Mittwoch, 27. Juni 2018

Was sind die Heiliger Geist?


Keine Sorge, ich habe keine Schwierigkeit mit der deutschen Sprache. Aber wenn hier etwas scheint verwirrt zu sein, so hat das mit der Sache zu tun. Ich meine damit die Verwirrung von Singular und Plural.

Gerade dieser Tage läuft ein heisser Streit über die Internetbühne zwischen ApologetenTV und Endzeitreporter MCM, ob der Heilige Geist eine Person oder “nur” eine Kraft sei. Sehr amüsant, wenn die Sache nicht só traurig wäre, dass sich Christen ob solch theologischen Fragen gegenseitig verbal die Köpfe einschlagen. Bedenklich, wenn beide glauben, selbst voll dieses Heiligen Geistes zu sein und merken nicht, dass eben dieser Heilige Geist glänzt – aber durch Abwesenheit. Bei Letztgenanntem ist das zwar nicht sonderlich erstaunlich, hat MCM sich doch öffentlich vom Christentum distanziert.

Doch darum geht es nicht. Jedenfalls nicht heute. Über das Wesen des Heiligen Geistes scheiden sich die Geister, oder besser gesagt die Seelen, deren Gotteserkenntnis ja gar nicht geistig sein kann, weil sie von vornherein alles für Okkult erklären, was geistig sein könnte. Würde man sogar von Heiligen Geistern (Plural) sprechen, dann wäre das eben hochgradig okkult.

Dabei ist es überhaupt nicht falsch, das Geisterreich okkult zu nennen, denn okkult heisst “verborgen”. Genaugenommen müsste man auch Gott okkult nennen, weil Gott verborgen ist. Auch Jesus ist verborgen mit Seinem ganzen Reich. Also ist es unvermeidbar, wenn man von Geistern und dem Geisterreich sprechen will, sich ins Okkulte begibt. Heute sprechen wir aber nicht von irgendwelchen Geistern, sondern von den Geistern, von welchen uns die Bibel berichtet. Und vom Heiligen Geist natürlich, der sowieso im höchsten Grad okkult ist, denn man weiss ja nicht einmal ob er als Person oder als Kraft existiert …

Der natürliche Mensch, der dem okkulten Geistigen abhold ist, hält sich lieber an das, was er mit den Augen oder den Händen wahrnehmen kann. Und im Geistigen Bereich ist das nun mal die Bibel. Und weil die Buchstaben praktisch und handgreiflich sind, braucht es daneben nichts mehr Geistiges – weil in der Bibel schliesslich alles enthalten ist, was man wissen muss.

Schön, das nennt man auch kindlichen Glauben. Werdet wie die Kinder, denn ihrer ist das Himmelreich!

Wer zwar sein Leben lang nur mit diesem lauwarmen und süssen Kinderbrei gefüttert wird, wird geistlich – oder sagen wir besser: geistig - nie ein Mann. Und so wenden wir uns also der besagten Bibelaussage bezüglich den Geistern zu, mit denen wir es im täglichen Leben zu tun haben.

Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit? ” (Hebr. 1. 14)

Das Neue Testament spricht eher verhalten über die unsichtbaren Wesen. Vor allem über die Geister von oben. Und doch, in diesem einen Vers steht viel mehr, als mit den Buchstaben ausgesagt wird.

Im ganzen Neuen Testament ist die Rede davon, wie die Engel mit den Menschen interagieren. Und vom Seher Emanuel Swedenborg wissen wir, dass jeder Mensch mindestens vier Engel um sich hat, zwei von oben, also Göttliche und zwei von unten, vom Versucher. Das entspricht auch der Schrift, denn die Rede im zitierten Hebräer-Vers berührt uns alle – und wahrscheinlich noch mehr, als wir gemeinhin annehmen.

Die dienstbaren Geister, ausgesandt zum Dienst ...” Der Schöpfer stellt uns Menschen also geistige Hilfe zur Seite, aber er sagt uns nicht, wie wir Menschen mit ihnen kommunizieren können. Eigentlich schade, oder nicht? Oder sagt er es uns vielleicht sehr deutlich, aber wir erkennen dies nicht?

Jesus sagt uns sehr wohl, dass wir Hilfe aus dem Himmel bekommen. Hilfe in jeglicher Art und Weise. Sei es zur Führung, zur Lehre oder auch zum Schutz. Aber er redet nicht von Engeln, sondern vom Heiligen Geist (Singular), dass der Heilige Geist uns beistehen werde oder der Tröster oder auch unser Fürsprecher. Ein andermal ist von Kraft die Rede oder sogar von Feuer. Und in der Tat, wenn wir uns dem bewusst sind, dann erkennen wir plötzlich, dass es sehr lebendig her- und zugeht um uns herum. Trachtet unsere Seele ganztäglich nach dem Himmelreich, dann wird sie der Kraft gewahr, die sie ununterbrochen umgibt. Es ist der Heilige Geist. Oder sind es die Heiligen Geister? Warum nicht? Sind denn diese ausgesandten Geister, uns zu dienen nicht heilig? Oh doch! Sie sind abgesondert, sie stehen im Auftrag Gottes, und uns als Botschafter Seiner Statt gegeben. Sie handeln alle im Sinne Gottes mit einem Ziel: Gott zu verherrlichen. Also sind sie doch heilig in ihrem ganzen Wesen. Und sie sind eines Sinnes. So, wie wir das uns hier auf Erden kaum vorstellen können. Aber sie sind wirklich eines Sinnes, sie sind eines Geistes. Und so könnte man sagen, dieser Eine Geist hat tausende Hände und Füsse um den Menschen zu dienen. Alle in Einem Geist, ein Heiliger Geist, aber viele Heilige Geister. So verschmelzen Singular und Plural und es ist plötzlich keine Frage der Grammatik mehr.

Jesus spricht von einem einzigen Heiligen Geist. Bedenken wir, dass die Menschen in Seiner Zeit auf Erden noch durch und durch vom Aberglauben durchdrungen waren. Hunderte von griechischen und römischen Götter waren in den Köpfen der Heiden. Wären dann noch die Engel mit all ihren “Funktionen” dazugekommen, ein heilloses Durcheinander wäre die Folge gewesen. So sprach Jesus vom Heiligen Geist, als einem, der die Herzen erfüllen und sie führen, beschützen und vor allem auch lehren würde. Das genügte. Dies war ein wichtiger Grund, aber ich denke, es war nicht der Hauptgrund.

Hätte Jesus von den Engeln, den Geistwesen als Beschützer, Führer und Lehrer gelehrt, es wäre wohl zu einem Engelkult gekommen. Genauso wie es heute einen Heiligen-Geist-Kult gibt. Er kommt zwar sehr fromm daher, hält die Bibel unter dem Arm, aber dieser Kult mit Lall-Ritual hat nichts mit dem Evangelium des Kreuzes zu tun.

Würden wir mit den Engeln die stets um uns herum sind so umgehen wie die Pfingstler mit ihrem (H)eiligen Geist, dann hätte wohl das Kreuz gar keinen Stellenwert mehr.

Ich persönlich weiss, dass ich etliche solche heilige Geistwesen um mich habe und danke aber immer meiner alleinigen Ansprechsperson und das ist der Himmlische Vater. Manchmal bitte ich Ihn, mir Hilfe in Form von “Facharbeiter” zu schicken, wenn ich in meiner materiellen Arbeit nicht weiterkomme, weil hier im Urwald die materiellen Facharbeiter rar sind. Dann kommt es fast immer vor, dass ich dann zur richtigen Zeit den richtigen Gedanken habe – und die Arbeit läuft wieder wie geschmiert. Aber nicht nur. Ich bin etwas vergesslich geworden – aber eigentlich kein Problem, ich habe geistige Hilfe.

Die geistige Parallelwelt

Alle Menschen dieser Erde sind von geistigen Wesen umgeben. Wie schon oben erwähnt, natürlich nicht nur von Göttlichen, sondern auch von jenen, die von der Finsteren Macht geschickt werden. Man könnte sagen, es ist so, wie Martin Luther das einst gesagt hat. Entweder der Mensch wird von den teuflischen Geistern geritten oder von den Göttlichen. Nur meinte er leider, dass der Mensch niemals den Reiter wechseln könne und daher seiner Prädestination folgen müsse. Das ist natürlich nicht wahr. Der Mensch kann, ja soll den Reiter wechseln. Das geschieht je nach Beschaffenheit der Seele. Ist sie der Sünde ergeben und auf das Materielle fokussiert, dann werden die Göttlichen Reiter nicht aufsteigen. Diese Seele bleibt weiter “vom Teufel geritten”.

Je reiner die Seele wird, desto reiner und höher werden die Geistigen Begleiter. Dieser Entwicklungsprozess geht immer weiter und wird wohl kaum hier auf Erden gänzlich abgeschlossen sein.

Nun wäre es aber falsch anzunehmen, dass mit der Bekehrung und der vermeintlich dieser auf dem Fuss folgenden Wiedergeburt schon alles palletti sei und wir so gut wie gerechtfertigt vor Gott stehen und gleich mit dem Richten der Engel beginnen können. Nein, das sind Illusionen. Evangelische Illusionen.

Was aber keine Illusion ist, ist, dass wir unsere Seele mehr und mehr dem – guten, Göttlichen – Geistigen Einfluss öffnen sollen. “Die Salbung, die in euch ist, wird euch alles lehren” sagt Johannes im ersten Brief. So bleibt uns als allererstes, unser Haus zu kehren, damit der Bräutigam einkehren kann und nicht auf der Schwelle wieder rechtsumkehrt macht.

Verwirrt, absurd?

Mag sein, dass Du, mein lieber Freund jetzt etwas verwirrt bist oder denkst, das mit den Heiligen Geistern (Plural) sei doch absurd. Vielleicht sagst Du auch, dass Du das nicht nachvollziehen kannst und wendest Deinen Daumen nach Süden. Macht nichts, der Zweck ist erreicht. Wenn Du Dir doch wenigstens einige wenige Gedanken gemacht hast, und das hast Du ja, sonst hättest Du nicht bis hier gelesen, dann ist alles gut. Denn auch nur wenige Gedanken sind es, die zum (späteren) Nachdenken anregen und genau dieses Nachdenken dient dazu, dass die Dich umgebenden himmlischen Lehrgeister Dich lehren können! Ohne Nachdenken bleibt die Seele stumpf und blöde und bleibt ohne jeglichen geistigen Einfluss.









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Jesus segne Dich!