Mittwoch, 6. Februar 2013

Erkenne den Weltgeist


 
Würde man in einer christlichen Glaubensgemeinschaft die Frage stellen, was denn so eigentlich der Weltgeist sei, so erhielte man die vielfältigsten Antworten: Die Disco, der Stammtisch, die Politik (wenn es sich nicht um eine C-Partei handelt), die Homo-Ehe, der Sexualunterricht in den Volksschulen und – wenn's hochkommt – der Fernsehapparat. Vor allem bei diesem letzten Argument wird dann selbstverständlich darauf hingewiesen, daß es auch gute Sendungen gibt, und auch christliche Sender, welche man nicht verteufeln könne.

Wie auch immer argumentiert wird, der Weltgeist wird immer in den weltlichen, bzw. materiellen Errungenschaften geortet, bei Tatsachen und Fakten, bei denen wir eh keinen Einfluss nehmen können – die einfach da sind und wir sind dessen Verführungen einfach preisgegeben.

Ja, wenn man sich überhaupt Gedanken über den verführenden Weltgeist macht, so manifestiert er sich ausschliesslich außerhalb von uns. Aber ist das richtig? Könnte es nicht sein, daß das oben Aufgezählte gar nicht der Weltgeist ist, sondern nur die Auswirkungen dessen?

Unsere Brüder und Schwestern in den Baptistischen Kirchen, welche bekanntlich alle wiedergeboren sind, wähnen auch, die Gabe der Geisterunterscheidung zu haben, jene Gabe, welche als Voraussetzung eines Glaubenslebens gilt. Durch diese Gabe erkennen sie, daß sie mehrheitlich von diesem Weltgeist befreit sind, da sie ihr Leben Jesus Christus übergeben haben und seither eben nicht mehr der Weltgeist, sondern Jesus, also der Heilige Geist, in ihnen wohnt.

Es ist aber nicht nur eine wiedergeburtliche, sondern ganz einfach eine menschliche Gewohnheit, das Üble fern von sich, außerhalb von sich zu suchen. Und wenn man davon eingenommen ist, daß nur noch das Gute und Vollkommene in der eigenen Seele vorhanden ist, wer sollte da von etwas Üblem denken?

Und doch ist es so. Alles oben Aufgezählte - und noch vieles mehr! - ist nicht der eigentliche Weltgeist, sondern nur die Auswirkungen davon. Der eigentliche Weltgeist ist nicht außerhalb, sondern innerhalb von uns. Denn da begegnen sich die beiden Reiche, das Himmelreich und das Reich der Finsternis und des Todes. Wir haben ja schon oft darüber gesprochen, aber jetzt wollen wir diesen Sachverhalt noch von einer anderen Seite her betrachten. Wir wollen sehen, ob das wirklich so einfach ist, sich zu bekehren und damit dem Weltgeist ein für alle Mal loszusein.

Das Himmelreich in uns ist der Heilige Geist, oder besser gesagt, der Geist Gottes. (Zum Unterschied der beiden Begriffe werde ich später einmal in einem Aufsatz näher eingehen, aber für den Moment können wir diese beiden Begriffe auch austauschen und annehmen, beides ist dasselbe, falsch ist es nicht). Das Reich der Finsternis ist die Materie und damit der Leib, der fleischliche Körper. Wie wir ebenfalls schon von diversen Aufsätzen her wissen, ist die Materie ihrerseits nichts anderes als ebenfalls Geist – nur gefestigt und gefangen, also im Gericht (Gottes).

Diese beiden Reiche leben nicht in Harmonie und göttlicher Einheit. Wer die Bibel schon mal aufgeschlagen hat, der weiß, daß der Geist wider die Welt (das Fleisch) ist und umgekehrt. Dieser Kampf tobt im Menschen, nicht außerhalb. Er tobt aber nur in den Menschen, in welchen das Himmelreich schon erweckt ist und tobt nicht mehr in den Menschen, die die volle Wiedergeburt schon erlebt haben, also denjenigen, welche aus Gott geboren sind. Bei diesen ist der Kampf vorbei, sie haben überwunden, auch wenn sie noch im Fleische leben.

Deshalb müssen wir auch ehrlich sein, oder biblisch ausgedrückt: in der Wahrheit leben. Wir müssen zugeben, ob wir noch immer in diesen tobenden Kampf von Himmel und Hölle in uns verwickelt sind, denn dann sind wir erweckt, oder ob wir diesen Streit überwunden haben, dann sind wir wiedergeboren.

Nun  wollen wir also wissen, wer oder was dieser Weltgeist so eigentlich ist. Der Weltgeist in uns hat noch andere Namen. Die Bibel spricht auch vom "Fleisch". Johannes spricht von der Weltliebe, Paulus von der "fleischlichen Gesinnung". Wie können wir das auf unsere modernen Begriffe übertragen? Diese "fleischliche Gesinnung" ist das "sinnliche Leben" und ein solches bezeichnet man die Vorlieben, welche die Sinne, also unsere fünf bekannten Sinne, uns vermitteln.

Die fünf Sinne (sehen, hören, schmecken, riechen und (körperlich) fühlen) sind die Mittel, mit welchen wir die materielle Welt wahrnehmen. Die fünf Sinne sind mit dem Leib und mit der Seele über das Nervensystem verbunden (Siehe Aufsatz "Die Nerven"). Wenn nun die Seele positive, schöne und angenehme Impulse über dieses Nervensystem von einem der Sinne empfängt, dann freut sie sich und das natürliche Bestreben ist es, noch mehr von diesen Impulsen empfangen zu können. Und wenn es möglich wäre, sogar das schöne und angenehme Empfinden noch etwas zu steigern und zu verstärken. Im Endeffekt sucht dann dieser Mensch das möglichst Schönste, Angenehmste, Bequemste, sei es im Essen, der Augenlust, des besonderen Duftes, der erhabensten oder lautesten Musik, oder im Tastsinn, das schönste und möglichst immer wiederkehrende Gefühl  der körperlichen Berührung des anderen Geschlechts oder der weichsten Textilien.

Die Industrie mit allem Drum und Dran ist nur darauf aus, den Seelen diese schönsten und angenehmsten Gefühle zu verschaffen. Aber nicht nur die Industrie, welche ja nur deshalb überleben kann, weil die Menschen diese Produkte suchen und damit eine riesige Nachfrage schaffen, nein, sondern das ganze Leben der "Welt-"Menschen steht nur im Dienste der fünf Sinne – eben im Dienste des Weltgeistes.

Ja, unsere fünf Sinne, das sinnliche Leben ist der wahre und eigentliche Weltgeist. Er ist der Balken im eigenen Auge, den es zu erkennen und zu orten gilt. Erst wenn wir den Geist des Fleisches einmal erkannt haben, können wir bewußt gegen ihn angehen.

Solange also einer unserer wiedergeborenen Brüder oder Schwestern noch seinen Augen, Ohren, seiner Nase, Zunge und Haut dient, ist er noch immer im Dienste des Weltgeistes. Oder mit anderen Worten ausgedrückt, er dient (durch Unwissenheit noch unbewusst) dem Fürsten dieser Welt.

Dabei müssen wir uns bewußt werden, daß es nicht unbedingt Sünde sein muß, daß wir von Gott getrennt sind, sondern die Unreinheit der Seele ist es, daß der Geist Gottes in uns nicht wachsen kann. Es ist gut möglich, daß die "Wiedergeborenen" sich der Sünde bewußt enthalten, aber sie leben noch in ihrer Unkenntnis im sinnlichen Leben.

Das Argument, welches ich jetzt zu hören bekomme, ist so verbreitet wie das Wasser auf Erden: "Alles Materielle hat Gott erschaffen und wir dürfen uns daran erfreuen." Dieses Argument ist auch berechtigt, wenn wir uns am Erschaffenen Gottes erfreuen. Ich erfreue mich auch, wenn eins meiner Hühner ihre kleinen Bibeli umsorgt, ich könnte stundenlang zusehen, wie besorgt eine solche Mutter ist und auch wie der Güggel (Hahn) die eintage alten Kücken lehrt zu picken. Auch ist es eine Freude, meiner Kuh zuzuschauen wie sie ein Kalb bekommt und das dann umsorgt und lehrt. Tausend andere Freuden auf unserem kleinen Hof erfreuen meine Seele, selbst ein Überflug eines Schwarm Papageien und das Wachstum der Pflanzenwelt. All das hat nichts mit dem Weltgeist zu tun, aber ist eine, durch die Materie begünstigte Hilfe bei der Entwicklung der Seele und des Geistes (Gottes) in uns. Alle diejenigen, welche schon einmal bei uns waren, haben das in wertvoller Erinnerung.

Sollte es aber darum gehen, die schönsten, bequemsten und wertvollsten Einrichtungsgegenstände sich anzueignen, das beste Essen, die entzückendste Abendunterhaltung zu geniessen, so hat das nichts mit dem Erschaffen Gottes zu tun, sondern mit dem Erschaffenen des Menschen. Auch hier sollten wir uns immer überlegen, ist etwas von Gott oder dem Menschen, dient etwas dem Heilsplan Gottes oder lediglich der sinnlichen Lustgewinnung?

Und genau dieses "Drauf-aus-sein" der täglichen und stündlichen Lustgewinnung ist der Weltgeist, welcher im Kampf gegen den Geist Gottes steht. Weshalb? Der Geist Gottes (Jesus Christus, das Licht, die Wahrheit, die Kraft Gottes) kann nur in einer absolut reinen Umgebung wachsen. Nur da, wo die ganze Seele, das ganze Herz und das ganze Gemüt (Gefühlswelt) auf das Himmlische Leben ausgerichtet ist. Da wo das Gottlose noch Platz im Herzen hat, wird das Göttliche am Wirken gehindert.

Was heißt das im praktischen Leben?

Da wo der Fernseher, also das Fenster zur Welt noch eine Rolle spielt, sind Gebetserhörungen eine absolute Seltenheit und da wo den fünf Sinnen Raum gegeben wird, sind auch Krankheiten alltäglich, was man ja in allen Glaubensgemeinschaften unschwer sehen kann. Diese Lauheit in den christlichen Gemeinden ist nicht nur sehr verbreitet, sondern stellt den Normalfall dar!! Wo ist die Kraft Gottes sicht- und spürbar? Wo wird der Glaube gelebt und nicht nur davon gesprochen? Dieser Rat soll für alle gelten:

Rede nicht vom Glauben, wenn du ihn nicht beweisen kannst!

Und das wahre Glaubensleben funktioniert halt wirklich nur dann, wenn dem Weltgeist in uns Einhalt geboten wird. Es ist kein Verzicht, die Freuden der Sinne zu unterbinden, das wäre Zwang und Zwang ist das Gegenteil von Freiheit. Wir aber sind zur Freiheit geboren und es ist eine Freude, die Sinne, also die wahren geistigen Bremsklötze des Geistes zu überwinden.

 

Jesus segne Dich!

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.