macht der Sünde immer mehr freigeworden ist,

  1. Lebensphase: Das Leben als Kind Gottes
erfährt er schon während der fortschreitenden Heiligung mehr und mehr die Wiedergeburt, indem alles neu wird und, wenn er sich dann nur noch vom Geiste Gottes führen lässt, lebt er als Kind Gottes.

Wollen wir anhand des Neuen Testamentes die einzelnen Schritte auf anschauliche Art nachvollziehen zu versuchen.

Lebensphase 1: Das Leben in der Sünde


Über das Leben in der Sünde brauche ich nicht viel zu erzählen, das kennen wir alle zur Genüge. Aber werden wir uns bewusst, dass es zwei Arten von Menschen gibt, die in der Sünde leben. Da sind die einen, die drauflos leben nach dem Motto “Wir leben nur einmal, danach ist alles aus”. Sie leben sich selbst, kümmern sich nicht um andere. Vielmehr singen sie “das Schöne an der Sünde ist, dass man sie tun muss!

Dann gibt es die zweite Art von Sündern, die doch ahnen, dass das Leben mehr ist, als die Genüsse des Augenblicks. Sie ahnen auch, dass es zum Mindesten eine unsichtbare Welt geben könnte und sind solchen Informationen wenigstens nicht abgeneigt oder sagen sogar

ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inwendigen Menschen” (Röm. 7.22)

Sie lassen sich auch zu einem guten Teil von ihrem Gewissen leiten. Und doch haben sie nicht viel gegen die Sünde, weil sie ihnen meistens já sehr viel Freude bereiten.

Paulus sieht im Rückblick auf seine Zeit vor der Bekehrung auf dieses Sündenleben zurück und beschreibt dies im 7. Kapitel des Römerbriefes recht ausführlich. Daher seine Frage am Schluss “Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib? ”.

Auch Johannes sagt im Hinblick dessen, dass jeder Mensch aus dem Sündenleben kommt:

Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns; ” (1. Joh. 1. 8)

Und genau hier, in der ersten geistlichen Lebensphase ist dieser Johannes-Vers und alle anderen ähnlich lasutenden Verse als eine erste Lektion einzuordnen, denn daran gibt es nichts zu rütteln: wir alle kommen aus der Sünde. Aber dieser Vers soll und muss natürlich nur auf die erste Lebensphase begrenzt sein, sonst ist das weitere Glaubensleben bereits hinfällig geworden!

Und weshalb dies só ist, erklärt uns die Erbsünde. Und wenn wir dies sogar noch ganz genau unter die Lupe nehmen, só müssten wir sagen, es sind gleich zwei Arten von Erbsünden. Die eine ist diese, wie sie uns von Adam und Eva vererbt wurde, weil bereits sie ihren vornehmlichen Geistleib durch die Sünde materialisiert haben und ihren Nachkommen vom Geistigen Leben und Geistigen Leib nicht mehr viel weitergeben konnten.

Zum andern aber gibt es die Erbsünde, die noch viel weiter zurückgeht. Nämlich, dass unsere Seele, die já in Fragmenten schon länger besteht, aus dem Reich der Finsternis ins Reich des Himmels zurückgeführt werden sollte. Das entspricht auch dem Sinn unseres Erdenlebens. Doch darauf wollen wir an dieser Stelle nicht näher eingehen, denn das würde den “bibeltreuen” Kirchentreuen zuviel Bauchschmerzen und Kopfweh verursachen.

Deshalb wollen wir uns diesen Teil in der ersten biblischen Lektion zu Gemüten führen wo es darauf hinausgeht, dass “nichts Gutes in uns ist” und dass wir eben alle ohne Ausnahme aus der Sünde kommen. Alle solche Aussagen sind in der gesamten Bibel verstreut und es erfordert vielleicht anfangs, dass man bewusst versucht, die Aussagen der richtigen Lektion zuzuordnen.

Lebensphase 2: Das Leben im Geiste



Es dürften geschätzt etwa zehn bis zwanzig Prozent der Menschen im westlichen Kulturkreis zur Erkenntnis kommen, dass das Leben in der Sünde nicht der Zweck des Lebens auf dieser Erde sein kann und es sicher besser ist, sich vom Heiligen Geist zu einem Besseren leiten lassen. Der Einfluss des Wortes Gottes erst im Herzen beginnt Wirkung zu zeigen und sie erkennen das Problem der Sünde in ihrem Leben und deren Folgen für die Ewigkeit.



Sie bekehren sich dann und lassen sich taufen auf den Namen Jesu und damit beginnt das eigentliche Leben im Geiste. Die Bibelstellen dazu sind recht viele, die etwa das Folgende aussagen:
Wer glaubt und getauft wird, soll gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden ” (Mark 16. 16)
oder
Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker, indem ihr sie taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes” (Matth. 28. 19)

Das ist sozusagen die zweite und einfachste Lektion der Bibel.



Diese gläubigen Seelen, einmal bei diesem Entwicklungsstand angekommen, kann man nun wiederum in zwei Gruppen unterscheiden. Wobei natürlich eine solche Unterscheidung rein rudimentär und nur sehr stark verallgemeinert sein kann. Damit sollen nicht einzelne Seelen verletzt werden, die sich eben nicht mit einer solchen Unterscheidung bestimmen lassen, sondern dies soll einfach dem allgemeinen Überblick und damit einer besseren Orientierung dienen.



Die eine Gruppe, die weitaus grössere, findet in der Gemeinschaft etwa wie den Kirchen und Freikirchen, eine gewisse Isolation indem sie im Anderssein den ungläubigen Weltmenschen gegenüber, gestützt werden. Die Bibel wird zum allgemeinen Wort Gottes und sie richten ihre Lebensführung möglichst nach diesem Wort Gottes aus.



Die Grundlage dieser Seelen ist die Evangelische Lehre, nach der die Bekehrung als unvermeidbare Bedingung für das ewige Leben gilt. Da die von Jesus geforderte Wiedergeburt jedem Bekehrten und Getauften unmittelbar darauf geschenkt wird, erhält man zugleich auch die Gerechtigkeit vor Gott. Diesen erstrebten Ziel-Zustand gilt es nun zu halten, bis das Leben auf dieser Erde abgelaufen ist und man in die Ewigkeit eintritt. Alle die Bibelverse aufzuführen ist hier kaum möglich und auch nicht nötig, weil jeder gläubige und bibeltreue Christ diese bereits kennt. Für die einen Prediger und Lehrer ist das Halten des einmal erworbenen Heilszustand zwar kein Problem, weil die Losung gilt “Einmal gerettet – für immer gerettet (once saved, alway saved), wie es der bekannte Bibellehrer, Calvinist und jüdischer Christ Roger Liebi unermüdlich predigt.
Der biblische Beweis dazu kann dann etwa só aussehen, aber immer im Bewusstsein, dass es noch sehr viele Verse gibt, die etwas Ähnliches aussagen:
und ich gebe ihnen das ewige Leben; und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie mir aus meiner Hand reißen. ” (Joh. 10. 28)

Das Ziel, nämlich in der Ewigkeit im Himmel zu sein, ist für die evangelischen Geschwister mit der Bekehrung und der damit geschenkten Wiedergeburt erreicht. Es bleibt dann lediglich noch, só gut wie's geht, die schlechten Eigenschaften abzulegen, aber einfach só, wie es einem der Geist gibt.



So legt nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbt” (Eph 4. 22)

Es selber zu tun ist dabei nicht nur nicht förderlich, sondern sogar hinderlich, weil es dann nicht mehr die Kraft Gottes ist, sondern die eigene Werke wären, welche zur Heiligung führen.
Die biblische Lektion dazu:
doch weil wir wissen, daß der Mensch durch des Gesetzes Werke nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesum Christum ...” (Gal. 2.16)

Und so kristallisiert sich die Formel heraus “Bekehrung – Wiedergeburt – Heiligung”.
Ungefähr só gestaltet sich die eigentliche Grundschule des Glaubens, also die Lektion oder Lebensphase Zwei. Dazu gehört alles genau das, was die Freikirchen lehren.
Das Wissen, das man sich in dieser Grundschule aneignet, kann – biblisch begründet – nicht erweitert werden, weil die Schrift abgeschlossen ist und in ihr alles enthalten ist, was wir wissen müssen und es absolut unmöglich ist, dass neuere Propheten der Bibel noch irgendwas hinzuzufügen hätten.
Somit ist die Wissensdecke erreicht und es gilt einfach, nun im Glaubensleben Erfahrungen zu sammeln.

Lebensphase 2: Das Leben im Geiste

Die andere Gruppe hingegen, eine verschwindend kleine Zahl ihre Mitglieder, geht aber noch ein Stück weiter und will mindestens noch alle diese biblischen Abschnitte und Verse unter einen Hut bringen, von welchen in der Lehre der Freikirchen nichts zu hören ist. Also jene Bibelteile, welche dann mit dem bereits Gelehrten in oft arge Widersprüche ausarten. Diese kleine Gruppe von Gläubigen lassen keine Bibelverse aussen vor und wollen alles in einem Kontext, in einem Zusammenhang erkennen.
Diese sind es dann auch, welche den grossen Trick der biblischen Auslegung der evangelischen Kirchen erkennen. Dieser Trick ist recht simpel, aber verfehlt die Wirkung nie und funktioniert in Etwa só:
Der Prediger wählt ein Thema, worüber er sprechen will, oder ein Wunschthema aus den Reihen seiner Zuhörer. Dann wählt er aus der Bibel die geeigneten Verse und stellt, só gut es geht diese in einen Bild des täglichen Lebens. Und das ist auch schon alles. Durch nichts wird er genötigt, in irgendeinem Thema einen Gesamtzusammenhang herzustellen, weil es zuweit führen würde und ermüdend wäre, dreissig, vierzig, fünfzig Bibelverse aneinander zu reihen. Es reicht, alle diese aufzuführen, die in das Thema passen. Die ellenlangen Zitate tut nur Roger Liebi in seinen stundenlangen Bibelstudien, aber auch da kommen ebenfalls nur jene Verse zur Anwendung, die dem Thema und der vertretenen persönlichen Meinung entsprechen.
Ein beredtes Beispiel habe ich disbezüglich bereits ausführlich erklärt im Video “Roger Lieb's sonderbare Evangelium







Dort geht es darum, wie in der Evangelik das Thema WEISSAGUNG mit etlichen ausgewählten Bibelverse ins genaue Gegenteil gedreht wird, als was das Neue Testament im Kontext lehrt.



Also das ist die Problematik, welche die verschwindend kleine Gruppe derjenigen erkennt und solche evangelischen Schummeleien nicht mittragen können und wollen.
Ihnen eröffnet sich nun eine dritte Lektion im Neuen Testament. Das wird von der evagelikalen Gruppe zwar nicht anerkannt und sie zeigen sich damit resistent gegenüber dem ganzheitlichen Verständnis der Neutestamentlichen Botschaft.


Selbstverständlich kann ich hier nur auf sehr wenige Beispiele eingehen, weil der Platz und die Zeit immer beschränkt ist. Der geneigte Leser dieses Aufsatzes und Zuschauer dieses Films wird aber ohne Mühe diese Beispiele bis ins fast Unendliche ergänzen können.
Da haben wir einmal den Lukas 16. 16, den ich já schon oft zitiert habe:

Das Gesetz und die Propheten reichen bis zu Johannes. Von da an wird das Evangelium vom Reich Gottes gepredigt ...” (Luk. 16. 16)

Hat schon jemand irgend eine Predigt über diesen Vers gehört, oder ist dieser schon irgendwo in einer Predigt erwähnt und/oder interpretiert worden? Antwort: mit Sicherheit NEIN!

Dann haben wir:

Wie ist es nun, ihr Brüder? Wenn ihr zusammenkommt, so hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Offenbarung, eine Zungenrede, eine Auslegung; alles geschehe zur Erbauung! ” (1. Kor. 14. 26)

Hat hier schon jemand irgend eine Predigt über diesen Vers gehört, oder ist dieser schon irgendwo in einer Predigt erwähnt und/oder interpretiert worden? Antwort: mit Sicherheit NEIN!

Dann haben wir weiter:

Strebet nach der Liebe; doch eifert auch nach den Geistesgaben, am meisten aber, daß ihr weissagen könnet! ” (1. Kor. 14. 1)

Hat auch hier schon jemand irgend eine Predigt über diesen Vers gehört, oder ist dieser schon irgendwo in einer Predigt erwähnt und/oder interpretiert worden? Antwort: mit Sicherheit NEIN!

Und weiter geht's:

Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr bedürfet nicht, daß euch jemand lehre; sondern so, wie euch die Salbung selbst über alles belehrt, ” (1. Joh. 2. 27)

Frage: Hat jemand irgend eine Predigt über diesen Vers gehört, oder ist dieser schon irgendwo in einer Predigt erwähnt und/oder interpretiert worden? Antwort: mit Sicherheit NEIN! (Ist já logisch, es müsste jeder Prediger damit selber sich seines Amtes entheben)

Noch ein Beispiel:

Keiner, der aus Gott geboren ist (also wiedergeboren ist), tut Sünde; denn Sein Same bleibt in ihm, und er kann nicht sündigen, weil er aus Gott geboren ist. ” (1. Joh. 3. 9)

Wieder die Frage: Hat jemand irgend eine Predigt über diesen Vers gehört, oder ist dieser schon irgendwo in einer Predigt erwähnt und/oder interpretiert worden? Antwort: mit Sicherheit NEIN!

Dann noch ein letztes Beispiel:

wissen wir doch, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, so daß wir der Sünde nicht mehr dienen; ” (Röm. 6. 6)

Mein lieber Freund, gestatte mir, Dir noch eine Frage zu stellen: Hast Du irgend eine Predigt über diesen Vers gehört, oder ist dieser schon irgendwo in einer Predigt erwähnt und/oder interpretiert worden? Antwort: mit Sicherheit NEIN!

So könnte das noch stundenlang weitergehen mit Beispielen dieser Art und immer mit derselben Frage, die Antwort wäre ebenfalls immer dieselbe.

Aber solche Beispiele interessieren interessanterweise die Kirchgänger nicht. Vielleicht spüren sie instinktiv, dass hinter diesen und weiteren Beispiele die grossen und unlösbaren Widersprüche zu Tage treten würden und deshalb verschliessen sie ihre Augen und Ohren.

Deshalb gibt es nach einer Predigt niemals eine Fragestunde, wo solche Ungereimtheiten auf den Tisch gelegt werden könnten. Nach der Predigt wird übergangslos gesungen, gebetet den Segen erteilt und dann ab nach Hause!

Nein, bei den nach Erkenntnissen nimmersatten Gläubigen zieht das nicht. Denn es ist dem Bruder oder der Schwester in dieser dritten Lebensstufe gegeben und nimmt sich zu Herzen, dass

“... der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit” (1. Kor. 2. 10)

Demnach gibt es also zweifellos höhere oder tiefere Erkenntnisse, welche in den Kirchen nicht gelehrt werden, bzw. nicht gelehrt werden können, da dort weitere Erkenntnisse grundsätzlich nicht erwünscht sind und es allen, die danach streben, verwehrt werden

Wenn ich sagte, dass diese Gruppe eine kleine Zahl an Anhänger hat, só dürfte sie sich, wie jemand einmal erwähnte, im Nanobereich derjenigen der Kirchgänger sein. Es sind nur sehr, sehr wenige.

In den eben erwähnten Beispielen geht es klar zur Sache. Hier gehts um Kreuz. Es ist der praktische Teil des Glaubensleben, wo jeder das Kreuz in der Tat auf sich nimmt und nicht nur davon redet. In diesem praktischen Teil des Glabensleben wird auch die Vergebung für jeden ohne Ausnahme praktiziert, egal wie schwer das Vergehen gewesen war. Das ist die Liebe, die weit höher steht als jeglicher Glaube oder jegliche Unterschrift unter irgend ein Glaubensbekenntnis.

Es ist diese praktizierende Liebe, die zu tieferer Erkenntnis und höherer Weisheit führt. Es ist nicht das Bibellesen ohne Ende, sondern die Werke der Liebe, welche uns unserem Herrn Jesus näher bringen.

Um genau zu sein, es geht um die Liebe erstmal zu Gott und der Wahrheit. Aus dieser Liebe hervorgehend dann um die Liebe zum Nächsten. Diese gelebte, praktizierte Liebe ist es, aus welcher alle weiteren Erkenntnisse und Weisheiten kommen. Nicht durch Lesen, was auch immer, sondern durch die Praxis des Gelesenen.

Was also in der dritten Lebensphase anders ist als in der zweiten und über Letztere hinausgeht, ist folgendes:
  • der Wunsch, já sogar der Drang, die gesamte Botschaft des Evangeliums zu verstehen.
  • Durch das Verständnis und der Erkenntnis von tieferen oder höheren Wahrheiten, wie man dem auch sagen möchte, zum absoluten Kernpunkt der Himmlischen Botschaft vorzustossen und um sich diese anzueignen.
  • Dieser absolute Kernpunkt des Evangeliums ist nicht der Glaube, sondern die Liebe. Und zwar die selbstlose Liebe, deren Erfüllung nicht billig ist, sondern nur mit dem Erkauf einer gehörigen Portion Selbstverleugnung eingesetzt werden kann.

Lebensphase 3: Das Leben als Gotteskind


Nicht der Glaube ist das Wichtigste, sondern der harte Einsatz gegen das Fleisch und das oft gar nicht só leichte Gewicht des Kreuzes auf unsern Schultern ist es, das uns auf dem Rückweg ins Vaterhaus weiterbringt. Es ist nicht der Schnellzug im Erstklassabteil, sondern der mühsame Weg über Golgatha, und dem folgenden Tod am Kreuz (des Ego's!), das uns die Himmelspforte einst öffnen wird. Dies ist auch der einzige Weg, wie uns tiefere Erkenntnisse zuteil werden können – nur über den Weg der Liebe zu Gott!

Dieser Weg der selbstlosen Liebe sowohl zu Gott als auch zum Nächsten hat eine Folge, eine Konsequenz, von welcher die Evangelikalen nicht die geringste Vorstellung haben können. Nämlich, das Leben als Gotteskind.

Paulus sagt uns, was das Leben als Kind Gottes bedeutet:

Denn alle, die sich vom Geiste Gottes leiten lassen, sind Gottes Kinder” (Röm. 8.14)

Im Bezug auf “Geiste Gottes” muss klar gesagt werden, hier ist nicht die materielle Bibel gemeint, auch nicht die abgeschlossene Bibel, sondern der wahre Geist Gottes, der uns unsichtbar umgibt. Es ist der lebendige und reale Geist Gottes, der Heilige Geist, und wer den Aufsatz “Was sind die Heiliger Geist” gelesen hat, weiss, was ich unter dem Heiligen Geist verstehe, also dieser reelle Geist Gottesist es, der uns treibt, wie Paulus sagt.

Das bedeutet, dass wir im täglichen Leben, also zu jeder Stunde, in jeder Minute von diesem Geiste Gottes umgeben sind und geführt werden. Ja, sogar getrieben sind. Dabei geht es natürlich nicht nur um geistliche Dinge, sondern auch in der materiellen Tätigkeit, also in der Berpfsausübung, steht uns der Geist Gottes, oder eben auch die Geister Gottes, zur Seite und begleiten uns.

Diese Begleitung besteht nun nicht nur im “Treiben” oder “Antreiben”, wie es Paulus schreibt. Der Geist Gottes ist viel mehr. Er ist unser Schutz, unser Führer und vor allem auch unser Lehrer. Hier sehen wir, dass die von den Evangelikalen nicht verstandenen Verse voll zu Geltung und Anwendung kommen:

“Ihr habt es nicht nötig, von Menschen gelehrt zu werden ...”

Der Heilige Geist, der Geist Gottes oder die Heiligen Geister, uns von Gott beigegeben, sind es, denen wir uns vollminütlich anvertzrauen sollen und dürfen. Sie leiten, führen und lehren uns aber nur dann, wenn wir den Herrn Jesus Christus darum bitten, já manchmal spgar voll Inbrunst, wie die arme Wittwe vor dem gestrengen Richter, mit Flehen nicht loslassen, bis wirs erhalten.

Aber in der Regel, und das ist meine tägliche Erfahrung, brauchen wir nicht die Wittwe spielen, es wird uns gegeben, só wir einfach darum bitten. Sei es technische Hilfe in der materiellen Arbeit oder sei es geistige Erkenntnisse. Aber auch die Kraft, eben die oft selbstverleugnende Hilfe und Liebesdienste für den Nächsten zu vollbringen. In allem steht uns das Geistige Reichh bei.

Nur einesw müssen wir uns bewusst sein: Das reine Bibellesen nützt absolut nichts, wenn wir nicht alle die uns zugekommenen Erkenntnisse auch tun. Also umsetzen in den Alltag.





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