Das dürfte für einige wieder eine kuriose
Frage sein. Wer Vergebung seiner Sünden hat, der ist erlöst und errettet. So
würde jeder Pastor in der westlichen Hemisphäre behaupten, denn Vergebung aller
Sünden erhalten wir aus Gnade durch den Tod Jesus Christus an Kreuz. Frage: Ist
denn die Sünden-Vergebung die höchste Gnaden-Gabe Gottes für alle, die an Ihn
glauben? Es gibt wohl kein Pastor, der diese Frage mit Nein beantworten würde.
Und doch ist es so: Jesus ist nicht am Kreuz für die Sündenvergebung gestorben sondern für die Erlösung von der Sünde!
Er hat Sein irdisches Leben für die
Erlösung aus der Sünde geopfert. In dieser Erlösung ist natürlich die Vergebung
der begangenen Sünden mitenthalten. Alle Welt ist fokussiert auf die Vergebung,
aber von der Erlösung will kaum jemand etwas wissen oder meint eben, die beiden
Begriffe bedeuten dasselbe.
Was ist der Unterschied?
1. Die Vergebung
Die Kirchen lehren, dass wir (allein)
durch den Glauben an Jesus Christus selig werden und Vergebung unserer begangenen Sünden erhalten.
Aber nicht nur die vergangenen, sondern auch die zukünftigen Sünden sind uns
bereits vergeben. Das heisst, in jedem Fall kann uns keine Sünde mehr
angerechnet werden –wenn wir glauben (akzeptieren, gut heissen), dass Jesus
Christus Gottes Sohn ist. Das kommt einem perfekten Persil-Schein gleich. Vor
2000 Jahren ist Christus gestorben, und heute gibt es keine Sünden mehr! Und
die einzige Bedingung dazu ist die Akzeptanz der Gottes-Sohnschaft von Jesus
Christus. Er habe die Sünden getilgt und damit ist der Glaubende, bzw.der
Akzeptierende heilig, rein und gerecht.
Das lehren, wie gesagt, die Kirchen. Die
Bibel jedoch sieht das nicht so. Nehmen wir das Beispiel vom reichen Jüngling,
welcher in einigen Übersetzungen auch „Oberster der Juden“ genannt wird. Dieser
Mann hörte die Aussagen Jesu und war Seiner Lehre offensichtlich ergeben, denn
er fragte ihn selbst interessiert, was er tun sollte, um ins Himmelreich zu
kommen, oder frommer ausgedrückt, um selig zu werden.
Die Antwort Jesu ist sehr bemerkenswert.
Sagte Er „glaube an Gott und du wirst selig werden!“? Nein, Jesus antwortete,
dass er ohne Sünden leben sollte. Er sagte, er solle alle Gebote halten. Dieser
offenbar fromme und reiche Jüngling entgegnete Ihm, dass er diese bereits
eifrig einhalte.
Und nun wirds erst richtig interessant.
Nach neuzeitlicher Evangeliums-Lehre müsste spätestens jetzt Jesus entgegnet
haben, dass er an Ihn oder an den Vater im Himmel glauben sollte und er wäre
gerettet. Aber Jesus sagte das nicht. Warum? Weil dieser Mann ja offensichtlich
bereits an Gott glaubte und dieser Aufforderung nicht mehr bedarf. Und trotzdem
dass er ein Glaubender war, forderte ihn Jesus zu einer Tat auf, welche dieser
Mann unmöglich erfüllen konnte: nämlich alle seine Besitztümer zu verkaufen und
den Erlös an die Bedürftigen verschenken.
Dies war eine persönliche Bedingung Jesu
an einen Gläubigen. Nichts von „Glauben-allein“! Nicht nur das Einhalten der Gebote
brachte ihn in den Himmel, sondern allein die Absage an die Bindung zur Welt,
zur Materie und zum Vergänglichen. Also, die Rede ist nicht von Sündenvergebung
und nicht vom Glauben, sondern von der Erlösung von der Welt.
Soweit die Lehre Jesu. Weshalb lehren
aber die Kirchen etwas anderes? Und worauf ist diese unterschiedliche Lehre
zurückzuführen? Lange habe ich darüber nachgedacht, weshalb fast alle Kirchen
von der Sündenvergebung durch den Glauben allein derart eingenommen sind, dass
sie nichts anderes gelten lassen. Lange hats gedauert, bis ich die Antwort
bekam. Der „Glaube-allein“ ist es, welcher heute als Doktrin in der Kirchen-Welt
alleinige Gültigkeit hat. Und dieses „Allein“ ist eine Schöpfung von Dr. Martin
Luther. Es wird von der lutherischen Theologie freimütig zugegeben, dass Luther
dieses Wort selbst hinzugefügt hat, da es in den verschiedensten Urtexten nicht
existiert, jedenfalls nicht im Zusammenhang mit „durch den Glauben allein seid ihr gerettet“.
Die Sündenvergebung, welche somit sehr
einfach zu erlangen ist, wird nun als alleiniger Garant gelehrt, um in den
Himmel zu kommen.
Und wenn es noch so wäre, dass diese Vergebung
vor 2000 Jahren als einzige Bedingung gälte, so wird sie dennoch falsch
gelehrt. Denn niemals nur der Glauben-allein, sondern handfeste Werke, also Tätigkeiten
wären die mindesten Vorbedingungen:
1.
Sündenerkenntnis und die daraus
hervorgehende Reue und Busse sind die erste Teilbedingung für die Vergebung.
2.
Dann folgt die Umkehr. Also das
Verlassen des gottlosen, das heisst, des sündigen Lebens. Nicht mehr sündigen,
heisst die Devise!
3.
Die dritte unverzichtbare
Teilbedingung ist das Vergeben all denen, welche gegen uns sich versündigt
haben.
Ohne diese Werke gibt es keine Vergebung.
Wo bleibt nun das „allein durch den Glauben“°? Wir sehen, dass uns Martin Luther
mit dieser offensichtlich falschen Lehre in die Irre geführt hat.
Nun kommt aber noch ein Punkt dazu.
Paulus erklärt uns im Römerbrief (Kap. 1), dass Gott die Menschen dahingeben
hat „in die Gelüste ihrer Herzen, zur
Unreinigkeit, daß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren ... als
solche, die voll sind von aller Ungerechtigkeit, Schlechtigkeit, Habsucht,
Bosheit; voll Neid, Mordlust, Zank, Trug und Tücke,Parallelstellen anzeigen Ohrenbläser,
Verleumder, GottesverGottächter, Freche, Übermütige, Prahler, erfinderisch im
Bösen, den Eltern ungehorsam;Parallelstellen anzeigen unverständig,
unbeständig, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig;Parallelstellen anzeigen welche,
wiewohl sie das Urteil GottesGott kennen, daß die, welche solches verüben, des
Todes würdig sind, es nicht nur selbst tun, sondern auch Gefallen haben an
denen, die es verüben“. Alle Menschen sind dem preisgegeben, wohlverstanden!
Weil nun die Menschheit diesem gottlosen
Treiben preigegeben sind, so ist es mit einer billigen und pauschalen
Sündenvergebung nicht getan. Dieser esotherische „Glauben“ gibt dem „Gläubigen“
eine Schein-Sicherheit und damit eine Illusion.
Um aus diesem „Dahingeben“ oder „Preisgegeben“
an die Sünde errettet zu werden, braucht es die Erlösung.
2. Die Erlösung
Dieses Dahingegeben-Sein an die Sünde hat
noch einen anderen Namen: die Knechtschaft der Sünde. Der Menssch ist der Sünde
Knecht, wie Paulus dies sehr treffend und absolut nachvollziehbar im Kap. 7 des
Römerbriefes beschreibt und schliesslich verzweifelt fragt: „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen
von diesem Todesleib?“ Paulus fragt das zwar, die Antwort wusste er aber
schon, denn im vorhergehenden Kapitel 6 hat er die Lösung schon erwähnt:
„Wisst ihr nicht: Wem ihr euch als Sklaven
hingebt, um ihm zu gehorchen, dessen Sklaven seid ihr und müsst ihm gehorchen,
es sei der Sünde zum Tode, oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit? Gott aber sei
Dank, dass ihr Sklaven der Sünde gewesen, nun aber von Herzen gehorsam
geworden seid dem Vorbild der Lehre, das euch überliefert worden ist. Nachdem
ihr aber von der Sünde befreit wurdet, seid ihr der Gerechtigkeit dienstbar
geworden.“ (Röm. 6. 16)
Nun sehen wir genau, dass es eben nicht allein
um die Vergebung der Sünden, sondern um die Befreiung aus der Knechtschaft der
Sünde geht. Wer aber aus dieser Knechtschaft befreit ist, hat auch automatisch die
Vergebung der begangenen Sünden!
Nun sehen wir die Bedeutung, welche Jesus
veranlasste, dem reichen Jüngling diese schon erwähnte Antwort zu geben. Es
geht um die Aufgabe der Bindung an die Welt, welche eben diese Knechtschaft der
Sünde ist.
Die Kirchen, und damit meine alle die
lutherischen Landes- und Freikirchen, welche übrigens in der ACK und auch im
Weltkirchenrat zusammengefasst sind, kennen die Erlösung aus der Knechtschaft
der Sünde nicht! Für sie ist die Erlösung einfach die Vergebung.
Wo findet man den Urheber dieser offenkundig
falschen Lehre? Richtig, ebenfalls bei Dr. Martin Luther. Dieser Mann kannte
keine Erlösung aus der Knechtschaft der Sünde, er lehrte stattdessen, dass wir Menschen
„Sünder und Gerechte zugleich (simul
iustus et peccador)“ seien. Es ist ja schon verwunderlich, dass sich solche Irrlehren
bereits über 500 Jahre halten können.
Ein anderer Mann, Nikodemus, fragte
ebenfalls Jesus, was er tun müsse, um in den Himmel zu kommen. Ihm gab Jesus
die bekannte Antwort, dass er wiedergeboren werden müsse. Diese Wiedergeburt
bezwecke, dass die alte Natur ausgezogen und die neue Natur angezogen werden
müsse. Das Aalte sei dann vergangen, und alles werde neu. Eben, eine Geburt aus
dem Geist. Wenn die Seele den alten Adam durch den Neuen ersetzt hat, dann bedeutet
es dasselbe, wie beim reichen Jüngling, dass plötzlich nicht mehr die Materie,
sondern nur noch das Geistige zählt. Nicht mehr das Aussen-, sondern nur noch
das Innen-Leben zählt! Dieses Leben aus dem Geist entspricht der Erklärung des
Paulus im Römerbrief im 8. Kapitel.
Die Kirche aber, bzw. die ACK-Kirchen,
lehren, dass diese Wiedergeburt bereits bei der Bekehrung stattfindet.
Ungeachtet dessen, dass nach der Bekehrung noch alle alten Begierden und Leidenschaften
noch voll funktionsfähig sind! Doch woher kommen solche Ansichten, welche zur Doktrin
geworden sind? – Ja, richtig geraten, der Urheber ist auch hier Dr. Martin Luther,
weil er seine Bibel dahingehend modifiziert hat, dass er an allen betreffenden
stellen nicht von „wiedergezeugt“ sondern von „wiedergeboren“ spricht. (Beide
Ausdrücke haben dasselbe griechische Wort genneo
als Basis.)
Wenn wir also Vergebung unserer Sünden
haben wollen, dann müssen wir die Erlösung aus deren Knechtschaft anstreben.
Dieser Weg ist schmal und mit vielen Disteln und Dornen versetzt. Dieser Weg
aber hat ein Ziel und wer diesen Weg gehen will, hat die Hälfte bereits
schon zurückgelegt!
Jesus segne Dich!
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