Mittwoch, 11. März 2015

Urchristliche Versammlung II

Ich gehe davon aus, dass sich der Leser den 1. Teil dieses Aufsatzes verinnerlicht hat, denn jener Beschrieb dient uns als Grundlage. Um aber die Art und Weise der urchristlichen Versammlungen, und zwar so wie sie in Jerusalem stattgefunden haben und wie auch der Apostel Paulus sie gelehrt hat, von Grund auf zu verstehen, müssen wir ins Alte Testament zurückgehen. Wie alles in der Schöpfung, hat ein Jedes seinen Aufbau, sein Werden.



Verbindung zu Gott

Das Glaubensleben der Christen wie auch der Israeliten im Alten Bund, steht/stand mit der Verbindung zu Gott. Und zwar nicht eine One-Way-Verbindung, wie es heute bei den Christen üblich ist, indem sie diese Verbindung einfach durch das Gebet aufrecht zu erhalten meinen. Nein, eine echte Verbindung meint eine echte Kommunikation, bei der nicht ein Monolog, sondern ein Dialog stattfindet. Beide Seiten sprechen und beide Seiten hören zu.

Da der grobsstofflich orientierte Mensch nur die Materie wahrnehmen kann, nicht aber das Geistige, und das Geistige keine grobstoffliche Kommunikationsorgane hat, so sind Probleme und Schwierigkeiten mit dieser Verbindung von vornherein gegeben.

Diese Probleme hatten natürlich schon die Israeliten. Auch sie wollten schon mehr wissen und mehr erkennen als nur das Sichtbare an Erkenntnis hergibt und kamen schon sehr früh darauf, wie mit der Geistigen Welt Verbindung aufzunehmen ist.

Der Spiritismus

Der Spiritismus war ursprünglich ein wertfreier Begriff, heute ist er negativ unterlegt, was auch seine nachvollziehbaren Ursachen hat – aber davon später.
Also, der Spiritismus bezeichnet die Kommunikation zwischen dem grobstofflichen Menschen und der feinstofflichen Geisterwelt. Diesen ersten Spiritismus pflegten Gott und Adam. Wobei zu sagen ist, dass es natürlich nicht Gott, sondern ein hohes Engelwesen war, welcher Kontakt mit den Menschen hatte und dieser Kontakt vor dem Fall Adams noch recht einfach zu bewältigen war, da das Od Adams, also die Lebenskraft, der Odem, wecher im Blut sitzt, noch rein war. Das änderte sich dann nach dem Fall, als dieses Od grobstofflicher wurde und es verschlechterte sich noch einmal, nachdem die Gottessöhne die Erde mental verwüsteten (1.Mose 6.1-4). Dieses unreine Od bieb dann der Menschheit erhalten – bis heute.

Wie es zu allen Zeiten sensitive Menschen gab, so gab es diese auch im israelitischen Volk. Durch diese sensitiven, also besonders feinfühligen Menschen konnte die geistige Welt Verbindung mit den Menschen aufnehmen und umgekehrt. Nun ist aber diese Geistige Welt nicht homogen, sondern äusserst heterogen, das heisst, es gibt gute und schlechte Wesen. Ganz grob können wir die Geisterwelt in Etwa folgendermassen aufteilen: Die ganz Bösen, wie Satan und die Dämonen, seine Mitläufer, dann die verstorbenen, einst auf dieser Welt gelebten „arme Seelen“ in unterschiedlichen Reifegraden, dann die fortgeschrittenen Seelen, die ungefallenen Engel, die Erzengel und schliesslich die Kinder Gottes. Daneben gibt es aber auch die vielen verschiedenen Naturgeister – also alles in Allem ein überaus buntes Volk.

Aus vielen verschiedenen Offenbarungen der Geistchristen, von Emanuel Swedenborg und natürlich von Jakob Lorber wisssen wir, dass die verschiedenen Stufen von zuunterst Satan und zuoberst Christus/Gott aus der unterschiedlichen Dichte des Od besteht. Satan als die grobstoffliche Od-Dichte, Christus als die feinstofflichste Od-Dichte.

Nun erkennen wir, dass Satan mit seinem grobstofflichen Od näher am grobstoffichen Menschen ist als die feinstoffliche Engelswelt, Satan hat also leichteres Spiel und die besseren Möglichkeit, durch dieses verwandte Od mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Somit ist es auch erklärbar, weshalb die Totenbefragung für die Israeliten eine relativ einfache Sache war (Ist ja heute nicht anders!).
Satan und sein Reich der Finsternis täuschten und belogen die mit ihnen in Kontakt getretenen Menschen nach Strich und Faden – und diese merkten es nicht. Alles genau so wie heute auch! Deshalb musste Gott in dieser Sache die berühmte Reissleine ziehen und verbot kurzerhand diese Art des Geisterverkehrs. Dieses Verbot gilt auch heute noch:

Ihr dürft keine Wahrsager und Wahrsagerinnen unter euch dulden, niemand, der aus irgendwelchen Zeichen oder mit irgendwelchen Praktiken die Zukunft voraussagt, auch niemand, der Zauberformeln benutzt und damit Geister beschwört oder Tote befragt. Wer so etwas tut, ist dem Herrn zuwider.“ (5.Mose 18. 10 ff)

Tote befragen

Nun, was heisst das genau: Tote befragen? Jeder denkt unweigerlich an die Verstorbenen, denn diese sind ja tot! Und genau das ist falsch! Tot ist, wer geistlich tot ist. Viele Verstorbene sind aber nicht tot, sondern quicklebendig! Ein Petrus, ein Paulus, eine Teresa von Avila, um nur drei zu nennen, haben zwar ihren irdischen Leib abgelegt, sind aber deswegen nicht tot, sie leben im Herrn!
Andersherum gibt es viele scheinbar Lebendige, die aber (geistlich) tot sind. Welche noch ihren irdischen Leib haben aber von der Wahrheit nichts wissen wollen, diese sind tot – wie diejenigen, welche ihren Leib schon abgelegt haben aber sich in der Finsternis aufhalten. Diese Toten sollen und dürfen wir nicht befragen.

Weshalb sollen wir die Toten nicht befragen? Das hat einen ganz einfachen Grund. Tote sind ihrer Natur nach unwissend, haben keine göttliche Erkenntnis und kennen die Wahrheit mangels Interesse gar nicht. Wie sollen nun solche Kreaturen den Wissensdurstigen und Hungernden nach Wahrheit eine Hilfe sein können? Dazu kommt, dass die Geister in der Finsternis die Menschen mittes Lug und Trug ebenfalls in die Finsternis ziehen wollen und drittens, durch die Geisterbeschwörung bekommen sie die Möglichkeit, die Menschen zu besetzen und dadurch ihre nicht mehr praktikablen Süchte und Begierde wieder auf- und mitleben zu lassen.

Hat nun Gott mit dem Verbot, Tote zu befragen, den Spiritismus komplett verboten? Die Antwort lautet: NEIN! Im Gegenteil, Gott hat im Alten Testament und Jesus im Neuen Testament ausdrücklich darauf hingewiesen, durch den Spiritismus die Wahrheit zu suchen und zu finden:

Die Völker, die ihr vertreiben werdet, hören auf Wahrsager und Zeichendeuter; euch aber sagt der Herr, euer Gott, auf anderem Wege, was ihr tun sollt.” Wie Gott das tut? “Einen Propheten wie mich (Mose) wird der Herr immer wieder aus euren Brüdern, aus eurer Mitte, berufen; auf den sollt ihr hören." (5.Mose 18. 14 ff)

Gott will, dass sein Vok mit Ihm in Kontakt kommt und im Kontakt bleibt. Sein Vok soll ohne Umweg direkt mit Ihm Sebst in Kontakt beiben! Dazu beruft er Propheten.

Wer oder was sind die Propheten?

Auch wenn es geschrieben steht, dass Gott die Propheten beruft, so ist es kein Geheimnis, dass jeder in den Prophetenstand gehoben werden konnte, welcher die Voraussetzungen dazu hatte. Ich erinnere nur an die Prophetenschulen im AT, wo die Schüler das Leben erlernten. Diese Propheten waren diejenigen, zu (oder: durch) welche Gott sprach. Sie waren, wie wir heute sagen würden, Medien.
Das Alte Testament ist ein Lehrbuch über den Verkehr mit der guten und göttlichen Geisterwelt. Von Adam über Mose (Offenbarungszelt), alle Propheten, die kleinen und die grossen bis hin zur Ankündigung der Geburt Jesu bei Maria, immer begegnen wir dem grossen Miteinander und der Kommunikation der geistigen mit der materiellen Welt. Ohne diese Medien, von Tieftrance über Teiltrance bis zu den Inspirations- und Schreibmedien finden wir alles im Alten Testament.

Was das alles mit der urchristlichen Versammlung zu tun hat, lesen wir am nächsten Mittwoch –
Bleib dran, Jesus segne Dich!