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Samstag, 17. Januar 2026

Die wichtigste Entscheidung unseres Lebens.

Über das Dienen zweier Herren gleichzeitig, in einem Leben zwischen zwei Welten.


Eine Untersuchung der Zusammenhänge zwischen der Bergpredigt (Matthäus 6,24) und dem Versprechen des Geistes der Wahrheit oder Heiligen Geistes in Johannes 14,15-27 als Orientierung für unseren Gehorsam und unsere Liebe.




Einleitung


01. Lieber Leser, wenn du auf dieser Seite gelandet bist, hat dich vielleicht eine höhere Macht, die dich sehr liebt, hierher geführt. Tatsächlich hat dieselbe Kraft mich dazu gebracht, das zu schreiben, was du lesen wirst, soweit du lesen wirst. Du solltest wissen, daß ich schreibe, um mitzuteilen, was offensichtlich klingt, aber nicht so einfach ist, wie es scheint, denn es kommt nicht darauf an, was gesagt wird, sondern mit welcher Absicht etwas gesagt wird. Und jetzt fragst du dich vielleicht, was meine Absicht bei dieser Kommunikation ist. Meine Absicht ist es, Mauern einzureißen, damit das Licht, das diese Mauern, die mentale Mauern sind, verdeckt haben, dich erreichen kann. Dieses Licht, das auf dieser Seite in Worte gefasst wurde, könnte eine neue innere Landschaft für dich schaffen und so die äußere Landschaft, die Landschaft deines Lebens, verändern, die du dann mit neuen Augen sehen würdest. 


02. Du siehst, daß es gar nicht so einfach war, denn ich habe mir nicht wenig vorgenommen, aber ich hoffe, daß es dennoch nicht zu viel ist. Das, lieber Leser und Freund, ist meine Absicht, und mein grundlegendes Kriterium ist der Nutzen: Worte, die gesprochene und die geschriebene Sprache so zu verwenden, daß sie für den Leser nützlich sind, nützlich, um neue Verbindungen in seiner Seele zu schaffen, denn, wenn mir das nicht gelingt, weiß ich, daß er das Gelesene bald aus seinem Herzen verwerfen wird und die Mauern weiterhin bestehen bleiben. 


03. Ich für meinen Teil habe lange über den Nutzen dieser Überlegung nachgedacht; darüber, wie ich sie in einem Text, dessen Lektüre nicht länger als 20 Minuten dauert, darlegen und aufschlüsseln kann, denn wir haben nicht viel Freizeit, oder? Das Schreiben wird mich jedoch mehrere Stunden kosten, verteilt auf mehrere Tage, denn was gut gemacht sein soll, muss mit Ruhe und Geduld getan werden. Das Lesen wird dir viel weniger Zeit kosten, und vielleicht wird das, was du aus diesen Worten herauslesen kannst, in deiner Seele wie ein Samenkorn des Lichts und des Lebens keimen, das eines Tages zu einem großen, schönen Baum heranwachsen und viel Frucht tragen wird. Aber das, mein Freund, hängt glücklicherweise viel mehr von dir als von mir ab. Es hängt vor allem davon ab, an welchem Punkt du dich auf deiner geistigen Reise zu dir selbst befindest. 


04. In dieser Überlegung, die von der Bergpredigt inspiriert ist, reden wir über Liebe, Gewissen und darüber, daß wir uns wahrscheinlich alle hier auf der Erde in einer Zeit befinden, die von einem geistigen Kurswechsel geprägt ist, ja einer 180-Grad-Wende, nach einer Phase, in der wir Menschen versucht haben, ohne Gottes Hilfe durch den Fluss des Lebens zu navigieren. Wir werden über das doppelte Spiel der Gehorsamkeit nachdenken, das alle Religionen und ihre Sekten seit Jahrhunderten spielen; ein Spiel, das Jesus in der Bergpredigt entlarvt. Die Geistlichen der Kirchen auf der ganzen Welt haben ein Schattenspiel inszeniert, um die Blicke auf sich zu lenken und sie vom wahren Gott abzuwenden, indem sie sich selbst und denen, die ihnen gehorchen, erlauben, weiterhin zwei Herren zu dienen: der Welt und einem Gott, der nach ihren Wünschen gestaltet ist. Angesichts dieses Spiels der Lügen und des Missbrauchs haben sich viele von der Religion abgewendet und tun dies auch weiterhin, wobei sie oft auch Gott in sich selbst ablehnen, wo er in Wirklichkeit nie erweckt wurde, denn es gab nie eine echte Verbindung zu Seinem Geist. Die Befreiung von der Unterdrückung durch die Religion führte durch einen Machtwechsel dazu, daß Gott aus unserem Leben verschwand. Die wahren Gläubigen konnte man an einer Hand abzählen. Der Rest, die große Mehrheit, lehnte Gott entweder komplett ab, wo andere nur den leeren Ritualen der Kirchen folgten und weiterhin blindlings folgen. Letztere, die aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit einer Konfession angehören, sind diejenigen, die zwei Herren gleichzeitig dienen, was laut Jesus nicht möglich ist, weil wir nicht zwei Herren gleichzeitig lieben und treu sein können. Aber wir richten diese Überlegung nicht nur an diejenigen, die zur Messe gehen, ohne Gott zu lieben, sondern auch an unser eigenes Gewissen. Dazu müssen wir aber verstehen, wie wichtig dieses Thema für unsere Seele ist. Machen wir diese Überlegung also zu einer persönlichen Übung in Aufrichtigkeit. Lasst uns diese Übung mit unserer Fähigkeit, treu zu sein, anfangen. Treu zu sein und in der Liebe zu etwas oder jemandem treu zu bleiben, ist eine entscheidende Fähigkeit für die Erlösung der Seele vom Gericht der Materie; eine Fähigkeit, die der Herr als Maßstab für die Aufnahme der Seele in die geistige Welt nimmt. Deshalb ist die eheliche Treue so wichtig, denn sie ist der Prüfstein für die Liebe zum Herrn, da die Ehe zwischen Mann und Frau der Ehe in Gott zwischen Liebe und Weisheit entspricht, die niemals getrennt werden dürfen, was in Gott natürlich nicht der Fall ist, denn Seine Liebe beinhaltet immer höchste Weisheit, die zur göttlichen Ordnung in der gesamten Schöpfung führt. Allerdings sind Liebe und Weisheit in uns nicht unbedingt miteinander verbunden, weshalb wir sündigen und deshalb ein Leben voller Angst und Schmerz führen, aus purer Untreue, weil unsere Liebe ohne die richtige Weisheit, ohne das Licht des Geistes, versucht, zwei oder mehr Dinge gleichzeitig zu lieben und zu befolgen. Wenn Jesus uns warnt, dass wir nicht zwei Herren gleichzeitig dienen können, macht er uns auf unsere Untreue aufmerksam, die aus der Trennung von Liebe und Weisheit in der Seele entsteht, die noch nicht im göttlichen Geist aufgenommen wurde. Ich weiß, daß du schon viel zu verdauen hast, lieber Leser, aber hab Geduld und verlier nicht das Interesse.


05. Schau dir noch einmal den Titel oben an: „Die wichtigste Entscheidung unseres Lebens”. Ich bin kein Fan von reißerischen Überschriften, aber ich versichere dir, daß diese keine Übertreibung ist. Es ist so, daß wir alle irgendwann in unserem Leben, bewusst oder unbewusst, diese wichtige Entscheidung treffen, die ich in dieser Reflexion zu erklären versuchen werde. Diese Entscheidung beeinflusst, wie der Untertitel sagt, wen wir in diesem Leben lieben, denn in Wahrheit dienen wir alle jemandem, weil wir alle bestimmte Regeln befolgen, die uns auferlegt werden oder die wir glauben, frei gewählt zu haben. Diese Entscheidung über unseren Gehorsam treffen wir oft einfach aufgrund unseres Umfelds und der Meinung unserer Mitmenschen, manchmal aufgrund einer großen Enttäuschung oder eines Verlustes und manchmal aus purer Unwissenheit. Über all diese Schatten, die Schatten der Umgebung, die Schatten der Enttäuschungen dieses Lebens und die Schatten der schlichten Unwissenheit, möchte ich einen Lichtstrahl werfen und eine biblische Warnung weitergeben, die ich mir selbst fast jeden Tag gebe, weil ich in einer sehr lauten Welt lebe, die meine ständige Aufmerksamkeit fordert. Der Druck, den die Welt auf uns alle ausübt, ein psychologischer Druck, den einige bewusst auf andere ausüben, ist ein wichtiger, wenn nicht sogar unverzichtbarer Bestandteil unserer geistigen Transformation. Er führt dazu, daß wir alle, ohne Ausnahme, und dafür sind wir hierher gekommen, diese kritische Entscheidung über unseren Gehorsam treffen müssen. Wenn du dir dessen bisher nicht bewusst bist, weil die Seele sich gerne ihren Wünschen hingibt, ohne sich einem Gericht zu unterwerfen, dann ist jetzt vielleicht ein guter Zeitpunkt, die Karten auf den Tisch zu legen. 


06. Wir gehen dafür zuerst zu der Stelle in der Heiligen Schrift, den Evangelien, auf die sich der Untertitel bezieht, um die Umrisse des Hauses zu skizzieren, das wir bauen wollen, oder des Gartens, in dem wir diesen Samen des Baumes des Lebens säen wollen. 



Die Heilige Schrift. 


07. Im Matthäusevangelium, Kapitel 6, Vers 24, sagt Jesus in seiner berühmten Bergpredigt, daß man nicht zwei Herren gleichzeitig dienen kann, weil man am Ende einen von ihnen hassen würde. Er schließt mit den Worten, daß man nicht gleichzeitig Gott und der Welt dienen kann. Damit bringt Jesus uns in eine Angelegenheit, die für unser Leben wichtig ist. Er sagt uns, daß wir uns entscheiden müssen, weil das, was wir tun, nicht standfest ist; es ist Heuchelei. Die Bergpredigt ist nicht irgendeine Stelle in der Bibel; sie legt Verhaltensregeln fest und zieht klare moralische Grenzen. In dieser Predigt verbessert Jesus Regeln, die auf den mosaischen Gesetzen basieren und die wir Menschen nach Belieben verändert haben. Er sagt uns auch, daß man Gott nicht täuschen kann. Mit der berühmten Bergpredigt macht Jesus klar, worauf es ankommt. Aber in Vers 24 sagt Jesus uns nicht, daß wir Gott lieben müssen, sondern beschreibt uns im Grunde eine Situation, die in den Herzen der Menschen ziemlich verbreitet ist, nämlich alles haben zu wollen und mehr als eine Sache gleichzeitig zu lieben. Der Herr sagt uns ganz klar, daß das nicht möglich ist und nicht gut gehen kann, aber er zwingt uns nicht zu Gehorsam oder Liebe, sondern überlässt uns die Entscheidung, und zwar nicht irgendeine, sondern die Entscheidung, Gott oder die Welt zu lieben. Diese Entscheidung liegt bei uns und darf nicht aus Zwang entstehen, sondern aus unserer völligen Freiheit, damit sie Wert hat. Jesus warnt uns also nur vor einer Selbsttäuschung in unserer Liebe, vor einem Spiel, das Gott klar durchschaut. Im Grunde genommen kommt Jesus uns hier zu Hilfe, weil wir uns selbst in eine gefährliche Situation gebracht haben. Jesus zeigt mit dem Finger eines weiseren Bruders auf unser Herz; Er weist auf zwei Herren in unserem Leben hin: die Welt auf der einen Seite und Gott auf der anderen. Es gibt keine Möglichkeit, sie miteinander zu versöhnen, sie beide gleichzeitig zu lieben und ihnen zu dienen, denn unsere Liebe muss sich für einen von beiden entscheiden. So funktioniert Liebe, und wer etwas anderes denkt, ist ein Narr. Und zwar deshalb, weil er in seiner Dummheit glaubt, Liebe sei nur ein Gefühl. Jesus sagt uns aber, daß Liebe Leben ist, etwas, mit dem wir nicht spielen sollten. Gut, nehmen wir die Sache also ernst. Wir alle spüren intuitiv, daß wir Gott lieben sollen und nicht die Welt. Jesus steht nicht für das Materielle und Vergängliche, sondern für das Geistige und Ewige. Was uns nicht klar ist, ist, was es bedeutet, Gott zu lieben, und warum wir uns für Ihn entscheiden und die Welt ablehnen sollen. Auf diese Fragen werde ich versuchen, wenn schon keine Antwort, so doch zumindest eine kleine Orientierung zu geben. Die Antwort trägt jeder Mensch in seinem Herzen, wie wir später sehen werden.


08. Wir haben gesagt, daß Gott unsere Wahl sein sollte; alles andere würde in einem Bibeltext keinen Sinn ergeben, wie sich jeder vorstellen kann. Die Frage ist also nicht, wen wir als unseren Herrn wählen sollten, was Gehorsam bedeutet, sondern warum und wie. Wenn wir wählen sollen, müssen wir wissen, warum und wozu. Die Antworten auf diese Fragen sind tief in unserem Leben auf der Erde verankert, aber nicht in goldenen Buchstaben, sondern eher wie ein fotografisches Negativ, das wir entwickeln und positiv machen müssen, also zu unserer Wahrheit. In diesem Leben ist alles, sagen wir mal, verkehrt herum; was real erscheint, ist es nicht, und das Reale ist fast unmöglich zu sehen und zu verstehen, weil es geistiger Natur ist. Die Realität will hier erst mal enthüllt werden, sie zeigt sich uns nicht in greifbarer Form und Kontur, sondern als eine Kraft, eine Macht, die wir entdecken müssen. Ich werde versuchen, einen Tropfen Entwickler für diesen geistigen Laborprozess beizusteuern, in dem wir durch erleuchtete Liebe unsere Seele für die Unsterblichkeit „entwickeln” wollen. Dabei ist zu verstehen, daß die nämliche Entwicklung der Seele ein entscheidender Schritt ist, hinaus aus der Materie, an die sie durch ihre Liebe gebunden ist, hin zum Geist, also zu allem was geistigen Wert und Bedeutung hat, allzeit auf Gott bezogen, als der erste Geist, Urgeist oder das Erste.


09. Es muss auch klargestellt werden, daß Vers 24 in Kapitel 6 der Bergpredigt bei Matthäus keineswegs eine Einladung zum Leben in einem Kloster ist; es ist eine Anweisung für unsere Seele und die Hauptliebe, die sie empfindet. Dienen bedeutet in den Worten des Herrn lieben. Das wird uns deutlich vom Herrn im Johannesevangelium erklärt, bei Joh.14, bei der Verheißung des Heiligen Geistes. Gehorsam und Liebe. Gehorsam und Liebe werden auf dieselbe Ebene vom Herrn gestellt. Dort sagt Jesus folgendes: 14:15. Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote! und 14:21.Wer meine Gebote festhält und sie befolgt, der ist es, der mich liebt. - Es besteht eine deutliche Verbindung zwischen der Bergpredigt und der Verheissung des Heiligen Geistes, eine Entsprechung die uns nachdenklich machen sollte. Der Mensch hat jedoch, aus reiner Bequemlichkeit und um sich selbst weiter lieben zu können im weltlichen Dasein, rein äussere Massnahmen getroffen die nur dem Anschein dienen. Hier sollen die Gedanken aber nur unser Herz treffen und es erforschen. Wenn das Herz rein und aufrichtig geworden ist in seiner Liebe und Gehorsam, dann werden äussere Riten und Gewohnheiten, die nur der Täuschung dienten, von selbst abfallen. Wir müssen uns also nicht in eine Zelle oder Höhle zurückziehen und uns von der Welt entfernen, denn das würde niemandem nützen und sehr wenig unserer eigenen geistigen Entwicklung, denn sie würde auf eine Flucht aufgebaut sein. - Was wir kontrollieren müssen, wie Jesus uns sagt, ist unsere Liebe, denn diese Liebe wird uns dazu bringen, uns dem hinzugeben, was wir lieben, und niemand kann für immer zwei gegensätzliche Dinge wirklich lieben, ohne eines davon irgendwann abzulehnen. Und hier müssen wir verstehen, daß die Welt und Gott zwei Gegensätze sind, wobei uns die Welt als greifbare Realität durch Begierde und Angst stark anzieht, während Gott still ist und sich nicht zeigt. Ja es scheint sogar, als hätte er uns verlassen, wenn das Leben aus den Fugen gerät und uns Unglück trifft, sodaß man leicht zu dem Schluss kommen kann, daß Gott einfach nicht existiert. Es scheint damit am wahrscheinlichsten, daß wir unsere Liebe der Welt schenken, einer Welt, die zudem unsere Spuren trägt; stets mehr unser Abbild sein soll. Weltliebe ist deshalb, im Grunde genommen, Eigenliebe, denn wir neigen dazu uns in von uns gebauten Städten zu sammeln und zu verschanzen, entfernt von der gefährlichen Natur. Diese Welt lieben, mit allem was sie uns bietet, ist uns selbst als Herren und Herrscher zu erheben, was eine Gruppe Menschen, die wir Eliten nennen, natürlich zu ihren eigenen Gunsten immer schon gemacht hat. In dieser Liebe steht niemand, kein Gott, mehr höher als der Mensch selbst. Eigenliebe ist jedoch die Ursache von allen Konflikten in unserem Leben, von Trennungen, ganzen Völkerspaltungen und von blutigen Kriegen, die immer noch die Menschheit plagen. All das ist geschehen, weil niemand Gott und der Welt, also sich selbst, gleichzeitig dienen kann. - Genau davor will uns Jesus warnen, wenn er sagt, daß wir nicht zwei Herren gleichzeitig dienen können, daß wir am Ende, weil es einfacher ist, diese Welt, diese materielle Realität, zu unserem Herrn und Meister machen werden, und uns in ihr, weil wir nur dieses Leben als real und wahr ansehen werden. Und das tun wir auf zwei Arten: 1. indem wir Gott komplett ablehnen oder 2. indem wir so tun, als wären wir religiös, weil wir in einem familiären oder sozialen Umfeld leben, das uns mehr Vorteile bringt, wenn wir nach außen hin zeigen, daß wir die Riten und Bräuche unserer Religion befolgen. In dieser Situation befinden sich Millionen von Menschen, die von der Welt und ihren Möglichkeiten des Reichtums verführt sind und zur gleichen Zeit in religiöse Gewohnheiten gefangen sind, die rein formal sind und keinen wahren Inhalt haben, weil sie nicht auf der Liebe zu Gott beruhen. 


10. Aber unsere Überlegungen sind noch nicht geschlossen, denn Gott zu lieben und ihm zu dienen ist kein Muss, sondern eine freie Entscheidung. Damit diese Entscheidung wirklich frei ist, müssen wir gut über ihre Bedeutung und Konsequenzen informiert sein, was uns dazu bringt, uns zu fragen, wer wir sind und wohin wir gehen. Wir müssen wissen, daß die Liebe eine treibende Kraft ist, die uns formt und definiert. Die Entscheidung für die Welt, dieses Leben und alles, was es uns geben kann, Gutes und Schlechtes, definiert uns in einem bestimmten Sinne, dem materiellen, und die Entscheidung für Gott als unseren Ursprung und unser Ziel auf einer kreisförmigen Reise definiert uns geistig. Beide Definitionen unseres Seins sind diametral entgegengesetzt, weil die Liebe, auf die Welt und uns selbst oder auf Gott gerichtet, uns in unterschiedliche Zustände führt, so unterschiedlich wie Leben und Tod! Liebe hat Konsequenzen; lieben heißt, sich an das Geliebte zu binden; lieben ist ein Akt der Vereinigung, der den Zustand der vereinigten Teile verändert, wie Atome, die sich zu Molekülen verbinden, mit neuen und anderen Eigenschaften, die besser und nützlicher sind. Dieser Akt der Vereinigung durch Liebe darf nicht unüberlegt oder uninformiert erfolgen, wie ich bereits gesagt habe, denn in der Liebe leben wir oder sterben wir, wenn diese Liebe nicht erwidert wird. Es gibt Lieben, die uns den Himmel schenken, und andere, die ein dunkler, kalter und bodenloser Abgrund sind. Ich glaube, wir sehen schon die Bedeutung des Titels dieser Reflexion. Was aus der Ermahnung Jesu in der Bergpredigt hervorgeht, ist, daß sich viele verpflichtet fühlen, Gott zu gehorchen, aber viel mehr dazu neigen, in ihrer Liebe und Wünschen der Welt zu huldigen, wegen dem, was sie ihnen bieten kann. Diese Situation, zwei Herren gleichzeitig zu dienen, der Welt und Gott, bezeichnet Jesus, wie wir wissen, als eindeutig unhaltbar und lässt keinen Raum für einen Kompromiss. Deshalb ist es für uns interessant, seine Rede zu erforschen, die uns einlädt, eine Entscheidung zu treffen, was unseren Gehorsam und unsere Liebe betrifft. Es wird auch immer deutlicher, daß diese Entscheidung umwandelnd für unsere Seele ist, zum Guten oder zum Schlechten!


Gott oder die Welt.


11. Schauen wir uns an, wie sehr uns jeder der Herren, die dieses Leben bereithält, die Entscheidung leicht macht, wobei wir bedenken müssen, daß die Wahl, die uns am meisten auf den ersten Blick verführt, nicht unbedingt die beste sein muss. Und in diesem Sinne ist Gott aus mehreren Gründen ein klarer Verlierer, zum Beispiel wegen des Geheimnisses, das alles Göttliche umgibt, wegen der Verfälschung seiner Gestalt und seines Wesens durch die Religionen und weil Gott keine Werbung für sich selbst macht. Wir können ohne Zweifel sagen, daß die menschliche Seele hier auf der Erde nur wenige verlässliche Elemente hat, um die Waage ihrer Liebe und ihres Gehorsams gegenüber Gott zu ihren Gunsten zu neigen. Das Leben hier ist obendrein voller Schmerz und endet für alle mit dem Tod. Man fragt sich wie ein Gott das zulassen kann, also ob er überhaupt existiert. Gott, falls real, scheint weder einen klaren Trost zu bieten noch legale oder illegale Drogen zu liefern, damit wir uns in diesem turbulenten irdischen Dasein besser fühlen. Kurz gesagt, Gott macht sich für uns nicht sichtbar; vielmehr scheint es, als wolle er, daß wir ihn suchen, daß wir uns von einem Funken Hoffnung leiten lassen oder daß wir, gebrochen vor Kummer, uns an Ihn erinnern und versuchen, die Wahrheit in alten Texten unserer eigenen Kultur oder in fernen Religionen zu finden, die wir nicht gut verstehen, die uns aber einfach deshalb attraktiver erscheinen, weil sie nicht das Siegel unserer Kirche tragen. Gott versteckt sich, als unlösbares Mysterium, hinter all diesen Religionen, und es ist an uns, zu forschen, um ihn durch Riten und Gebete zu bitten, ihn anzuflehen, uns zu beschützen und zu akzeptieren, uns Frieden, Gesundheit und Wohlstand zu schenken. All dies tun wir, während wir aus den Augenwinkeln den anderen Herrn, die Welt, beobachten, um zu sehen, welchen Ausweg oder welche Abkürzung sie uns zu Glück und Frieden bietet. 


12. Auf der Erde zu leben, bedeutet, daß wir zwischen Materie und Geist stehen. Angefangen bei unseren unvermeidlichen körperlichen Bedürfnissen, um die wir uns kümmern müssen, wenn wir nicht in ein paar Tagen (vor Durst) oder Wochen (vor Hunger) sterben wollen, scheint die Materie die Realität zu sein, die uns in allem zufriedenstellen muss. Das wäre so, wenn wir nur physische, biologische Wesen wären. Jetzt frage ich mich, ob solche Wesen ohne Geist auf ihre Vorlieben in der Liebe hingewiesen werden können. Solche Wesen würden nämlich auf ausschliesslich materieller Basis ihre Befriedigung erhalten, ohne weitere Verlangen als Nahrung, Schlaf und ein Dach über dem Kopf. Von geistigen Sehnsüchten wäre da keine Rede. Niemand zweifelt daran, daß wir versuchen müssen, am Leben zu bleiben, frische Luft zu atmen und uns zu ernähren. Aber es ist eine Sache, zu essen, um zu leben, und eine ganz andere, zu leben, um zu essen. Das Erste bedeutet keinen Gehorsam zur Welt (Materie) im Sinne der Worte Jesu in seiner Warnung. Aber der Übergang vom Ersten, also der Befriedigung unserer natürlichen Bedürfnisse, zum Zweiten, also der vollen Hingabe der Seele zu den Sinnen, auf der Suche nach Vergnügen, macht uns zu Sklaven der Welt und lässt uns verstehen, daß es natürliche und unnatürliche Pflichten gibt. Wenn die letzteren, die wir uns selbst auferlegen, unser Leben bestimmen, wird die Welt zu unserem Herrn und Meister. Diese Welt stellt ihrerseits ihre eigenen Bedingungen, die als Träume angekündigt werden, die es zu verfolgen gilt, die aber im Grunde genommen Wege des Gehorsams sind, um unser Selbst an den Orten und in den Bereichen zu akzeptieren, an denen der Nutzen, den die durch unseren Einfallsreichtum verwandelte Materie bietet, die Verluste überwiegt, wenn das am Ende überhaupt möglich ist. Auch verspricht uns die Welt von Zeit zu Zeit Unsterblichkeit oder zumindest ein längeres Leben für diejenigen, die den Tod fürchten. Wenn wir von Seiten Gottes keine klare Gewissheit über die Transzendenz unserer Seele, die unser geistiges Ich ist, über den Tod des Körpers hinaus haben, dann hat auch die Welt bei weitem nicht einhalten können, was sie verspricht; sie hat nicht einmal die Gesundheitsprobleme lösen können, die die Wissenschaft erfolglos in eine ferne Erinnerung verwandeln will an eine Vergangenheit in der wir aus dem Paradies auf Erden verstossen wurden. Verschiedene Fantasien, wie der Transhumanismus oder sogar die Kolonisierung anderer Planeten, sind Teil des Marketings, das der Mensch für sich selbst betreibt, indem er zumindest in seiner Vorstellung die Grenzen erweitert, die ihm die Materie, auf die er sich so sehr stützt, setzt, und wir tun dies, indem wir implizit sagen, daß es kein Leben jenseits dieses materiellen Daseins gibt und daß Gott nicht existiert. Dennoch leben Millionen von Menschen, wenn nicht mit Gott, so doch mit ihren Religionen und Glaubensrichtungen verbunden, die auf Menschen zugeschnitten sind, die auf nichts verzichten wollen und zwei Herren gleichzeitig dienen, also, im Grunde, nur sich selbst. Hier greifen wir die Bergpredigt und die Worte des Herrn auf und versuchen, unser zweideutiges Spiel aufzudecken. Die Frage ist: Für welchen der beiden Herren werden wir uns am Ende entscheiden?


Rien ne vas plus.


13. Unsere Liebe steht auf dem Spieltisch. Die Welt drängt uns, auf sie zu setzen, auf die Philosophie eines kurzlebigen hedonistischen Existentialismus oder einen Stoizismus ohne Gefühle und Hoffnung. Die Welt sagt uns, daß die beste Liebe die Selbstliebe ist und daß dieses Leben sie maximal befriedigen muss, indem wir die Gegenwart leben. Sie behauptet unsere Sorgen zu beseitigen, aber ohne andere Unterstützung als einen eitlen Versuch, unsere Gedanken neu zu programmieren. Wir brauchen niemanden, keinen Gott oder höhere Macht, wenn wir Geld und die Techniken oder Technologien haben, die uns die unzähligen Glücksgurus verkaufen. Man fordert uns auf, auf eine Welt zu setzen, in der diese Technologie Gott und die Wissenschaftler ihre Priester sind. Wir wollen unterhalten werden, vertieft in unsere selbsterschaffene Realität, was sie zwangsläufig gut macht. Unterhalten und immer mehr in diese Realität verstrickt, ist unser Gehorsam gegenüber der Welt blind, bis zum Tod! Aber wer setzt alles auf Schwarz und behält nicht ein paar Chips für Rot, nur für den Fall? Die meisten Spieler am Roulette-Tisch dieses Lebens stürzen sich nicht in den Abgrund dieser Welt, sondern fallen, weil sie unentschlossen und lau sind, die Gott ablehnt und nicht erkennt, wenn sie diese harte Realität verlassen müssen, weil sie weder Ja noch Nein gesagt haben. Es sind diejenigen die heuchelnd “Herr, Herr!” gerufen haben, in auswendig gelernten Gebeten; Worte die nur von den Lippen, aber nicht vom Herz ausgesprochen wurden, weil ihre Liebe zu Gott sich niemals in guten Taten zu ihren Mitmenschen geäussert hat, denn ihre Seelen waren in der weltlichen Selbstsucht und die daraus entspringende Habgier gefesselt, freiwillig! Wer die Bergpredigt gelesen hat, kann auch das bei Mt. 7:19-21 lesen, wo ganz deutlich geschrieben steht: Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen. Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. - Hier denken wir über dieses Übel nach, um Abhilfe zu schaffen; um zu lernen, Ja zu einem einzigen Herrn in unserem Leben zu sagen. Die Frage ist, zu welchem. 


14. Ja, wir haben es schon gesagt: Gott macht es uns schwerer im Wettstreit um die Herrschaft über uns; es sieht fast so aus als wolle er diesen Kampf um unsere Seelen nicht gewinnen. Aber für diejenigen von uns, die ihn gesucht und gefunden haben oder gerade dabei sind, ihn zu finden, ist die Tatsache, daß er uns nicht bedrängt, sondern zurückhaltend ist, das, was ihn so attraktiv macht. Wir mögen Gott wegen seiner Stille und seinem leisen Säuseln, wie es Elija auf dem Berg Horeb hörte (1 Könige 19,12). Man kann sagen, daß es der höllische Lärm dieser Welt ist, der uns buchstäblich dazu getrieben hat, Gott an einem ruhigeren und helleren Ort zu suchen; einem Ort ohne die Angst, dies oder jenes erreichen zu müssen. Gott zeigt nicht nach außen, sondern nach innen und lädt uns ein, zu entdecken, daß es in unserem Wesen mehr gibt, als die Wissenschaft des Greifbaren beweisen und in einen Markt für Waren und Dienstleistungen verwandeln kann. In meinem Fall hat Gott still gewartet, bis ich vor einigen Jahren mehr vom Leben verlangte. Ich verlangte es nicht aus Mangel oder wegen meiner angeschlagenen Gesundheit, sondern aus Glück und Zufriedenheit, ein Leben ohne Schmerzen und Probleme zu führen. Aber dieses Glück beruhte fast ausschließlich auf „Dingen”, die früher oder später verschwinden oder sterben würden. Seit vielen Jahren war die Welt für mich schon ein Ort des ständigen Wandels und der Veränderung, an dem nichts in seiner Form dauerhaft ist. Es war eine Welt, die mich nie besonders angezogen hat. Und ich bekam eine Antwort, eine perfekt dosierte und meisterhaft strukturierte Antwort, deren Inhalt sich mir immer noch offenbart und die nicht zu enden scheint, sondern sich zu meinem Besten immer mehr bestätigt und klärt. Ich schreibe diese Überlegung nicht aus spekulativer Distanz oder aus rhetorischen Gründen, sondern aus persönlicher Erfahrung, die sich noch mitten im Entwicklungsprozess befindet. Und mein Geist, dieses Etwas mehr in meinem Wesen, das Gott mir in meinem Inneren gezeigt hat, versucht weiterhin, meine Liebe mit einem Licht zu erleuchten, das wie die schönste Musik ist.


15. Gott will nur eins von uns: daß wir uns zu 100 % sicher sind. Treue kann nicht auf Zweifeln aufgebaut werden. Deshalb sagt Jesus in seiner Bergpredigt, daß wir uns bewusst sein sollen, daß wir nicht zwei Herren gleichzeitig dienen können. Liebe kann nicht unter Spannung überleben und schon gar nicht gedeihen! Um das zu verstehen, müssen wir uns daran erinnern, daß wir tatsächlich zwischen zwei Herren, zwei Welten und eigentlich zwei Leben stehen, genau an der Schwelle zwischen Materie und Geist. Diese Stellung auf der Grenze zweier Realitäten ist unser Ausgangspunkt um unsere Liebe in die richtige Ebene zu leiten. Was das bedeutet, werden wir sofort sehen. Aber es reicht zu denken, daß wir Geister sind, geistige Wesen, von Gott als Urgeist und erste Ursache von allem, was existiert, geschaffen. Hier verbringen wir ein Leben auf der materiellen Ebene, eingeschlossen in einem physischen Körper. Gleichzeitig sind wir die letzte Stufe eines schöpferischen Evolutionsprozesses zur Rettung des Lebens im Universum durch Gott als Lebensquelle. Und letzte Stufe bedeutet nicht Ende, sondern Schwelle. Das zu verstehen ist wirklich wichtig, denn es bringt uns auf einen Weg, der ab hier auf eine ganz andere Ebene führt, wo der Boden durchsichtig wird, wenn wir unsere Augen für den Geist öffnen. Jetzt wird unser Ziel ein anderes Licht sein, das einer Sonne, die keine Schatten auf unseren Weg wirft. Aber nicht alle werden diesen Weg gehen, zumindest nicht im gleichen Tempo, was kein Problem ist, solange jeder mit den Kräften vorankommt, die ihm zur Verfügung stehen. Diese Kräfte müssen uns von der Sklaverei eines Herrn befreien, der uns noch immer zurückhalten will, weil er Angst hat, allein zu sein. Der Teufel sind wir selbst, niemand anders! Doch gegen seine Macht hat uns der Herr eine unbesiegbare Kraft aus Seinem Geist gegeben. Diese Kraft ist die Liebe, und dieser andere Herr, den wir in uns tragen, weiß das, weshalb es ihm vor allem darum geht, unsere Liebe zu beherrschen, was er mit List und großer Klugheit tut. Der einzige sichere Zufluchtsort, den wir davor haben, ist nicht in einem Bunker, sondern in unserem eigenen Herzen. Dort wohnt ein Licht, das uns den weisen Umgang mit unserer Liebe zeigen wird. Wie Jesus uns in Johannes 14:26 mitteilt: “der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.” -Wir entdecken uns selbst als Wesen, die aus Liebe bestehen, einer Liebe mit unendlichem Potenzial, und wir müssen nun entscheiden, was wir mit dieser Liebe tun wollen; wir müssen lernen, welche Konsequenzen unsere freien Entscheidungen haben; daß wir dort, wo wir unsere Liebe hingeben, auch unser Leben hingeben. Um die Tragweite dessen zu verstehen, müssen wir versuchen zu erkennen, was das Leben ist, woher es kommt und was es uns in Bezug auf die Liebe bereithält. 


16. Das Leben ist oder sollte ständiges Wachstum sein; ein Fluss der Bereicherung, der nicht aufhören darf, denn wenn er aufhört, hört auch das Leben selbst auf. Aber dieses Wachstum muss unserem Wesen entsprechen; dem, was wir wirklich sind, denn es ist das, was wir sind, das bereichert werden muss, nicht das, was wir zu sein glauben. Deshalb müssen wir uns selbst von Grund auf kennenlernen. Die Kraft, die das Leben zum Wachstum macht, zu etwas dass allzeit etwas Neues dazu fügt, ist die Liebe. Das zu verstehen hilft uns, unseren Herrn und Meister im Leben zu wählen. Dieser Meister verlangt von uns Loyalität, Liebe und Gehorsam. Im Gegenzug verspricht er uns Schutz und Glück; ja darum geht es im Leben, um Frieden und Glück. Die Frage ist nun, was genau uns die Welt und Gott im Gegenzug für unsere Liebe geben. Um diese Frage zu beantworten, müssen wir versuchen zu definieren, was jeder von ihnen ist. Wir haben bereits verstanden, daß sie Gegensätze sind, Wege, die sich trennen. Gott ist der Geist und die Welt ist die Materie. Gott verspricht uns ewiges Leben und grenzenlose Glückseligkeit, aber er zeigt uns keine Broschüren oder eine Landkarte des ewigen und schmerzfreien Jenseits. Die Herrlichkeit des Himmels bleibt ein Geheimnis. Es gibt sicherlich Tausende von Zeugnissen von Menschen, die einige Minuten lang tot waren und dann wieder zu Bewusstsein kamen und von einem Leben auf der geistigen Ebene berichteten. Berühmt sind nach wie vor die Studien der Schweizer Ärztin Elisabeth Kübler-Ross, die zwanzigtausend Fälle von Nahtoderfahrungen dokumentierte. Aber trotz allem müssen sich diejenigen, die diese außergewöhnlichen Erfahrungen nicht gemacht haben, damit zufrieden geben, zu glauben, und können das, was über kurze Ausflüge ins Jenseits erzählt wird, auf viele Arten interpretieren, sodaß sie am Ende, ohne weitere Beweise, mit den Schultern zucken und sich umdrehen, um wieder in dieses Leben einzutauchen, das so viel von uns verlangt, so viel Aufmerksamkeit, Energie und Liebe. Es scheint also, daß das Versprechen eines ewigen Lebens der Seele auf Glauben, auf Vertrauen basiert. Aber dieser Glaube wird uns nicht geschenkt, er ist kein leicht zu findender Schatz. Das, was leicht und geschenkt ist, hat keinen Wert und ist nicht von Dauer. Wir schätzen das, was uns viel Mühe gekostet hat, um es zu erreichen. So verhält es sich auch mit dem Glauben an Gott und seinem Versprechen eines ewigen Lebens. Alles hier ist so angelegt, daß es uns enorme Anstrengungen abverlangt, Gott inmitten des Schmerzes und der Verluste dieses Lebens zu lieben. Gott scheint ein gefühlloser und grausamer Herr zu sein. Und inmitten dieses Szenarios ruft uns die Welt, um uns aus unserem Leiden zu retten. Sie sagt uns: Ja, das Leben ist hart, aber wir haben uns selbst; wir haben Wissenschaft und Technologie; wir werden den Schmerz besiegen. In Wirklichkeit besteht der Sinn dieses Lebens darin, daß wir der ganzen Last der materiellen Existenz mit ihren Bedürfnissen, Krankheiten und dem Tod, der uns alle gleichermaßen erwartet, unterworfen sind. Das kann man nur begreifen und akzeptieren, wenn man erkennt, daß dieses Leben einem Gefängnis oder einem Escape-room gleichkommt, eines der Seele, die sich irgendwie aus ihrer Zelle befreien soll. Doch die große Frage ist wie und wohin?! Der Weg auf der anderen Seite dieser Tür, hin zu diesem ewigen und glorreichen Leben, das uns befreien soll von Schmerz und Tod, zeigt uns sein Licht nicht, zumindest nicht so, wie wir es erwarten würden. Die Wahrheit ist, daß Gott von uns verlangt, unsere Sichtweise oder unseren Fokus auf dieses Leben zu ändern; daß wir weiter blicken, bevor wir alles auf die falsche Karte setzen. Doch wie kann man den Geist ‘sehen’; jenes geistige Licht das uns führen soll?!


17. Die Welt macht uns aber immer mehr Angebote, damit wir in ihre versprochenen Paradiese, ihre schicken Wohngebiete, ihre Ferienresorts kommen oder zumindest davon träumen, denn die Welt zeigt uns, anders als Gott, ihren ganzen Katalog an Belohnungen für unsere Liebe in den sozialen Netzwerken, mit einer unermüdlichen Truppe, die sich bemüht, dafür zu werben; Soldaten, die wir Influencer nennen und die ich die neuen falschen Propheten nenne. Hier würde Jesus, ans Kreuz genagelt, ausrufen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ - Einige, denke ich, wissen sehr wohl, was sie tun: Reichtümer und Macht anhäufen, und ihre ganze Liebe gilt diesem Streben. Sie haben ihre Entscheidung bereits getroffen, begünstigt durch die strategischen Positionen, die sie in der Welt einnehmen. Von diesen Positionen aus, wo alles nur Vorteile zu bieten scheint, versuchen sie, andere zu verführen, ja sogar zu zwingen, sich vor den Altären der Materie zu verneigen. Diese gut situierte Minderheit ist der Urheber weltlicher Versuchungen, die Verfechter des Hedonismus und die Richter auf dem Spielfeld. Denn diese Welt bietet uns ein angenehmes Leben für die Sinne und materielle Sicherheit, wenn wir alle Rechnungen bezahlen können und wenn wir unsere Talente in ihren Dienst stellen, was nichts anderes bedeutet, als daß wir für eine immer wohlhabendere und mächtigere Elite arbeiten. Aber wir wollen uns nicht weiter mit Diskussionen beschäftigen, die darauf abzielen, die Waage durch die verschiedenen Angebote und ihre Attraktivität für uns zu kippen; wir wollen verstehen, warum und wie wir Gott unsere Liebe schenken sollten, aus der Perspektive unseres Seins und unserer Existenz in diesem irdischen Leben. Dazu müssen wir versuchen, wie gesagt, uns selbst kennenzulernen; darüber nachdenken, was wir wirklich sind und warum wir hier sind. Vergessen wir also für einen Moment, was Gott oder die Welt uns geben können, und denken wir darüber nach, was wir sind; besser gesagt, spüren wir, was wir sind. Dazu, eine Verheissung: was wir wirklich sind wird uns befreien, wie es die Wahrheit immer macht. 



Wir sind Liebe.


18. Wenn ich weiß, wer ich bin, weiß ich auch, was ich brauche, und wenn ich meine Bedürfnisse gut kenne, kann ich nach Mitteln suchen, um sie zu erfüllen. Alles hängt also davon ab, wie gut ich mich selbst kenne. Die kleinen Unterschiede, die uns einzigartig machen, führen zu unterschiedlichen Bedürfnissen. Aber es gibt ein paar allgemeine Parameter, die uns als Menschen ausmachen, Parameter, die sich darauf beziehen, daß wir alle denken und fühlen. Ich versuche es so gut wie möglich auszudrücken: Wir sind Bewusstsein, Intelligenz und Liebe, vor allem Liebe, denn in der Liebe, die wir fühlen, sind wir lebendig. Wenn es in dieser Reflexion um Liebe geht und darum, was wir mit dieser Kraft anfangen sollen, wem wir unsere Liebe schenken sollen, dann deshalb, weil wir Liebe sind. Liebe ist mehr als ein Gefühl, sie ist eine Kraft – aber woher kommt diese Liebe und was ist sie im Wesentlichen? Ist die Liebe, die ich als treibende Kraft spüre, die mich belebt, meine eigene? Habe ich sie selbst geschaffen oder kann diese Liebe sogar ein Produkt der Materie, meines Körpers sein? Würde das nicht bedeuten, die Liebe auf ein zu willkürliches, ja unmögliches Phänomen zu reduzieren? Wie kann etwas so Mächtiges, Universelles und Schönes ein Produkt der Chemie eines Gehirns sein? Es stimmt, daß die Wissenschaftsreligion und viele ihrer Priester, Bischöfe und Kardinäle immer noch verkünden: Dein Ich wird von deinem Gehirn erzeugt, und mit diesem Ich meinen wir alles, was du bist, fühlst und denkst. So daß dein Ich bei deinem Tod verschwindet, verschwindest du selbst, vollständig. Manche denken, daß, wenn sich die Materie des Körpers zersetzt und auflöst, auch das Ich verschwindet und mit einer Quantenmatrix oder einem abstrakten kosmischen Bewusstsein verschmilzt, einem Meer aus Bewusstsein ohne Form und Namen, in dem die Persönlichkeit mit all ihren Eigenschaften verloren geht. Dieser Gedanke gibt ihnen einen seltsamen Trost. Aber die Berichte derer, die außerhalb ihres Körpers waren, dem Tod nahe, erzählen uns etwas anderes, nämlich das Gegenteil: daß das Ich weiterlebt, sogar verbessert, feinfühliger und frei von Schmerz. Dieses Ich ist intelligent, fühlt und hat alle Sinne, die der Körper hatte, nur verstärkt. Diese bemerkenswerte Erfahrung ihrer selbst, in kurzen Momenten außerhalb ihrer physischen Hülle, verändert das Leben derjenigen, die vom „Tod” zurückkehren, auf tiefgreifende Weise. Für sie ist der Tod einfach keine Realität mehr. Ihr Bewusstsein, ihr Ich, das denkt, fühlt und liebt, steht über der Vergänglichkeit der Materie. Liebe ist also nicht etwas, das von der Materie abhängt, sondern sie ist Teil des Ichs, seines Bewusstseins und seiner Intelligenz. Wenn diese Liebe unabhängig von der Materie ist, dann war sie logischerweise auch vorher und wird wahrscheinlich auch nach der Existenz des Ichs im Körper bestehen, so wie wir es hier ausdrücken. Und wenn die Liebe vorher war als der Körper, da sie kein Produkt des Gehirns ist, dann ist das Ich, das Liebe ist, es auch. Wenn dieses Ich sich selbst als etwas erkennt, das unabhängig von der Materie ist, ist es plötzlich kein Gefangener mehr derselben, kein Verdammter dieses Lebens, sondern nur noch ein Besucher auf der materiellen Ebene. Und wenn wir hier nur zeitweilige Besucher sind, stellen sich zwei Fragen: 1. Sollten wir uns an diese Realität binden, uns ihr unterwerfen, ihr gehorchen? und 2. wo ist unser wahres Zuhause? An diesem Punkt unserer Überlegungen fragen wir uns erneut, was wir mit unserer Liebe tun wollen, wenn wir, wenn auch mit Vorbehalten, akzeptieren können, daß wir unsterbliche Geister aus einer anderen Welt sind, aus einer Realität, die wir nicht sehen können, aber aus dem, was wir geistig sind, ableiten können, weil wir ablehnen, daß unsere Spiritualität von Hormonen erzeugt oder in unseren Genen geschrieben ist. Auf jeden Fall könnten wir fragen: Wer hat die Gene geschrieben? Kann Intelligenz und Ordnung aus der Materie kommen, oder ist es nicht logischer zu denken dass eine Intelligenz alles was aus Materie besteht geschaffen hat? Baut ein Haus den Architekten oder der Architekt das Haus? Sollten wir nicht diesen Architekten unserer Genetik aufsuchen und ihn zu unserem Herrn machen, eben weil er uns die Liebe als einen wesentlichen Bestandteil unseres Lebens gegeben hat? Sollten wir ihm diese Liebe nicht erwidern?


Investiere mit Bedacht. 


19. Vor etwa zweitausend Jahren stieg Jesus, der Retter der Menschheit für die christliche Welt, auf einen Hügel und gab uns eine Reihe von Lebensregeln mit auf den Weg, die zweifellos einen zentralen Kern der Moral bilden, die Gott für unser Handeln und Denken vorgesehen hat. Aus diesen Richtlinien haben wir für unsere Überlegungen diejenige herausgegriffen, die uns sagt, daß es nicht möglich ist, zwei Herren zu dienen, weil wir unweigerlich einen von ihnen ablehnen und verachten würden. Wir haben sie ausgewählt, weil 1. sie unsere Schwächen und Liebesausflüchte definiert und 2. wir glauben, daß die Menschheit sich in einem kritischen Moment befindet, was diese Warnung bezüglich unseres Gehorsams betrifft, denn wir haben gesehen, daß es leichter ist, Gott zu verachten, da die Welt uns so stark anzieht, daß es scheint, als müssten wir uns in ein Kloster zurückziehen, um ihren Versuchungen nicht zu erliegen, wenn es unsere Absicht ist, daß nur Gott unser Herr ist. Aber Flucht hat noch nie Konflikte gelöst, deshalb geht es darum, inmitten des Stroms materialistischer Propaganda standhaft zu bleiben; es geht darum, unseren Willen zu trainieren, um unsere Liebe zu Gott trotz allem zu bewahren, während wir in dieser Welt sind, ohne von ihr zu sein. Stellen wir uns für einen Moment vor, unsere Liebe, die wir schon als unser intimstes und wertvollstes menschliches Gut erkannt haben, wäre ein Beutel voller Goldmünzen. Vor uns stehen zwei Bewerber, zwei Anwärter auf diese Münzen, die uns darum bitten, sie als Investition in ihre jeweiligen Unternehmen zu geben. Jeder versucht auf seine Weise, uns davon zu überzeugen, den größten Teil dieser Münzen in sein Projekt zu investieren, mit dem Versprechen, uns Gewinne zu verschaffen, die unsere Anstrengungen mehr als ausgleichen. Es stellt sich heraus, daß einer der beiden Bewerber lügt, und nach dem, was wir hier sagen, ahnen wir, daß es derjenige ist, der am meisten darauf besteht, daß wir ihm das Gold geben, das wir in unseren Händen halten, bereit, den Beutel und damit unser Leben zu übergeben. Tatsache ist, daß wir uns für einen der beiden Bewerber entscheiden müssen, den einen, der still ist, den anderen, der laut, verführerisch und erpresserisch ist, denn es ist nicht möglich, in beide Unternehmen gleichzeitig zu investieren. Das ist die Spielregel: Wir müssen uns entscheiden, und zwar schnell. Hier gilt nicht die Finanzregel der Portfoliodiversifizierung zur Minimierung des Ruinrisikos; wir müssen uns für Rot oder Schwarz entscheiden und alles auf eine Karte setzen. Mit Geld kann man spekulieren, mit Liebe ist das nicht möglich. Deshalb sagt Gott uns durch Jesus: Es tut mir leid, das ist nicht möglich; du kannst nicht gleichzeitig mir und der Welt gehorchen. 


20. Wir müssen unsere Liebe mit derselben Rücksichtnahme und Umsicht behandeln, mit der wir den einzigen Geldbeutel behandeln würden, der unser ganzer Besitz ist. Wenn wir ihn in ein schlechtes Geschäft investieren, verlieren wir alles, aber wenn wir ihn demjenigen geben, der in der Lage ist, unser Vermögen zu vermehren, weil sein Unternehmen eine Quelle unbegrenzter Rentabilität ist, haben wir das beste Geschäft unseres Lebens gemacht. So funktioniert diese Sache mit der Liebe, einer Liebe, die unser größter Schatz ist und mit der wir nicht leichtfertig spekulieren oder uns von denen verführen lassen sollten, die unsere Wünsche und Ängste kennen, nicht um uns zu schützen, sondern um sie auszunutzen. Die ganze Werbung der Welt basiert auf Techniken zur Ausnutzung psychologischer Schwächen, damit die Ziele derjenigen erreicht werden, die diese Werbung produzieren, nämlich im Grunde genommen Macht und Reichtum anzuhäufen, um sie als Kontrollinstrumente zu nutzen. Aber diese Überlegung soll uns nicht die Augen dafür öffnen, wie verletzlich wir sind, sondern uns dazu bringen, in Bezug auf unsere Liebe mit Weisheit zu handeln, einer Weisheit, die auf einem wahrhaftigen Bild unseres geistigen Wesens basiert. Letztendlich, wenn wir Investoren der Liebe sind, müssen wir diese Liebe, die unser Leben ist, demjenigen geben, der uns am ähnlichsten ist, nämlich weil er uns erschaffen hat und ein Vater für uns ist und wir seine Kinder. Und jetzt können wir verstehen, warum Gott nicht versucht, uns mit großen Werbekampagnen davon zu überzeugen, ihn zu lieben. Denn würde ein Vater, der seine Kinder liebt, ihnen ihre Besitztümer und ihr Leben rauben wollen, oder würde er eher geduldig darauf warten, daß sie zu ihm kommen, um Schutz und Rat zu suchen? Ein Vater gibt vor allem und nimmt seinen Kindern nichts weg, sondern möchte, daß sie wachsen und stark werden. Das Glück seiner Kinder ist sein Glück. 


Und Er kam zu uns. 


21. Vielleicht haben wir jetzt nicht nur verstanden, daß Gott die beste Wahl ist, um unsere unhaltbare Heuchelei zu beenden, auf zwei Seiten gleichzeitig zu setzen, sondern wir haben auch schon unsere Entscheidung getroffen, Gott zu lieben, auch wenn wir noch nicht genau wissen, wie. Gott ist ein unendliches und vollkommenes Wesen, und wir sind wir... Jetzt kommt die gute Nachricht: Gott, der weiß, wie schwer es ist, hier auf der Erde an ihn zu glauben, wo uns die Schicksalsschläge des Lebens unaufhörlich treffen, hat das Unvorstellbare getan; etwas, das nur ein Vater für seine geliebten Kinder tun würde: Er kam persönlich auf die Erde! Gott wurde Mensch, in Jesus Christus. Damit hat er alle Barrieren durchbrochen, die seit Anbeginn der Menschheit zwischen uns und ihm bestanden. Er kam zu uns als Sohn Gottes um uns Gott als unseren Vater zu zeigen, wie er bei Joh. 14:20 aussagt: “An jenem Tag werdet ihr erkennen, daß ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch”. Diese Worte änderten vollkommen die Beziehung der Menschen zu Gott, der bis dahin ein unerreichbares Wesen war, vor dem man erschrecken sollte. Man konnte Gott nur unter einer schrecklichen Angst vor Bestrafung durch Gesetzesbruch dienen, niemals durch wahre Liebe. Dieses arge Spiel haben die Kirchen bis zum heutigen Tage gespielt. Wenn wir Gott aber als einen liebevollen Vater erkennen können, sind wir fähig Ihm in Liebe zu dienen, was nichts anderes heißt als uns in Harmonie und gegenseitiger Unterstützung hier auf Erden zu behandeln, als Kinder eines und desselben Gottes. Unsere Entscheidung, Gott zu lieben, basiert daher auf der ältesten und solidesten Art von Beziehung, die zwischen zwei Menschen möglich ist, nämlich der Familie. Gott hat dieses Konzept auf die Spitze getrieben, indem er unser Vater, Bruder und Freund war, 33 Jahre in unserer Welt gelebt hat und Schmerz, Qualen und den Tod erlitten hat. Mit dieser Tat hat er den Grundstein für einen neuen Bund zwischen Seinem göttlichen Wesen und der Menschheit gelegt; einen Bund, der auf der Liebe einer großen Familie basiert. Dazu müssen wir uns aber als Geschwister und Gott als unseren Schöpfer und liebevollen Vater sehen. Und ihn so zu sehen, kommt daher, daß wir uns als Wesen sehen, die nach Antworten darauf suchen, wer sie sind. An wen wendet sich ein Mensch zuerst, um Hilfe und Rat zu bekommen, wenn nicht an seinen Vater oder seine Mutter? Gott ist beides, Vater und Mutter, in der göttlichen Ehe zwischen Liebe und Weisheit in Seinem Geist. Und wenn wir Kinder eines Gottes sind, was sind wir dann eigentlich, wenn nicht Götter? Erkennen wir uns nicht als weiterentwickelte Primaten, was eine Beleidigung unserer emotionalen Intelligenz ist, sondern als Kinder eines höchsten, ewigen und aus reiner Liebe geschaffenen Wesens; als geistige Wesen, die von einem Geist geschaffen wurden und dazu bestimmt sind, in uns dieselbe Vollkommenheit oder zumindest einen Zustand zu erkennen, der ihr sehr nahe kommt. Aber all das ist geistig, d. h. transzendent, etwas, das nicht an die Materie gebunden ist. Die Materie, die wir heute berühren können, und die Formen, die wir kennen, werden morgen verschwunden sein. Der Geist, diese Kraft der Liebe, ist der unzerstörbare Keim eines Ichs, das viel mehr zu bieten hat als eine vorübergehende Rolle in einer kurzen Existenz, in einem Körper, der dazu bestimmt ist, zu Staub zu werden. 


22. Wenn wir uns also durch Meditation und Selbstbeobachtung besser kennenlernen, sind wir besser drauf, zu wissen, was wir lieben sollten und was nicht, weil wir uns als Wesen sehen, die vor allem von Liebe leben, von einer Liebe, die einen ersten Grund hat, eine unerschöpfliche, nicht materielle Quelle, die aus dem unvermeidlichen Urwesen kommt, das sich in der Schöpfung als Liebe ausdrückt. Wenn wir geistige Wesen sind, die dazu bestimmt sind, die Grenzen dieses irdischen Lebens zu überschreiten, müssen wir uns in Liebe mit der Quelle unserer Spiritualität verbinden, die, wie wir gesagt haben, nicht von unserem Gehirn oder der gesamten Materie der Welt erzeugt wird, sondern von einem Geist, einem Bewusstsein, aus dem alles Existierende hervorgeht und das wir Gott nennen. 


23. Nun werden einige sagen: Das klingt alles super, aber was ist dieses irdische Leben; wozu soll es uns dienen? Wenn wir geistige Wesen sind, Gedanken der Liebe eines unendlichen Geistes, was machen wir dann hier, wo wir uns freuen und leiden in einer Realität, die mit aller Kraft leugnet, daß es etwas darüber hinaus gibt? Die Antwort auf diese Frage liegt wieder in der Liebe. Liebe ist eine verbindende Kraft, die die Seele nährt. Dieses kurze Leben ist eine letzte Liebesprüfung für die Seele, die sich zwischen der Materie, mit der sie über die physischen Sinne verbunden ist und die ihre Liebe auf die Welt und das Äußere, einschließlich ihres Körpers, projiziert, und Gott, den sie in sich selbst suchen muss, als Licht und Liebe, die dauerhaften Frieden und ein Glück hervorbringen, das unabhängig von den Umständen und Ereignissen ist, die die Materie beeinflussen, entscheiden muss. In der Liebe muss die Seele ihre Verbundenheit mit Gott oder, besser gesagt, ihre Zugehörigkeit zu ihm erkennen. Gott kann mit dem Verstand erforscht werden; wir können versuchen, seine Existenz wissenschaftlich und logisch zu beweisen, aber in der Liebe nehmen wir ihn auf, damit wir in Gehorsam mit Gott vereint sind, wie Jesus in Johannes 14,15-27 sagt: Wenn ihr mich liebt, haltet meine Gebote ... An jenem Tag werdet ihr erkennen, daß ich eins bin mit meinem Vater und daß ich in euch bin und ihr in mir. - In dieser wunderbaren Bibelstelle finden wir alle Antworten auf die Frage nach zwei Herren und die Unmöglichkeit beiden zu dienen. Auf diese schönen Worte Jesu fragt Judas, nicht der Iskariot, sondern ein anderer Judas: Meister, warum offenbarst du dich uns und nicht der Welt? Darauf antwortet Jesus mit dem Schlüssel zu allem, nämlich der Liebe: Wenn jemand mich liebt, wird er mein Wort befolgen (gehorsam sein), und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Jesus schließt mit den Worten: Ich hinterlasse euch den Frieden und gebe euch meinen Frieden; nicht wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch; eure Herzen sollen sich nicht fürchten und nicht verzagen. Wenn wir diesen aufschlussreichen Abschnitt aus dem Johannesevangelium genau lesen, macht Gott einen klaren Unterschied zwischen der Art und Weise, wie die Welt uns behandelt, indem sie uns Angst macht, und wie Er es tut, indem er uns Frieden schenkt. Das Einzige, was Jesus von uns verlangt, ist, daß wir, wenn wir ihn lieben, seine Gebote befolgen. Er verlangt von uns, daß Gott unser einziger Herr ist. Außerdem sagt er uns, daß er uns den Geist der Wahrheit senden wird, der unser eigenes Gewissen ist. Dieser Geist in uns wird uns in jedem Moment sagen, was wir in diesem Leben tun sollen. In zweitausend Jahren haben nur wenige auf diesen Geist vertraut, den Gott der Seele als inneren Führer gegeben hat, weil niemand verstanden hat, was Jesus meinte, und diejenigen, die es verstanden haben, haben es den anderen nicht erzählt, weil eine Menschheit mit innerem Licht niemanden interessiert. So misshandelt und unterwirft die Welt, die ein System von Mächten ist, das in jeder Epoche den Besitzer wechselt, weiterhin die Menschheit. Aber Jesus versichert uns, daß Gott uns niemals so behandeln wird. Mit anderen Worten: Er wird ein guter Herr sein, mehr als ein Herr, ein liebevoller und geduldiger Vater. 



Unsere Abhängigkeit


24. Wir sollten uns bewusst sein, daß unser Ich, welches, wie wir gesehen haben, geistig ist, auf dieser materiellen Ebene viel Druck durch ein zeitgebundenes Leben bekommt, das Krankheiten und Tod mit sich bringt. Dieser stetige Druck auf die Seele zieht uns gleichzeitig in zwei Richtungen, die spirituelle und die materielle, die wir versuchen, unter einen Hut zu bringen, was uns zu lauwarmen Heuchlern macht, denn genau das meint Jesus, wenn er sagt, daß wir nicht zwei Herren gleichzeitig dienen können. Gott weiß, daß genau das hier die Herausforderung ist, weil er uns zwischen zwei Welten gestellt hat, die geistige, die durch unsere Gedanken und Gefühle geprägt ist, und die materielle, die von unseren körperlichen Bedürfnissen bestimmt wird. Wir sind Bürger zweier Welten, die nebeneinander existieren, eine außerhalb von uns und die andere, viel weniger sichtbar, in unserem Inneren. Gott bietet uns dieses Leben in der Materie als eine endgültige Prüfung der Freiheit an, in der unsere Entscheidungen automatische Konsequenzen haben, was auch als Karma bezeichnet wird, nicht durch göttliches Eingreifen, nicht als Strafe, sondern als Gesetz von Aktion und Reaktion. Jeder Schritt in Richtung Welt, wie auch jeder Schritt in Richtung Gott, wird eine Wirkung haben, manchmal nicht sofort, aber er wird sie haben, so wie es auch der Versuch hat, beiden Herren gleichzeitig zu dienen. Außerdem kann sich niemand der Entscheidung entziehen, einen der beiden Herren zu wählen; es ist nicht möglich, dem zu entkommen, weil unser Leben abhängig ist. Eine der Abhängigkeiten hat fatale Folgen, die andere befreit uns, und zwar von nichts Geringerem als dem Tod! Die Seele muss frei lernen, welche welche ist, und dem richtigen Herrn mit ihrer Liebe dienen. 


25. Die Bedeutung dieser Angelegenheit liegt darin, daß Liebe Verbindung schafft, Bindungen erzeugt. Diese Bindungen sind wie Kanäle für Energie, für Leben. Ich kann versuchen, eine Liebesbeziehung zu zwei Partnern aufrechtzuerhalten, aber Jesus warnt uns, daß das nicht funktioniert, was jeder, der schon einmal ein Doppelleben in der Liebe geführt hat, nur zu gut weiß. Und wir alle haben etwas, das man Gewissen nennt, den Geist der Wahrheit, wie Jesus uns in Johannes 14 verkündet. Dieses Gewissen wird mir irgendwann sagen, daß ich auf zwei Hochzeiten tanze und aus Angst zu verlieren auf beide Spieler setze. Dieses Gewissen, das ein Funke göttlichen Lichts ist, den Gott in meine Seele gelegt hat, drängt sich nicht auf, denn die Seele muss in ihren Entscheidungen absolut frei sein. Aber die Seele hat ein gewisses Gefühl für das Richtige und die Fähigkeit zu verstehen. Der Schöpfer allen Lebens, diese unaufhörliche Kraft, die das gesamte Universum zusammenhält, hat uns zwei Dinge gegeben, um uns mit ihm zu verbinden: Vernunft und Liebe. Und es reicht, die Bergpredigt nur einmal gelesen zu haben, damit die Seele keine Ausrede mehr hat, wenn sie in der Liebe einen Fehler macht und versucht, zwei Herren gleichzeitig zu dienen: der Welt, die sie verführt und unter Druck setzt, und Gott, den sie nicht sehen kann und von dem sie nichts weiter weiß, als das, was ihr diejenigen erzählen, die sich als Vermittler des Glaubens ausgeben und die sie im Grunde nicht braucht, um Gott zu lieben. 


26. Gott kennt auch unsere Schwächen ziemlich gut. Wo Jesus die Bergpredigt hält, ist Gott wie unsere innere Stimme, die uns dazu auffordert, den richtigen Weg für die Erlösung unserer Seelen (von der Materie) zu gehen. Wenn wir die Warnung Christi hören oder lesen, sollte das unser eigenes Gewissen ansprechen, was dazu führen sollte, daß wir den Kurs unserer Liebe korrigieren. Aber die Wahrheit ist, daß die meisten von uns zwei Herren gleichzeitig dienen, um am Ende dem zu dienen, der es uns scheinbar leichter macht. Die Seele ist Liebe, sie besteht aus Liebe und lebt von Liebe, wobei Liebe eine Anziehungskraft ist, die sie aufgrund ihres Bedürfnisses nach Befriedigung, Ruhe und Frieden in einer Verbindung anfällig für Verführung macht. In einer Welt, die die Angst vor Trennung und Einsamkeit schürt, von der Millionen von Menschen betroffen sind, sucht die Seele verzweifelt nach etwas, das sie lieben kann, mit dem sie sich verbunden fühlt. Aber nach Enttäuschung um Enttäuschung, verursacht durch die falschen Versprechungen der Welt, die es nicht schafft, die Übel, die uns quälen, auszurotten, sollten wir uns an die Worte erinnern, die Gott uns sagt, wenn er uns warnt, daß wir nicht zwei Herren dienen können, weil wir am Ende einen von ihnen hassen oder ablehnen werden. Wenn viele für kurze Zeit, in der die Welt ihre Versprechen zu erfüllen schien, Gott abgelehnt haben, ist nun zwangsläufig die Zeit gekommen, unsere Liebe und unseren Gehorsam diesem vergessenen Herrn, der Gott ist, zuzuwenden, um ihm eine neue Chance zu geben, angesichts des Versagens der Eliten der Erde und der Wissenschaftler und Akademiker, die dank umfangreicher Subventionen für sie arbeiten. Der Satz Jesu in Johannes 14 bekommt hier seine ganze Bedeutung: „Ich gebe euch nicht, wie die Welt gibt; eure Herzen sollen sich nicht fürchten und nicht verzagen.“ Gewöhnt an Misshandlung und Misstrauen untereinander, zeigt uns Gott eine Form der gegenseitigen Beziehung, zu ihm und untereinander, die auf der gütigen Führung seines Geistes in unseren Seelen basiert.


27. Ich hoffe, es ist uns klar geworden, daß das, was Jesus uns in der Bergpredigt darüber sagt, daß man nicht zwei Herren gleichzeitig dienen kann, weil die Liebe nicht geteilt werden kann, wahr und unanfechtbar ist. Auch, daß Gott unser natürlicher Herr ist, durch die geistige Verbindung mit seinem Wesen, wie es in der Bibel in Genesis 1,26  steht:  Da sprach Gott: „Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen.“ - Aber was verlangt Gott von uns als Herr? Gott will keine Sklaven, sondern das liebende Oberhaupt einer harmonischen kosmischen Familie sein, einer unzähligen Menge von Brüdern und Schwestern, die sich mit brüderlicher Liebe begegnen. Während die Welt von uns verlangt, daß wir uns bekämpfen und voneinander trennen, verlangt Gott Einheit und Harmonie. Gott zu dienen bedeutet, uns in den Dienst unserer Mitmenschen zu stellen, während der Welt zu dienen bestenfalls bedeutet, unsere Handlungen für andere als vorteilhaft erscheinen zu lassen, ein Vorteil, der oft nur von kurzer Dauer ist und an Beiträge und Abonnements gebunden ist, wenn nicht sogar an finanzielle Schulden oder auf Kosten unserer Gesundheit. In den Geboten der Bibel und in den neuen göttlichen Offenbarungen (siehe Emanuel Swedenborg oder Jakob Lorber) steht geschrieben, was Gott von uns verlangt: Gott verlangt nur, daß wir einander lieben, daß wir unseren Brüdern und Schwestern auf der Erde nachsichtig und mitfühlend begegnen, während die Welt uns dazu drängt, nur unser eigenes Glück zu verfolgen, hauptsächlich an uns selbst zu denken, zu genießen und Erfahrungen zu sammeln, obwohl die beste Erfahrung, die wir machen können, das Glück ist, nützlich gewesen zu sein und einem Bruder oder einer Schwester in Not geholfen zu haben, die es in diesem Leben reichlich gibt. Die Welt rät uns auch, zu streiten,  uns anzufechten um unsere persönlichen Rechte zu verteidigen, während Gott immer wieder zur Versöhnung aufruft, was in den Sätzen „liebt eure Feinde” und „haltet auch die andere Wange hin” zum Ausdruck kommt. So daß wir an ihren Geboten den Geist jedes Herrn erkennen können, was uns die Wahl erleichtern sollte, die, wie wir bereits gesagt haben, nicht darin besteht, vor der Welt zu fliehen und uns in ein Kloster zurückzuziehen, sondern in dieser Welt zu sein, in dem Wissen, daß wir nicht von dieser Welt sind; in der Gewissheit oder zumindest der Ahnung, daß wir zu einer besseren Welt gehören, die unserem wahren geistigen und liebevollen Wesen entspricht und uns einfach nur durch das Tun des Guten glücklich macht.  


Amen.     René Bijloo 17.01.2026. renebijloo@fastmail.fm