Mittwoch, 12. Dezember 2012

Leben Engel unter uns? I


 

Natürlich leben Engel unter uns, wenn wir die Frage so verstehen, ob Engel geistig mit uns sind. Nun, das dürfte hoffentlich keine Frage mehr sein, denn das materielle und das geiustige Leben geht Hand in Hand und man kann das nicht trennen. Man kann also nicht sagenh, hier istr die Materie und dort das Geistige.

Aber darauf zielt die Frage nicht ab. Vielmehr geht es mir darum, ob Engel materiell unter uns sind, also nicht in einem Geist-Leib, sondern in einem materiellen Leib, der denen von uns Menschen nicht zu unterscheiden ist.

Die Bibel erzählt uns einige Male, daß Engel in ihrem Geist-Leib den Menschen erschienen, das bekannteste Beispiel ist wohl die Erscheinung des Erzengel Gabriel bei Maria, als er ihr die Schwangerschaft und die Geburt Jesu verkündete. Viele andere Geschichten in der Heiligen Schrift legen von solchen Erscheinungen Zeugnis ab. Und jedesmal hatte eine solche Erscheinung dieselbe Folge beim Menschen: sie fürchteten sich, sie waren im ersten augenblich wie gelähmt, ja es standen ihnen die "Haare zu Berge" und sie hatten eine Gänsehaut. Deshalb waren die ersten Worte dieser Gottgesandten Engel immer: "Fürchte dich nicht".

Etwas ganz anderes ist es aber, wenn ein Engel in einem, sagen wir mal: "angenommenen" materiellen Leib erscheint. Dann wäre dieser Engel von einem "normalen" Menschen nicht mehr zu unterscheiden. Gibt es solche Erscheinungsformen? Leben Engel unter uns – und wir wissen es nicht?

Paulus (beziehungsweise der Hebräerbrief-Schreiber) hat diese Frage nie gestellt. Er ging davon aus, daß unter den Menschen Engel leben ohne daß erstere dies merken. In einer kurzem Bemerkung stellt er fest: "Gastfrei zu sein vergesst nicht, denn dadurch haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt" (Hebr. 13. 3)

Diese Bemerkung wirft viele Fragen – und beantwortet aber auch viele.

Wenn Engel schon bei uns eingekehrt sein könnten ohne daß wir das wissen, dann heißt das: Engel können einen menschlichen Leib materialisieren und diesen natürlich wieder auflösen. Damit stehen die Engel über der Materie und diese ist ihnen untertan, sie beherrschen die Grenzen zwischen Geist und Materie – oder anders ausgedrückt: sie kennen keine Grenzen zwischen Geist und Materie!, diese beiden gehören zusammen und sind demnach nicht zu trennen!

Wie wir noch sehen werden, widmet die Bibel ein ganzes Buch dieser Frage und beschreibt, wie ein Engel einen genau definierten Auftrag auf Erden ausführen  muß, der einige Wochen Zeit in Anspruch nahm – und keiner der beteiligten Personen merkte etwas!

Ein materialisierter Engel kann gehen, sich kleiden, essen, hören, sprechen, reiten – ja, er kann alles, was ein Mensch auch kann. Er kann aber noch mehr: plötzlich auftauchen und ebenso plötzlich wieder verschwinden.

Daß dies aber nicht nur interessante oder lustige Geschichten sind, werden wir in der Folge noch sehen.

Ein Erlebnis möchte ich hier wiedergeben, das ich der Webseite "Lebenswinke" entnommen habe. Wenn der Autor dieses Berichtes hier von Jesus spricht, so glaube ich ihm das, es kann aber genau so gut ein Engel sein. Eine Handlung, den ein Engel im Namen und im Auftrag Jesu tut, ist dieselbe, wie es Jesu selbst täte.

Begegnung in Hameln: 2003

Ein Freund, ja mehr noch ein Bruder war zu Besuch bei uns. Wir hatten uns auf diese Begegnung gefreut, und ich sagte unwillkürlich, daß wir doch nach Hameln fahren möchten und wer weiß, vielleicht treffen wir Jesus. Wir waren alle in einem Hochgefühl, und von daher waren diese Worte auch keine Blasphemie, sondern waren schon tief aus dem Herzen. 

Die Kinder waren begeistert, und so fuhren wir denn auch schon los, und wir zeigten unserem Besucher einige schöne Stellen in dem Städtchen, u.a. auch den Dom und das Hochzeitshaus mit seinem Glockenspiel. Hameln ist bekannt wegen der Geschichte vom Rattenfänger und besitzt wunderschöne Sandsteinhäuser, auch Fachwerkhäuser aus früheren Zeiten, die nach dem Krieg und vor allem in den 60er Jahren wieder vollständig hergerichtet wurden. 

Wir standen nun vor der großen Treppe am Marktplatz auf der Seite, wo sich über uns das Glockenspiel des Hochzeitshauses befindet. Es war um die Mittagszeit, aber das Glockenspiel mit der Rattenfängerthematik hatten wir vorerst verpaßt, allerdings kannten wir es, denn wir kennen diese Stadt, die sich unweit unserer Heimat befindet auch sehr gut. Aber wir hätten es gerne unserem Bruder gezeigt. Etwas später würden die Figürchen wieder hervorkommen, aber solange gedachten wir auch nicht zu bleiben. Jedenfalls standen wir 4 Personen (2 Kinder und R. + ich) dort herum und schauten nach oben, als die beiden Jungs plötzlich erstarrten und zu mir hinauf schauten, denn ich stand auf der oberen Stufe - etwas oberhalb von ihnen. 

Sie hörten mir nicht mehr zu und waren ganz gebannt von etwas, was neben mir stehen mußte, und ich hörte, wie sie leise und völlig überrascht: „Jesus! Jesus! Jesus!“ sagten. Das überraschte mich nun, und ich drehte mich zur Seite, und ca. einen Meter neben mir stand unerklärlicherweise jemand, der da vorher nicht gewesen war. Es war ein junger Mann um die dreißig in einer jüdischen Tracht mit langen Locken und einem kleinen Hütchen auf dem Kopf, und er wirkte so, als wenn er genau dort hingehören würde. Also nichts, was irgendwie fremd war. Mir kam er sehr bekannt vor, und da ich selbst als Lieblingsbild Jesu das Bild nach den Angaben der Faustina schätze, so fiel mir zwar eine Ähnlichkeit auf, aber es paßte irgendwie nicht zu der Bekleidung, und ich selbst hing dann irgendwie innerlich fest.

Ich schaute dabei zu den Kindern und rief sofort aus, daß ich den Mann kennen würde, aber das sei nicht Jesus. Mir war gar nicht bewußt, daß dieser Mann ja neben mir stand, - wie überhaupt alles anders war. Nichts um uns herum sprach uns an. Es gab nur den jungen Menschen und uns, genaugenommen gab es in diesem Moment nur Jesus und mich, und doch getraute ich mich nicht, Ihn zu erkennen. Also drehte ich mich wieder zu den Kindern und unserem Besuch und dann wieder zu Ihm hin – und Er war weg. Für uns völlig überraschend war Er weg, und wir hätten es bemerken müssen, denn auf einer großen Treppe auf einem großen und freien Platz verschwindet niemand einfach so.  

„Oh Papa!“ riefen die Kinder, „Das war Jesus!“ Ich war völlig zerknirscht, denn sie hatten recht, es war Jesus, und wir schwiegen dann innerlich bestürzt, und ich fühlte mich nicht so gut. „Okay!“, sagte ich dann: „wenn wir Ihn wiedersehen, dann stürzen wir auf ihn zu, und dann kommt Er uns nicht so einfach davon!“ Wir gingen mit diesem Kompromiß irgendwie weiter, und jeder fühlte sich dann innerlich beschwingt.  

Als wir dann in einem kleinen Bücherladen von „Weltbild“ standen, sahen wir, wie Jesus in der Ecke der Religionsbücher stand. Er drehte sich um und kam uns entgegen, und wir standen nur da - und kurz bevor Er bei uns war – war Er weg. Ich weiß nicht, wie wir reagiert hätten, aber es war schon ein unglaublich großartiges Gefühl. Uns war die ganze Bedeutung dieses Vorfalls in diesem Moment nicht so bewußt, wir waren ein wenig betäubt, und erst später wurde uns klar, was da geschehen ist.

Jahre vorher, schon bei der Lektüre des Lorberwerkes, war es der sehnlichste Wunsch von mir und meinem Bruder, daß wir Jesus so konkret sehen wollten, wie wir es diesmal getan hatten. Doch damals hatten wir Ihn nicht gesehen oder wir waren noch zu unreif gewesen und konnten Ihn deshalb vielleicht auch nicht erkennen. Bei dieser Begegnung erinnerte ich mich an die Heftenreihe von Max Seltmann und besonders daran, wie traurig Ursus war, weil er den Vater nicht rechtzeitig angetroffen hatte – und dann war Er da."

Soweit also diese rührende Geschichte. In der nächsten Folge wollen wir sehen, was die Heilige Schrift zu den materialisierten Engel unter uns sagt und wir wollen uns sensibilisieren, daß

1. wir in jedem Menschenherzen Jesu selbst sehen können und sollen,

2. daß unser Leben in allem wahr sein muß, denn wir können damit rechnen, dass die geistige Welt ein wachsames Auge auf uns hat und

3. daß, wenn wir um Göttlichen Beistand bitten, wir diesen in jedem Falle auch erhalten.

Jesus segne Dich!