Samstag, 3. Januar 2026

Stoff, Materie und Geist.

Der Weg vom Chaos zur Ordnung, oder vom Schatten zum Licht. 

Fangen wir diese im Untertitel vielversprechende Meditation mit einer Frage über uns selbst an: 


Aus welchem tiefen Grund sieht der Mensch in diesem Leben überall Chaos und steht so oft am Rande der Verzweiflung, die ihn dazu treibt jeden Schritt den er macht mit allen möglichen Mitteln abzusichern, sich übermäßig mit seinem Schicksal herumzuquälen, sich dabei alle möglichen Aberglauben zu eigen macht, ja sogar die Anwendung von Gewalt gegen andere rechtfertigt? Falls diese Frage uns übertrieben vorkommt, beachten wir dazu kurz ein paar Statistiken aus der EU: Insgesamt, als Mittelwert aller Untersuchungen in 2024/2025, leben etwa 50-60% der EU-Bevölkerung mit spürbaren Ängsten vor Katastrophen und Gesundheitsrisiken. Rund 84 Millionen Menschen in der EU leiden unter mentalen Gesundheitsproblemen, oft verstärkt durch Ängste vor Krisen.


Das führt uns zur zweiten, wichtigen Frage für unsere Überlegung: Ist alles was Chaos und Zerstörung bedeutet ein grundlegender Bestandteil unseres Wesens/Lebens? Könnte es anders sein, wenn nicht die Umstände des Lebens, so wohl unsere Empfindungen? Wieso fällt es der Menschheit generell so schwer in voller Zuversicht und Frieden zu leben, was ihre Existenz und Zukunft betrifft?


Um solchen Fragen eine Antwort zu geben in dieser sehr kurz gefassten Überlegung, wollen wir den Schatten des Chaos, der uns täglich verfolgt, identifizieren und dann versuchen, im reinen Vertrauen zu Gott und Seinem Heilsplan, die Angst vor katastrophalen Ereignissen in unserem Leben, sei es auf persönlicher oder auf globaler Ebene (Gesellschaft / Natur), zu überwinden. Dazu wollen wir unsere Gedanken zum Geist Gottes richten, als schützende Kraft, die in weiser Ordnung dem Leben einen von Liebe umfassten Zweck gegeben hat. 

 

Wir werden einen kurzen aber tiefen geistigen Ausflug bis zum Anfang unseres Daseins machen. Dafür müssen wir uns die Schöpfung des Weltalls anschauen, aus was es gemacht ist und dabei den Ursprung und Zweck der Materie erfassen, einen heiligen Zweck den der Schöpfer in jedes Atom des Universums gelegt hat. So, durch das rechte Verständnis des Zwecks der Schöpfung, befähigen wir uns, nicht länger in allem nur Chaos und Tod zu sehen, sondern Ordnung und Leben, ein unzerstörbares Leben unter göttlichem Schutz aus der Liebe des Herrn. Wir wollen uns, durch diese Gedanken, ermöglichen, hier einen entscheidenden Schritt vom Schatten, der uns bedrückt, zum Licht zu machen, das uns befreit. Schauen wir also, in geistiger Ansicht, auf die Schöpfung: 


Gott hat das Weltall nicht aus dem Nichts erschaffen, sondern aus einem geistigen Substrat, das wir Urstoff oder ganz einfach Stoff nennen können, welcher sich von der Materie, die wir als Elemente kennen, als etwas Formloses, ohne jegliche Struktur unterscheidet und dabei unsichtbar ist. Die uns heute bekannte Materie werden wir somit als Produkt von jenem Stoff, dank der Schöpfung, als geordnete Elemente annehmen (Periodensystem). Doch, woher nahm Gott diesen Urstoff, bzw. wie ist er erstanden? Diese Frage führt uns zum Anfang


Ein Blick in das Evangelium, Johannes 1.


Vor der Schöpfung des materiellen, sichtbaren Universums gab es eine rein geistige Schöpfung aus den Gedanken der Gottheit, die in Johannes 1 als das Wort das am Anfang war, beschrieben wird. Das Wort war der grosse Schöpfungsgedanke Gottes, ausgedrückt in rein geistige Wesen, unzählig viele, von denen jedoch ein Teil, in der Sphäre eines Geistes den wir Luzifer oder Lichtträger nennen (Joh.1.4  in ihm -dem Wort- war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen) ihre göttliche Herkunft nicht anerkannten, Gott und Sein Licht verleugnend, wie es bei Joh. 1.5 geschrieben steht als Und das Licht leuchtet in der Finsternis / und die Finsternis hat es nicht erfasst. - Nun steht dort zwar „Menschen” und nicht „Geister”, aber wir können Menschen durch Geister ersetzen indem wir uns in jenen Wesen wieder erkennen, die vor dem materiellen Universum geschaffen wurden. Heute wie damals in jener fernen Zeit wollen wir das Licht Gottes in uns immer noch nicht erkennen. Johannes 1 beschränkt sich nicht auf das materielle Universum, sondern bezieht sich auf die ganze Schöpfung als etwas Einheitliches, wo Geist und Materie Strecken des Weges sind auf dem wir uns befinden als Kinder Gottes. Weiter unten werden wir diese Idee illustrieren. 


Was bei Joh. 1.5 geschrieben steht -und die Finsternis erkannte das Licht nicht- hat u.a. mit einem Sündenfall zu tun, der vor ewig langer Zeit geschah, in der geistigen Schöpfung. Der Schatten dieses Falles verfolgt uns immer noch, als Schatten unseres Todes im Leib. Was wir den ersten Sündenfall nennen ist die freie Entscheidung unzähliger geistigen Wesen, Geister der Urschöpfung, einem Führer zu folgen (Luzifer) der sich von Gott trennen wollte, um selbst Herrscher zu sein, in seiner eigenen Ordnung. Diese Trennung ist als Liebesentzug zu verstehen. Da Liebe nur durch gegenseitige Strömung zur Erfüllung bringen kann, weil der Liebende durch die vom Geliebten ihm geschenkte Liebe wahrhaftig lebt, musste bei jenem Entzug der Liebe seitens Luzifer gegen Gott, einer der beiden verlieren, und dieser war sicher nicht Gott, den Gott ist der Urgeist und wie bei Johannes 1 steht, das Wort, das Licht und das Leben selbst. Gott ist Der der Er ist, das Sein in Sich, unabhängig von allem, sonst wäre er nicht Gott, also das Urwesen. Jegliches Geschöpf aber, sei es noch so mächtig, lebt durch die gegenseitige Liebe zum Urwesen, Gott. 


Das Licht des Lebens, also Gott, nicht erkennen, führte jene Geister in einen lichtlosen Zustand, was einem leblosen Zustand gleichkam. Dieser Zustand ohne Licht, also ohne das Leben aus Gott, kann als Fall beschrieben werden. Und so kommen wir zum Urstoff und zum Punkt an dem Gott die Verbindung der Liebe zu den gefallenen Rebellen erneut herstellen wird, in einer materiellen Schöpfung. Man könnte sich fragen wieso Gott sich diese Mühe genommen hat für die Abtrünnigen, die ihn doch nicht liebten und Er andererseits zahllose Scharen Engelsgeister treu an Seiner Seite hatte. 


Doch Gott hat das Weltall geschaffen, zur Rettung der leblosen Geschöpfe, weil er erstens die reine Liebe ist. Liebe ist eine Anziehungskraft, und Gott, der ganz Liebe ist, kann nichts, was durch seine Liebe geschaffen wurde, von sich trennen, wirklich trennen, womit wir zu dem zweiten Punkt gelangen, dass Gott alles ist;  dass nichts was einmal aus Gott geschaffen wurde zerstört werden kann, denn dann würde Er einen Teil von Sich selbst vernichten, was rein unmöglich ist, den Gott IST; Er ist das Sein, was niemals nicht sein kann. Darum ist Gott - Christus auch immer der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh. 14.6). So ist Gott auch der Weg zum Leben durch die materielle Schöpfung und die Materie ist der Boden auf dem Er schreitet, bzw. auf dem Er uns zum Leben ruft, welches wohl ein Leben sein wird in dem der Geist des Menschen mit seiner Seele die materielle Ebene überwinden muss, weil sie kein endgültiger Standplatz ist für uns, sondern lediglich eine Brücke. Wer das erfasst, erfasst auch das Licht Gottes und befreit sich von der Finsternis in der er sich unter Ängsten befand. So hätten wir schon auf unsere Frage geantwortet. Es lohnt sich aber unsere Gedanken ein wenig weiter streifen zu lassen auf diesem Weg zum wahren Leben. 


Die Materie ist also eine Brücke, die sich durch Gottes Willen über den Abgrund der Trennung der Seele von Gott zu Seinem Reich erstreckt, ein monumentales Werk, das nur Er, der das Wort und das Licht des Lebens ist, schaffen kann; ein Werk, das den Urstoff in Materie verwandelt, die für ein neues Leben jenseits dieser Materie nützlich ist, die, eines noch fernen Tages, ihre Funktion erfüllt haben wird als Träger von geistigem Leben. Das folgende Bild soll diese Idee illustrieren.  



Der Urfall der Geister bildete den Urstoff des Universums, nämlich durch eine vollkommene Zerstreuung bis in die kleinsten Teile, jener Wesen die am Anfang geschaffen wurden. Diese kleinsten Teile können noch nicht Materie genannt werden, sondern Stoff, der die ersten Zentralsonnen und durch diese die restlichen planetaren Sonnensysteme gebildet hat und immer noch bildet, und der heute noch im Äther unsichtbar überall verteilt zwischen den materiellen Welten schwebt. Er erscheint, durch Verdichtung, als Nebel (Nebulae) im Weltraum, bildet Sonnen und Planeten aus protoplanetaren Wolken und fällt auch auf schon lange geschaffene und für das Leben reife Welten bzw. wird vom Licht der Sonnen dorthin befördert, um sich dem Weg der Materie und ihrer durch chemische und atomare Verbindungen geschaffenen Lebensformen anzuschliessen. 


Vom Urstoff ausgehend, dank der Schwingung des Wortes aus Gott und in Gott, bilden die Lebensbrücke Atome die sich zu Molekülen verbinden, Moleküle in weiteren Verbindungen als  Lebensformen erscheinen die die Pflanzen und Tierwelt darstellen. Den Schluss der Brücke, der sich mit dem Reich Gottes verbindet, den bildet der Mensch selbst, der, wenn er den letzten Schritt hin zum wahren Leben im reinen Geist machen will, sich ganz von der Materie, die ihn bis zu diesem Leben das wir kennen gebracht hat, befreien muss, indem er das Licht Gottes in sich erkennt, also ein aus Gott und nicht aus dem Blut und dem Willen des Fleisches Geborener (Joh.1.12-13).


So mancher der das hier liest, könnte sich fragen ob die Wissenschaft mit dieser Behauptung über einen Urstoff etwas anfangen kann, also in ihren Werken Konzepte finden kann die sich mit dem Urstoff vergleichen, als etwas zweifellos Mysteriöses. Welche Kandidaten aus den wissenschaftlichen Erforschungen könnten diesem hier besagten Urstoff also entsprechen? Um dieser Frage entgegenzukommen, fällt mir etwas Schattiges ein: Nach unserem heutigen wissenschaftlichen Standpunkt, bietet uns die Astrophysik und die Mathematik für den Urstoff die dunkle Materie und die dunkle Energie an. 


Das wird nicht von der Wissenschaft behauptet, sondern das sagen wir hier. Diesen Vergleich wollen wir aber hier nur auf den Tisch legen, für zukünftige Beobachtungen, weil es sich um eine noch nicht beweisbare Intuition handelt, die aber die Sache über die sichtbaren und unsichtbaren Bestandteile des Universum mit Sicherheit interessanter macht, deren Wesen und Ursprung noch keine  Erklärung seitens der Wissenschaft bekommen hat. Diese Intuition findet eine fast sichtbare Spur, wenn wir uns zur Quantenphysik richten. Urstoff und Quantenfelder deuten gleichermassen auf einen unsichtbaren Hintergrund der Erschaffung von Materie. Eine sehr kurze Beschreibung von Quantenfeldern wäre: Ein Quantenfeld ist ein unsichtbares, das gesamte Universum durchdringendes Feld, dessen quantisierte Schwingungen oder Anregungen als Elementarteilchen (wie Elektronen oder Photonen) wahrgenommen werden. Zusammenfassend sind Quantenfelder die fundamentalen Bausteine des Universums, die sowohl Materie als auch Kräfte beschreiben, indem sie als Träger und Erzeuger von Teilchen fungieren. 


Was die Quantenphysik noch nicht offen bestätigt, wohl ahnt, ist die Wirkung des Geist Gottes, den wir ja hier, um unser Vertrauen   zum Leben zu stärken, als die allein agierende Kraft erfassen wollen, wie bei Joh 1.4 geschrieben steht. Wenn wir nun die Begriffe ‘Schwingung’ und ‘Anregung’ mit dem Wort Gottes vergleichen, ist eine Verbindung der Wissenschaft mit der reinen Religion möglich. In dieser Verbindung unterstützen und bereichern sich Glauben und Wissen gegenseitig. Dabei erklärt der Glaube, der sich im der spirituellen Ebene bewegt, den Ursprung von dem was das Wissen erforscht, aber nicht dessen Herkunft und wahres Wesen beweisen kann, eben weil es rein geistig ist. 


Der Urfall, das ist uns nun deutlicher, indem wir Glauben und Wissen versöhnen, hat also zum Urstoff geführt. Wir können diesen Urstoff, weil unsichtbar, als Quantenfeld erkennen, das für uns etwas ist, also keine Leere aus der Materie entspringt, denn aus nichts kann nichts kommen. Gott schafft aus Sich selbst, also aus dem Sein. Wir wollen auch offen bleiben für eine mögliche Beziehung zwischen Quantenfeldern und der dunklen Materie/Energie. Die Zukunft wir uns zeigen ob eine Verbindung zwischen beiden Konzepten besteht oder nicht. Wir können aber, zu unserem geistigen Gedankengang, den Urstoff problemlos weiter benutzen um den Schritt vom Chaos zur Ordnung,  ja vom Schatten zum Licht zu begreifen und den Heilsplan Gottes in der Schöpfung zu erkennen. 


Damit dieser Urstoff, bis ins Unendliche aufgelöst und zerteilt durch die Trennung in der Liebe von Gott, und der ja im Grunde Geister unter dem Gericht Gottes sind, jene Ur-Wesen aus welchen er besteht neu bilden kann, kommt die göttliche Schöpfung ins Spiel, die mit einer Schwingung, was wir das Wort in Gott nennen, eine allgemeine Regung oder Gedanken in den Urstoff legt, damit stufenweise Elemente entstehen die Formen bilden, die das Geistige in stets grösser Freiheit und Bewusstsein ausdrücken können. Der Urstoff bildet das Substrat, ein geistig-materielles, strukturloses Substrat, Teilchen die noch unsichtbar den Raum füllen, weil sie im höchsten Grade zerstreute geistige Potenzen sind, Intelligenz ohne Ordnung, Einheit oder Macht zur Organisation. Das ist was wir Tod nennen und was uns so beängstigt, die Ohnmacht und Bewusstlosigkeit. Die Schöpfung Gottes bahnt nun diesen geistigen Potenzen einen, wenn auch langwierigen, aber sicheren Weg zu einem Ziel, das Leben, verstanden als wiedergewonnene Freiheit und Macht in perfekter Harmonie, als neue, individuelle, unzerstörbare, freie und mit Gott (in der Liebe) verbundene Wesen, wir Menschen, als Ebenbild der Perfektion Gottes, also ein geschaffenes Ebenbild des Schöpfers. 



Es handelt sich also um einen Kreis der im Geist seinen Anfang hat, also als Wort in Gott, am Anfang, und sich im Geist, nach langer Zeit, wieder schliesst, weshalb man Gott als das Alpha und das Omega Ω bezeichnet. Da wir hier aber nicht, wie viele Denker und Philosophen, davon ausgehen, dass sich der ganze Zyklus endlos wiederholt und die gleichen Geister wieder fallen, also wir – denn dann hätten wir nichts gelernt und unsere Verbesserung wäre nur scheinbar – können wir die ganze Schöpfung, die oben als Kreis dargestellt ist, um zu zeigen, dass Anfang und Ende in Gott liegen, auch linear darstellen, nur um uns von dieser Idee der ewigen Wiederholung (wie Nietzsche sie versteht) zu distanzieren.



Dabei schließen wir aber auf keinen Fall eine neue Schöpfung von neuen Geistern aus, die dann ebenfalls in ihrer Freiheit das Licht Gottes nicht erkennen werden, wodurch sich der Prozess dann für diese Seelen und wir würden diejenigen sein, die, treu an der Seite Gottes, dem neuen Heilsplan dienen würden, um diesen neuen Brüdern zu helfen, das Licht Gottes zu erkennen. Denn der Weg zu Gott ist stets eine Art Umweg, nicht für alle, aber doch für viele Geschöpfe. Die Engel die an Gottes Seite bleiben, also die Verbindung aus der Liebe zum Licht des Lebens nicht abbrechen, ersparen sich den Fall, der sie zu Urstoff als ein geistiger Zustand der Dunkelheit und Zerstreuung bringt. 


Zusammenfassend erhalten wir Folgendes, um den Übergang vom universellen Substrat zur organisierten Materie zu verstehen: 

Urfall der Geister in Luzifer --- Urstoff als Unterlage der materiellen Schöpfung.                        


Schöpfung Gottes des materiellen Universums --- Materie/Elemente = stets komplexere Verbindungen des Urstoffes als Atome und Moleküle. 


Dabei ist Materie die äussere Hülle geistiger Potenzen.


Weil die Materie, die ja aus Urstoff gemacht, der durch die Kräfte der Schöpfung verbunden und geordnet wird, nur die äussere Hülle von geistiger Intelligenz bildet, ist der Endzweck der Schöpfung, durch Verbindungen der Materie auch diese geistigen Kräfte zu vereinen, um ihnen stets mehr Intelligenz (Licht) zu geben, also Bewusstsein. Dieses Selbstbewusstsein soll sich letztendlich zum göttlichen Sein erheben, weshalb Gott nur in uns entdeckt und erweckt werden kann, als das reine Sein, was Gott als Sein Ebenbild geschaffen hatte.


Alles ist Geist. Der Unterschied liegt im Grad des Seins als einheitliches Wesen.    


Zerstreuung / Gericht ——— Schöpfung ——— Erlösung und Wiedergeburt im Licht.

Stoff. --- Materie. --- Struktur/Form. ---Lebewesen. ---Freie, individuelle Geister.    


Stoff = Chaos / Materie = zweckmäßige Ordnung


Die göttliche Schöpfung, durch sieben Geister Gottes, d.h. göttliche Eigenschaften, verwandelt Stoff in Materie. So erhält Stoff eine geordnete Form, die im Licht ein Dasein bekommt, durch den Willen Gottes (Gericht) im Dienst der Erlösung der gefallenen Geister im Rahmen der materiellen, eigentlich zweiten geistigen Schöpfung, denn alle Materie ist im Grunde nur Geist. Die Schöpfung ist der Weg vom Chaos zur Ordnung, durch die Wahrheit aus der Lebenskraft Gottes zur Bergung der gefallenen Geister. Dieses Leben kam zu uns als Christus. Das können wir bei Joh.14.6 lesen: Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.


Diese Geister, zerteil im ganzen Weltall als Urstoff, brauchen aber einen Zünder um vom Chaos zur Ordnung, Einheit und Selbstbewusstsein zu gelangen. So kommen wir zum Licht. Dieses Licht, ein Materielles-Natürliches aus den Sonnen -welches von einer geistigen Lichtquelle (geistige Sonne im Himmelsreich) angetrieben wird, weil alle Schöpfungskraft, wie wir gesehen haben, im Geist liegt- übt eine anregende Wirkung auf die Materie, d.h. eigentlich auf die Geister, die es aber nicht erkennen (Joh.1.5), weil sie es nicht als das Leben aus Gott ansehen, sondern aus der Materie selbst und aus sich selbst, denn sie glauben nicht an den Namen Gottes (Joh.1.12-13). Nicht an den Namen Gottes zu glauben bedeutet, nicht an den Geist als etwas Wahres und als Lebenskraft zu glauben. Es bedeutet, die Worte des Herrn zu ignorieren, wenn er uns sagt, dass Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Das war so vor dem Urfall und ist noch immer so in jedem Mensch der Gott als sein Leben verleugnet. Dieser kann mit Recht in Angst vor dem Schatten der Welt leben, weil er das Licht noch nicht erkennt! Jedoch erfüllt das Licht, ungeachtet dessen, seine Funktion in der Schöpfung. Deshalb wollen wir es als geistiges Leuchtmittel auf unserem Weg zum wahren Leben benutzen. Es brauch nicht betont zu werden, dass dieses Licht, dem wir folgen, Christus ist. 



Die Rolle des Lichtes in der Schöpfung. 



Licht ist Leben und Lebensträger für die Menschen, wie bei Joh. 1.4 gesagt wird. Ohne Licht wäre kein Leben und der Mensch könnte auch sich selbst nicht erkennen, obwohl er, wie Joh 1.5 sagt, das Licht nicht erkennt, was sich auf sein inneres geistiges Licht, sein geistiges Wesen, von Gott als Ebenbild gegeben, bezieht, was eigentlich soviel bedeutet wie: die Weisheit Gottes, und Seinen Heiligen Willen aus dieser Weisheit, nicht zu be-folgen. Und wie bereits erwähnt, bedeutet es letztendlich einen Bruch in der Liebe, wenn man einen Weg einschlägt, der dem von Gott vorgegebenen Weg zum Licht entgegensteht.


Das geschah am Anfang, also nach der ersten geistigen Schöpfung, und es geschieht immer noch, wie oben gesagt.  Johannes 1 kann also auf jeden unserer Anfänge bezogen werden; auf jede Epoche der Menschheit die einen Anfangspunkt darstellt, wie das erste Menschenpaar, die ersten Zivilisationen, oder die Ankunft Jesu Christi auf Erden. Bei jedem Beginn sahen wir das Licht des Lebens nicht, fielen also in Gottesverleugnung durch Eigenliebe, was letztendlich von einer Phase des Scheinlichtes aus uns selbst (Selbstbetrug) zur Dunkelheit und dem Fall führt, sei es ein Mensch oder ein Reich auf Erden. Unsere Geschichte ist voll von solchen Fällen. Wir wollen das sehr gut verstehen und somit unsere Meditation zum wahren Licht, das Göttliche, leiten, um niemals mehr in Dunkelheit zu stehen, zitternd vor Angst wie kleine Kinder. Das natürliche Licht, das Gott in unzähligen Sonnen aus Seinem Lichtgeist für das Leben angezündet hat, kann uns ein Wegweiser sein, wenn wir die materielle Schöpfung als Kulisse unserer geistigen Erlösung erfassen. 


Licht ist also ein Lebensbeförderer in der Schöpfung, was uns erleuchtet, dass Licht nicht nur geschaffen wurde um den Raum zu erhellen, sondern um der zweckmäßigen Ordnung der Materie die notwendige Kraft zu geben, sich zu dem zu bewegen zu was die Materie als Hülle des geistigen Lebens bestimmt ist, und zwar zu der progressiven Befreiung der gefallenen Geister die als Urstoff, lichtlos, in Dunkelheit und Chaos lagen. Materie und Licht sind damit untrennbare Vektoren der sichtbaren Schöpfung, so tief miteinander verbunden, dass materielles Licht ohne materielle Gegenstände auf das es treffen kann, unsichtbar ist, wie man bei der Beobachtung des ‘leeren’ Weltraums erkennen kann. Dasselbe gilt logischerweise für die Materie, die ohne Licht auch unsichtbar wäre, aber nicht nur das, sondern reglos, leblos und unfähig Lebensformen su bilden. Ohne Licht wären wir also nicht entstanden als Wesen in der materiellen Schöpfung, was auch unser geistiges Leben zu einer kompletten Stagnation führen würde, denn wir, als die verlorenen Söhne, die sich vom Himmelsvater trennten, brauchen die dynamische Ordnung der Materie, also Fortschritt der Lebensformen, durch Licht bewirkt, um unsere menschlichen Hüllen zu bilden für dieses Leben in der materiellen, an Zeit und Raum gebundenen Ebene.   


Materie + Licht = Lebensformen = Mensch. 


Jetzt haben wir den Stoff als geistig-materielle Unterlage, als Quantum der Materie erkannt, was uns vor den eigenen tiefen Schatten stellt, aus dem wir aufgetaucht sind als bewusste Wesen. Diese Schatten, die wir so sehr fürchten, die unseres Todes, stammen aus jenem fernen Zustand dunklen Bewusstseins, der unseren Fall verursachte, indem er uns von Gott, von Seinem Licht des Lebens, trennte. Manche würden nun sagen, dass wir dies in unseren Genen tragen, aber es ist viel älter, viel weiter zurückliegend und tiefer als das. Und hier liegt nun unsere Antwort darauf, warum wir mit fast permanenter Angst und Unruhe leben und welcher der einzige Weg ist, der uns von dieser Qual befreit.


Wir haben nun die Materie dann als Träger der Intelligenz oder Licht erkannt, indem es durch Licht aus den Sonnen, Lichtfacetten widerspiegelt in jedem Gegenstand im Weltall, sei es ein Planet oder eine Blume. Wir wissen jetzt auch, dass die materielle Schöpfung ein geistiges Ziel hat, eine Strecke eines Kreislaufs ist. Doch das reicht noch lange nicht aus, um zu dem Vertrauen zu gelangen das uns von der besagten Angst vor Chaos und Tod befreien soll. Wir müssen uns dran erinnern und darauf bestehen: Es ist notwendig, unseren Blick tief nach innen in das Zentrum der Schöpfung zu werfen, was genauso viel bedeutet wie in uns das wahre Licht Gottes zu erkennen. Wenn nämlich die ganze Schöpfung, geteilt in eine Geistige und eine Materielle, im Grunde zwei Hälften eines Kreises sind, wo Anfang (Alpha) und Ende (Omega) sich treffen, sie also eine rein geistige Angelegenheit ist und die Materie nur einen Zustand des Geistes darstellt, muss unsere Betrachtung sich zu dem Geist hinwenden der dieses Uhrwerk unaufhörlich den lebenswichtigen Antrieb gibt, was uns zur Allgegenwärtigkeit Gottes führt. 


Gott als der über alles wirkende Geist. 


Erinnern wir uns kurz daran, dass die Definition des Quantenfeldes lautet, dass es sich um etwas handelt, das sich über das gesamte Universum erstreckt. Ohne damit sagen zu wollen, dass Gott ein Quantenfeld oder Das Quantenfeld ist, ist Sein (heiliger) Geist das, was uns als diese grenzenlose Kraft erscheint. Diese unbegrenzte Kraft ist der Wille Gottes, mit dem er die gesamte Schöpfung antreibt. Dieser Wille entspringt der göttlichen Liebe und seiner Weisheit und kann nur Ordnung und gute Dinge schaffen, die ihre Rolle in dieser Ordnung erfüllen. 


Wenn wir von der Umwandlung des Urstoffs zu organisierter Materie reden, wie auch vom Licht und die in ihm liegende Wärme als die Kraft die der Schöpfung die notwendigen Schwung gibt Lebewesen zu formen und letztendlich uns Menschen, müssen wir die eigentliche Ursache von allem in unser Bewusstsein heben, welche natürlich Gott ist. Und da wir ja unsere Seele von der Angst vor dem sicheren Tod im Leibe befreien wollen, möchten wir uns mit Seiner Kraft verbinden, jene Kraft die das Weltall erschaffen hat um uns vom Schatten zu befreien und in das Licht zu führen das wir unwillig waren zu erfassen, wie bei Johannes 1.5 behauptet wird, sicher nicht als Lektüre zu unserem eitlen Zeitvertreib.


Die Verbindung in der Liebe. 


Wir wollen, uns in Joh. 1 inspirierend, noch einmal kurz klarstellen, dass alles Leben nur in Verbindung zum Herrn als solches erscheinen und bestehen kann; sich dank dieser Verbindung als einheitliches, in verschiedenen Graden selbstbewusstes Leben in einem Geschöpf äussern kann. Diese Verbindung der Seele zu Gott wird nur durch die Liebe aufgestellt und erhalten. Die Liebe der Menschenseele ist aber an einen freien Willen gebunden in uns und wir können sie also von Gott nehmen und sie anderen Sachen geben, was wir Welt nennen, eine Welt die im Grunde nur der Spiegel unserer Eigenliebe oder Selbstsucht ist. Liebe ist kein flüchtiges Gefühl; sie ist eine Kraft die das Leben, das wir erleben, bestimmt. Würde sich unsere Liebe entschieden zum Herrn wenden, hätten wir mit Sicherheit eine ganz anderes Leben in einer ganz anderen Welt als die uns Bekannte. Darüber wird wohl kaum einer streiten. Wie wir aber gesehen haben und hoffentlich auch begriffen, ist die von Gott abgewandte und der Welt zugewandte Liebe unumgänglich mit unserem Fall, also dem Tod verbunden, was unsere Welt leider auf Kampf und Konkurrenz begründet, als auf gegenseitige Liebe. Wir können unsere Welt und unser Leben komplett umgestalten, indem wir unsere Liebe umwandeln, im Glauben und Zuversicht zum Herrn. Ja, wir könnten, dank einer neuen und besseren Liebe, hier auf Erden in einem wahren Paradies leben, als wundervolles Vorgericht des ewigen geistigen Lebens, in Fülle und Frieden! Deshalb sagt Jesus: wer an mich glaubt und an meinen Vater, wird das ewige Leben haben (Joh.3.16 / Joh. 6.47). Und dieses ewige Leben ist eine Verheissung über unsere Befreiung vom Schatten der Angst.  


Ein Leben ohne Schatten. 


Wir haben hier versucht zu verstehen wieso unser Leben hier so geplagt von Sorgen ist, und wie wir diese Sorgen höchstmöglich aufheben können, nicht mit einer Vollkasko Versicherung (das Wort Kasko bedeutet Hülle), sondern indem wir den Heilsplan des Herrn erfassen, der uns gewidmet ist, der Menschheit im Universum, also eine Ordnung und Zweck bestehen, die unter dem Schutz Gottes stehen, was auch uns und gerade uns unter diesen Schutzschirm stellt, denn, wie auf dem Bild des Kreislaufs der Schöpfung angedeutet, ist der Mensch, wir, das Endziel der steigenden Ordnung der Materie al Träger des Geistes, ein Geist, der nie aufgehört hat, solcher zu sein; er musste lediglich verschiedene Bewusstseinszustände durchlaufen, von weniger frei zur grössten Freiheit, bzw. vom Schatten zum Licht. 


Diese fortschreitende Ordnung in der Schöpfung dient der Ansammlung von Licht in jeder einzelnen Seele. Jede Seele ist ein Lichtjuwel das das Licht Gottes in sich sammeln und als göttliches Ebenbild abgeben kann in den Strahlen der wahren Liebe. Eine Seele ist nichts anderes als ein Gefäss das sich mit Liebe füllen kann, um sie in der von Gott gegebenen Fülle an andere Seelen, die noch unter Lichtmangel leiden, weiterzugeben. Jeder von uns kann so die Schatten des Lebens vertreiben, zuerst in sich, mit Gottes Wort, dann für diejenigen die sehen und zuhören wollen, um den Schatten in ihrem Leben auflösen. Leben ist Licht verbreiten, oder, wenn man anders will, aus der von Gott gegebenen Freiheit der Seele, Schatten als Licht zu bieten, also Lügen, anstatt Wahrheit, was in den Werken jedes einzelnen zu erkennen ist. Das ist der Weg auf dem der Mensch seine Liebe zu Gott befreien kann, weil er die Liebe Gottes zu ihm spürt. Auf diesem Weg wird kein Licht je mehr einen Schatten werfen können, denn die Liebe zum Herrn, als Liebe über alles, befreit uns von der Sünde, die die Ausgeburt einer schlechten Liebe war, die uns in die Schattenwelt des Todes beförderte. 


Das geistige Licht des Lebens aus Gott ist ein Licht von Herrlichkeit für die Seele, die frei von Sorgen und Angst im wahren Leben ohne Schatten waltet. 


Doch wir sind noch nicht so weit, denn wir leben in dieser materiellen Welt, wo Licht ist das auf einen Gegenstand trifft, da wirft dieser Gegenstand auch einen Schatten. Unser eigener Körper, solange wir leben, wird stet einen Schatten mit sich ziehen, sobald Licht auf uns fällt. Wenn man Johannes 1.5 auf diese uns allen sehr bekannte Tatsache anwendet, ist unser Schatten, in geistiger Entsprechung, ein Zeichen der Sünde, die der Urfall, also die Trennung vom Licht des Lebens, Gott, verursacht hat. Unser Schatten erinnert uns also an unsere tiefste Vergangenheit. Diese Idee des Schattens wird auch in der modernen Psychologie angewendet und mehr oder weniger richtig interpretiert, als Teil unseres Wesens das wir ins Licht bringen sollen. Spirituell gesehen, heisst das nichts anderes al Gott in uns wieder zu sehen, wie Johannes 1.12 sagt: Allen aber, die ihn aufnahmen, / gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben. 


Um uns vom Schatten zu befreien, müssen wir uns, in uns, durch Gebet und Meditation zum Licht des heiligen Geistes wenden, doch hauptsächlich was unsere Liebe betrifft, die wir von der Aussenwelt und ihrem materiellen Licht nach innen richten sollen, jedoch nicht als Eigenliebe, sondern als Zuneigung zu dem was uns dem Herrn in Seinen Eigenschaften ähnlich macht: weise Liebe, Willenskraft, Geduld, Ausdauer und über alles, Barmherzigkeit zum Mitmenschen. Nur so können wir uns vom Schatten der Sünde befreien, und somit von unseren tiefsten Ängsten, denn wir haben diese Macht und Freiheit vom Herrn durch den heiligen Geist erhalten, den wir nur als unseren inneren Führer, in Gehorsam zu Gottes Willen, voll akzeptieren müssen. 


Wer das mit Demut und Ernsthaftigkeit in seiner Seele befolgt, der wird, wenn er seinen materiellen Leib ablegt als seinen letzten Schatten, in einer rein geistigen Welt im Jenseits aufwachen, in einem Leben frei von Sünde und ohne Schatten, unter dem Licht der ewigen Sonne die im Himmel als die leuchtende Gegenwart des Herrn für alle seine Kinder und Geschöpfe strahlt.  


Dem Herrn allen Dank und Ehre und unsere bedingungslose Liebe. Amen. 


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René Bijloo. 03-01-2026.  renebijloo@fastmail.fm 



Samstag, 20. Dezember 2025

Ein Leben ohne Raum und Zeit.


Über die Allgegenwart Gottes.  (Schmetterlinge fangen).

 


Die Adventszeit, in der wir uns wieder befinden, ist der ideale Zeitraum des Jahres, um uns mit der Gegenwart des Herrn ein wenig im Geiste zu befassen. Noch gibt es Christen auf dieser Welt, Gott sei dank, deren Herzen sich in freudiger Liebe erwärmen, die die Geburt des Herrn auf Erden in ihnen jedes Jahr entfacht. Unser christliches Weihnachtsfest sind die heiligen Nächte der irdischen Niederkunft Gottes, zu unserer Erlösung. Sie sind zur gleichen Zeit die frohe Erinnerung an den unzerstörbaren Bund der Liebe zwischen Gott und der Menschheit, ein Bund der Mensch und Gott in Vater und Kind verwandelt, was wirklich alles verändert, zum Guten. Diese Christen verstehen also, daß unsere Verbindung mit Christus der Weg zum wahren Leben und Herrlichkeit ist (Joh. 14.6).


Darum möchte ich dem Leser diese, meine persönlichen Gedanken über den innigen Wunsch Christus mal sehen zu dürfen -natürlich erst wenn wir unseren Leib abgeworfen haben- mit viel Liebe mitteilen, nicht nur für diese Weihnachtszeit, sondern für jeden Tag in unserem Leben. Diese Gedanken werden nicht um das wo und wann drehen, wie die Fortsetzung erläutern wird, sondern um das wie. Ich hoffe dabei zusammen einen guten Fang machen zu können, wie Jesus seinen Jüngern zu sagen pflegte (GEJ.- J.Lorber). **


Die Aufgabe ist keine Leichte und verlangt die unschuldige Aufmerksamkeit eines wahren Kinderherzen, denn damit wir uns auch nur eine recht grobe Antwort auf diesen Seelenwunsch geben können, und wie er sich erfüllen kann, müssen wir unsere angewöhnte, erwachsene Denkweise ein wenig beiseite legen, um das Heilige des Himmels zu erfassen. Es ist flüchtiger als man denken könnte, weshalb wir nicht mit den üblichen Werkzeugen unseres Verstandes Hand an die Sache legen wollen. Wir wollen lernen, über etwas was man der Mystik zuschreiben würde. Doch wer lernt alles mit grösster Natürlichkeit? Ja, ein Kind. Lasst uns also frei von alten Mutmaßungen sein; lasst uns erneut Kinder sein, die alles aufnehmen als ob es die pure Wahrheit wäre. Ich möchte uns dabei führen, der Herr stehe mir bei. 


Wenn wir an den Himmel, bzw. das Jenseits denken, ist es für uns fast unmöglich unsere Vorstellungen über jene Welt von Zeit und Raum zu trennen. Deshalb fragen wir, aus unserer angewöhnten Denkweise, wo der Himmel wohl sei, wie groß er ist und wie weit entfernt von dieser materiellen Welt jenes göttliche Reich wohl liegen mag. Unsere ganze Sprache, also unser Denken, ist auf diese Dimensionen erbaut und kaum gibt es einen sprachlichen Ausdruck, der uns erlaubt etwas ohne dessen räumliche und zeitliche Umstände zu beschreiben. Wo und wann, wie lange und wie weit, ist tief in unserer Denkweise eingeflochten. Wenn es also zum Himmel, die geistige Welt kommt und ‘dort’ zum Herrn, fragen wir uns stille: Wo und wann, kann eine Seele im Jenseits den Herrn, Christus, zu sehen bekommen? Wir sollten jedoch, wie gesagt, besser fragen, wie kann ich den Herrn sehen, also, welcher Zustand der Seele, des Ichs, macht das möglich? Es geht also nicht um wo man sein muss um Christus zu treffen, abgesehen von in Seinem Reich, als wie man sein soll in der Liebe. Das  soll unsere Sorge sein, denn diese Frage, also wie, zeigt auf unser Innerstes, dort wo wir lieben. Jeder von uns sollte sich in seiner Liebe zuerst ernsthaft prüfen, bevor er sich diese große Frage stellt. 


Dabei kommt auch gleich die noch größere Frage auf, wenn wir etwas ‘weiter’ denken, wie sich der Herr all den Wesen des Jenseits sichtbar machen kann, die aufnahmefähig sind für Göttliches, somit Gott (in Christus) sehen können, und das zur gleichen Zeit, wo die geistige Welt doch an ‘Ausdehnung’ das materielle Universum so unvorstellbar weit übertrifft? 


Diese große Frage ist, wie gesagt, mit unseren Worten fast nicht zu beantworten, nicht nur, weil wir sie in unserer räumlichen Sprachweise gleich falsch gestellt haben, indem wir an den Himmel als einen unüberschaubaren Raum gedacht haben, sondern weil uns, hier auf der Erde, das Erlebnis den Herrn zu treffen an sich schon zu schön um wahr zu sein vorkommt. Doch diese Sache ist es schon wert, in unseren Herzen auf die Suche nach Licht darüber zu forschen, denn sie birgt den Schlüssel zum Geheimnis des Himmels und der Liebe als Grundlage von allem was sich himmlisch nennen darf, also wohl auch das sichtbare Erscheinen des Herrn in den himmlischen Gemeinschaften der Engel. 


Wir verzagen deshalb nicht auf unserer Suche nach Erleuchtung, denn es wäre uns zu einfach die Sache über Gottes Omnipräsenz mit dem Satz: ‘Bei Gott ist alles möglich’, abzufertigen. So eine universelle, also eine für alles, was den Herrn betrifft, passende Antwort, befriedigt wohl sicher die meisten Denker, jedoch nicht uns, die wir jetzt Kinder geworden sind, die mehr wissen wollen, weil sie lieben wollen was sie wissen, als die reine Wahrheit. Diese reine Wahrheit soll in unserer Liebe zum Herrn als ein himmlisches Licht in uns scheinen. Wahrheit und Liebe sind nämlich immer verbunden, denn was man liebt, das ist wahr für das liebende Herz. Gott lieben muss also auf klare, unverfälschte Kenntnis, soweit es geht, über Sein wahres Wesen begründet sein. Dieses Wesen Gottes soll aber auch geliebt werden können von uns, also nicht unsere Fähigkeiten zu lieben überschreiten, sonst würde allzeit eine Trennung bestehen, wie vor dem neuen Bund den Christus besiegelte mit seiner Ankunft auf dieser Welt. Dieser neue Bund ist das Neue Testament. Wir wollen also vom Alten Testament nichts mehr wissen, weil wir den Herrn persönlich treffen wollen, aus reiner Liebe zu Ihm und nicht aus einem religiösen Gefühl der Ehrfurcht. Gott die Ehre geben ist gut; Ihn als himmlischen Vater lieben, viel besser. Doch das hat nur Christus ermöglicht, weil Gott, durch Seinen Sohn, dem Er Allmacht gab, für uns zum Vater wurde. Gott sollte uns allen nah sein, und dieser Wunsch einer engen und persönlichen Verbindung zum Herrn ist nicht unrecht, denn kann ich Gott als allmächtiges, abstraktes Wesen lieben? Das wäre eine zu große Liebesaufgabe für mich. Die New Age Bewegung hat das versucht und ist dramatisch gescheitert. 


Ich will Gott als den Herrn, als Christus, als Vater und Bruder aller Menschen auf der Erde und Engel im Himmel lieben. Mein Verlangen Ihn zu sehen, meinen Blick mit dem Seinen kreuzen, dabei Sein Lächeln spüren, tief im Herz, drängt mich weiter auf dieser kleinen Reise in Sein Reich ohne Zeit und Raum, wo alles ganz einfach ist, verbunden in der Liebe und doch frei. 


Ja, wir haben vom Herrn Licht erhalten, unseren Verstand, um das Unbekannte zu erforschen und das Mysteriöse zu enthüllen, zumindest um es zu versuchen, mit dem Bewusstsein, daß wir Gott natürlich nie ganz erfassen werden, was ja der Schlüssel unserer Seligkeit ist, nämlich daß der Herr uns allzeit an Fülle und Vollkommenheit übertrifft, uns aber  gleichzeitig aus seiner Liebe beschenkt mit neuen Wundern, denen wir dann nachjagen wie Kinder hinter bunte Schmetterlinge. 


Zur Sprache mit unseren Worten, die allzeit Raum und Zeit in Anbetracht nehmen müssen, kann hier gesagt werden, daß Emanuel Swedenborg* in seinen mystischen Werken schreibt, die Sprache der Engel im Himmel sei für den Menschen auf der Erde gänzlich unverständlich. Jeder von uns stellt sich dabei gleich vor, es handelt sich um eine Sprache mit fremden Lauten und Wörtern die wir nicht kennen, die aber gelernt werden können, durch einfache Übersetzung. Dem ist aber nicht so, denn sonst wäre die Sprache der Engel schlicht mit irgendeiner uns noch unbekannten Sprache oder Dialekt der Erde vergleichbar, was wohl zu simpel aufgestellt wäre. Die Sprache der Engel, Wesen die ohne Zeit und Raum leben, ist uns fremd, weil wir, im Gegensatz, Wesen in Zeit und Raum sind. Die Sprache der Engel besteht aus vorbildlichen Gedanken über die Liebe als Lebenssubstrat. Ansonsten ist sie für uns nicht zu beschreiben. 


Und so nähern wir uns der Sache die uns hier beschäftigt, denn wie kann der Mensch, dessen Kommunikation auf Zeitliches und Örtliches gegründet ist um sich verständlich zu machen untereinander, eine Welt und ihre Sprache erfassen, die ganz davon befreit lebt? Wie können wir also nur annähernd begreifen, nicht wo der Himmel ist, denn diese Frage wäre schon unnötig, sondern was er ist, ja, wie das Leben ‘dort’ abläuft? Dabei wollen wir uns aber nicht weiter auf die Sprache der Engel konzentrieren, von der wir eh keinen Laut, geschweige denn einen Begriff in unseren Hirnen abspielen lassen können. Nein, hier verfolgen wir eine sehr konkrete Angelegenheit, die direkt den Herrn, also Gott, betrifft, und zwar, wie oben erwähnt, in seiner Allgegenwart. Doch da gibt es zwei Allgegenwärtigkeiten Gottes! Die Erste, verstanden als Sein Heiliger Geist, ist für uns noch relativ vorstellbar, als Kraft oder Energie, sogar Licht, das überall hin strahlt und eindringt. Doch Gott ist uns ja nun, seit Christus auf Erden war, ein liebender Vater und Bruder, ein wahrer Menschenfreund geworden und das hat ja so seine, sagen wir mal, Pflichten’ mit sich gebracht für den Schöpfer, der ja nun nicht mehr im Hintergrund der Schöpfung, unsichtbar und unergründlich verbleiben kann und will, sondern bei all seinen Kindern, die die Ihn über alles lieben, sein möchte, sich also, wie ein König, so nah wie möglich gesehen werden soll von seinem Volk, ja, sogar berührt, also ein hautnaher Gott, ein Vater im Himmel. 


Doch was für ein Volk! Es besteht aus einer zahllosen Menge Engel und Geister, in einem grenzenlosen, weil raumlosen Himmel! Das scheint sogar für Gott eine anstrengende Arbeit zu sein. Die göttliche Weisheit hat es aber möglich gemacht, nicht als Korrektur im himmlischen System, sondern von Beginn an, daß die Ihn liebenden Seelen Ihn auch bei sich haben können, nämlich so, daß auch nicht die Letzte eine Sekunde länger warten muss als es die göttliche Vorsehung für notwendig hält. Wir haben dabei mit unserer Sprache, die Zeit in die Gedanken fügt, wieder mal daneben getroffen. Denn im Grunde sind ‘beide’ Allgegenwärtigkeiten Gottes miteinander verbunden. Die Zeit ist also für Gott unbedeutend, denn Gott, als der was ist, kann und brauch sich nicht zu bewegen um zu irgendeinen Ort zu gelangen, der ja sowieso von Ihm, also Seinem Geist, gefüllt und erhalten ist. Würde Er, als schöpfende Kraft, also zu einem Ort reisen, müsste der Rest der Schöpfung sofort zu nichts werden, weil der der ist, dort nicht mehr das was ist aufrecht erhält mit seinem Willen und Gegenwart. Jetzt hat Gott aber Seiner Allgegenwart ein Gesicht gegeben. Mit anderen Worten: Gott kann, durch Christus, bei Milliarden Geistern der Himmel zur gleichen Zeit in Person anwesend sein, sie alle anlächeln, mit ihnen reden, sie stärken und trösten, ohne auch nur einen, wie gesagt, daneben liegen zu lassen. 


Wie genau macht Er das? Ich weiß es nicht. Das weiß niemand, aber wir können, durch das was es nicht ist, uns dem was es wohl ist, näher kommen, in unserem Verstand und Liebe zum Herrn, was diese ja auch bekräftigen soll, weshalb wir die Freiheit haben zu versuchen Seine Wege zu verstehen.  Wie oben gesagt: es sind bunte Schmetterlinge für glückliche Kinder. Laufen wir diesen schönen Faltern also freudig hinterher. 

 

Die geistige Welt ist, wie mehrmals betont, eine raumlose und nicht an die Zeit gebundene Welt. Was bedeutet das? Sie ist aus Liebe gemacht, und nicht aus Materie die vor das Bewusstsein der Seele gestellt wird als Realität die durch die Sinne von außen erfasst wird, also immer mit Abständen, die dann auch Zeit brauchen um überbrückt zu werden. Die Zeit stammt also aus der Bewegung der Dinge im Raum. Somit ist unser Denken an diesen unumgänglichen Umstand gebunden. Umstand ist etwas was um das Bewusstsein steht, das Ich, also eine Art Gericht oder Gefangenschaft für den Geist bildet. Gefangenschaft bedeutet dabei auch allzeit Trennung, und Trennung ist wiederum aus Zeit und Raum gemacht, die sich zwischen der Seele und ihr Glück stellen. Dieses Glück kann also nur dort sein wo es keine Trennung durch Zeit und Raum gibt, und das ist auch wieder falsch ausgedrückt. Doch das ist exakt unser Leben in der Materie, ein Umstand oder Gefängnis, eine Trennung und eine Hemmung. Zeit und Raum sind Grenzen für die Freiheit der Seele. Sie stellen hier eine Prüfung dar, die uns in der Liebe und die aus einer wahren Liebe zu Gott entstehenden göttlichen Eigenschaften, wie die Geduld oder die Ernsthaftigkeit, festigen sollen. Vor allen Dingen soll es uns zeigen daß wir diese Trennung die Zeit und Raum in unserem Leben verursachen, nur bei Gott überwunden werden können, weil Sein Wesen beide aufhebt, für ihn und eventuell auch für uns, was mit unserem sehr persönlichen Grad geistiger Affinität zu Gott in Bezug steht. 


Daher der Wunsch, tief geankert in der Seele, den Herrn zu treffen, denn in dieser Begegnung liegt unsere Erlösung von jeglicher Trennung, Trauer und Einsamkeit, die wir bis zur Ursünde des ersten Menschenpaares zurückführen können, also als eine Konsequenz des Ungehorsam zu Gott. Sich innigst wünschen dem Herrn zu begegnen hat die tiefe Bedeutung einer wiedergewonnenen Harmonie zwischen Schöpfer und Geschöpf, aber diesmal als Vater und Kind. Dieser grösste Wunsch schlummert in jeder Seele des ganzen Universums, aus denselben guten Gründen. Darum muss es den Weg geben diesen Wunsch zu erfüllen, für alle die ihn geduldig und demütig hegen, denn sie leben in dieser Zuversicht. Es gibt ihn, diesen Weg der zum wahren Leben führt, und er heißt Christus. 


Wir sind also grundsätzlich getrennt, durch Zeit und Raum und leiden unter aller Art Trennungen in diesem Leben, damit wir Gott als die alles vereinende Macht suchen. Diese Macht erhebt uns über Zeit und Raum, welche der Rahmen der Trennung der Seele vom geistigen, ewigen Leben bilden. 


Wer das Leben hier so versteht, der kann sich Zeit und Raum zu seinem geistigen Vorteil machen, denn für ihn dient jeder Schatten dazu, das wahre Licht zu finden. Was uns hier beschäftigt, ist zu verstehen, indem wir unsere an Zeit und Raum gebundene Existenz in ihren von Gott weise gesetzten Grenzen für unsere Entwicklung erkennen, daß das rein geistige Leben im Jenseits davon unabhängig abläuft; daß es keine äußeren Umstände mehr gibt, sondern nur noch innere Hindernisse zur vollkommenen Freiheit der Seele durch ihren göttlichen Geist, der sie über alle Begrenzungen ‘erheben’ kann. Ja, so einfach soll es nicht sein. Wir haben ja gesagt, daß es darum geht, tief in uns zu schauen. Die eigentlichen Fesseln unserer Gefangenschaft sind nicht in der Welt um uns, sondern in unserem Herz. Und wer sich hier in diesem Leben in der Liebe an die Welt fesselt, der kommt auch als Gefangener ins Jenseits. 


Ist die Geisterwelt also doch nicht frei von Grenzen? Ja, aber nicht für alle Geister im gleichen Maße. Volle Freiheit kommt aus bedingungsloser Liebe zum Herrn, wie eine Verbindung die eine Befreiung und Bemächtigung der Seele bewirkt, was auch Wiedergeburt im Geist genannt wird. Ist die Liebe einer Seele noch nicht voll zu Gott gerichtet, muss sie also noch Beschränkungen in ihrer Freiheit erleben, was leiden bedeutet, damit sie diese ersehnte Freiheit weiterhin sucht, d.h. ihre Liebe von Unwahrheiten reinigt, an die sie noch fest glaubte, also liebte. Alle inneren Hindernisse zur Freiheit im Jenseits stammen somit aus der individuellen Liebe jeder Seele. Das soll gesagt sein, damit wir besser verstehen, denn das ist unser Ziel  in dieser Meditation, wieso Gott die absolute ‘Bewegungsfreiheit’ genießt, ja, die Freiheit ist, auch für uns, was natürlich nun wieder falsch mit unserer Sprache ausgelegt ist. Lassen wir uns aber nicht dadurch einschüchtern, denn der Himmel freut sich über unseren kindlichen Versuch den Geist zu erfassen und damit wie der Herr es möglich macht Ihn sehen zu können, was zum neuen Bund gehört, der unsere einzige Religion sein soll. 


Bleiben wir bei der Idee, daß der Himmel einen unvorstellbaren Grad an Freiheit darstellt, so unvorstellbar, daß Raum und Zeit einfach aufgehoben werden. Die geistige Realität, wenn sie rein ist von falscher Liebe, also Liebe die nicht zum Herrn fließt, kehrt, durch die Verbindung der Seele zum Geist Gottes, die uns hier auf der Erde bekannten Lebensbedingungen der Trennung vollständig um, wo Umstand zum Zustand wird, also eine Realität bildet, ein Leben, das sich für die Seele von innen nach außen entfaltet, dabei die Grenzen der Materie aufhebt und die Seele in eine Welt stellt, wo der Raum nur ein Anschein ist und Zeit nicht mehr gemessen werden kann. 


Und, je ‘höher’ die Seele sich befindet, d.h. je stärker ihre Liebe zum Herrn ist, desto freier ist sie von Zeit und Raum, was sie befähigt sich blitzschnell zu ‘bewegen’. Ja, wieder mal nicht richtig ausgedrückt. Sagen wir mal, in anderen Worten, daß die im Geist wiedergeborene Seele, weil vollkommen frei von der Materie, teilnehmen kann von der Allgegenwärtigkeit Gottes, was sie befähigt, fast wie Er, dort zu sein wo ihre Gedanken sind, wenn auch nicht ‘überall’ ‘zur gleichen Zeit’. 


Bei Gott selbst, da ja die ganze Schöpfung aus Seinen Gedanken entstand und fortwährend besteht, ist Sein Geist wohl  ‘überall gleichzeitig’. So kann Christus, in seiner göttlichen Vollmacht, auch jedem erscheinen, rein aus dem Sein das alles erhält so wie es ist und die Wege zur grenzenlosen Herrlichkeit bahnt. Denn wo der Herr nicht wäre, könnte niemand hinkommen. Besser ausgedrückt, was der Herr nicht ist, kann niemand sein. Zu sein wie Christus ist der Kern des wahren Christentums, doch dafür muss jeder von uns seine Liebe prüfen und sich in ihr wenden zu Gott. In dieser Wendung, eine Innere, liegt der Schlüssel der Erfüllung des Wunsches Christus zu begegnen, denn der Herr kann nur kommen, wenn man Ihn empfangen will mit seinem ganzen Wesen. Dann kann Gott die Seele befreien, weil sie frei sein will, im heiligen Bund mit Ihm. Das bezieht sich auch auf unsere Denkweise. Die Sprache des Himmels ist nämlich ein Geschenk Gottes das noch ungeöffnet in uns liegt. 


Wir versuchen immer noch, mit der falschen Sprache zu beschreiben, wie das Leben im Reich der Geister ist. Und mit dieser Sprache sagen wir, daß es ein Oben und ein Unten gibt und daß das Unten Hölle heißt. Während die Seele in der Hölle noch den Eindruck hat sie wäre eine Ewigkeit ‘dort’ gebunden, was eigentlich nur ihr eigener Liebeszustand ist, der sie noch verdunkelt oder materiell macht, wird ihr Leben in reineren, ‘höheren’ Schichten stets zeitloser, weil freier. Der ‘Weg’ im Jenseits ist eine progressive Veränderung der Seele ‘hin’ zum Licht. Ihre Erleuchtung ist eine Befreiung von materieller Liebe, die sie in eine geistige Dunkelheit versetzt hatte, was mit dem Urfall verbunden ist, wo die Materie ein Gericht für die gefallenen Geister darstellt. Dieses Gefühl einer ewig lange dauernden Dunkelheit ist ihr durch die göttliche Weisheit gegeben, zur Läuterung und Demütigung der Seele, die sich noch nicht zum Herrn und seinem Licht gewendet hat. Alles was sie schwach gemacht hat, durch Liebe zur Materie, was auch Krankheiten und den Tod betrifft, soll sie die Kraft aus ihrem göttlichen Geist aufsuchen lassen. So soll sie ihre Freiheit in Gott suchen, durch das Leid das die Trennung verursacht. Dazu soll sie erkennen, daß es keinen anderen Weg als Christus gibt (Joh.14.6). 


Das kann Jahrhunderte oder Jahrtausende dauern, weil die Seele von ihrer falschen Leidenschaft zur Welt (Materie) vollkommen gereinigt werden muss. Daraus entsteht dann, in den Kirchen, durch das zeitliche Denken, die falsche Vorstellung einer ewigen Verdammung. In dieser falschen Vorstellung liegt der Gedanke daß ewig, ewig lang bedeutet, also eine unvorstellbar lange Zeit. Dabei ist die wahre Ewigkeit die Befreiung von Zeit, wie wir hier versuchen zu begreifen. 


Ja, während ich diese Worte hier aufs Papier bringe, kämpfe ich mit der fast unüberwindbaren Denkweise und der Unmöglichkeit die Freiheit eines zeit-  und raumlosen Lebens mit unserer Weltsprache zu beschreiben. Doch wir geben nicht auf, denn es gibt noch schöne Schmetterlinge zu erhaschen. 


Was die Seele im Jenseits, das gar nicht so jenseitig ist wie das Wort behauptet, nun erlebt, ist ihre eigene Realität, die einzig und allein aus der Art ihrer Liebe, also was und wie sie liebt, gestaltet wird. Sie wird also mit der eigentlichen Kraft der Schöpfung aus sich selbst konfrontiert; mit der Wahrheit ihrer Liebe, d.h., daß ihre Liebe alles ist was sie ist, weil sie ist was sie liebt. Hat sie Gott über alles und gegen die Welt geliebt, kann Gott, aus dieser Liebe, in ihrer neuen Welt, der Geistigen, erscheinen. Ihr Zustand ist der das möglich macht. Und für diese Begegnung mit dem Herrn  ‘kommt’ sie in den Himmel, der ihrem individuellen Liebeszustand entspricht. Hat sie aber die Welt über Gott geliebt, macht ihr Zustand es noch nicht möglich den Herrn zu sehen. Das ist kein Umstand, nichts was sie von außen erlebt, sondern ihre eigene innere Lage. 


Es gibt nun keine äusseren Umstände mehr, keinen Zeitdruck eines vergänglichen Lebens, das sie besser hätte nützen sollen, anstatt nur vom Leben zu genießen. Ihr innerer Zustand wird ihr Raum und ihre Zeit sein. Ist dieser Zustand der Liebe kaum mit Gott verbunden, leidet sie unter Mangel an Freiheit. Wendet sie ihre Liebe mehr und mehr zum Herrn, spürt sie eine wachsende Freiheit und Seligkeit, die sie ‘schrittweise’ über die Grenzen von Zeit und Raum bringt. Ab diesem Punkt wird unsere Sprache so gut wie nutzlos für diese Meditation.


Grenzenlos ist also zeitlos und raumlos, weil die Welt der Geister aus Gemüts- bzw. Liebeszuständen oder verschiedenen Graden in der Fähigkeit Gott, als Liebe, aufzunehmen, gebildet ist. Der Herr, das kann jeder leicht begreifen, ist die Vollkommenheit selbst, was heisst, Er ist die vollkommene Kraft zu sein, unbegrenzt durch Zeit und Raum. Was ist, ist, und benötigt keinen Raum dazu. So kann der Heilige Geist Gottes die ganze Schöpfung erfüllen, ohne sich jemals nur einen Millimeter bewegt zu haben. In anderen Worten, nichts gibt es nicht und alles was es gibt, ist Gott. Wir kommen der Sache ‘näher’. 


Gehen wir eben kurz zur Erde zurück, wo uns Zeit und Raum klare Grenzen stellen und dem Menschen das Gefühl geben nichts zu sein, im Vergleich mit der Grösse des Universums. Diese Einschüchterung durch Raum und Zeit, also durch das Gefühl der Winzigkeit und Vergänglichkeit ihres Lebens, soll die Seele in Demut für die Liebe zu ihrem Schöpfer vorbereiten, eine Liebe die es dann im geistigen Leben möglich macht dem Schöpfer zu begegnen. Diese Begegnung ist ein Zusammenkommen im reinen Sein, welches auch die größte Seligkeit ist, weil in diesem Sein die Freiheit herrscht, denn was ist, ist und kann von nichts in seinem Sein gehindert werden, weder von Zeit noch von Raum. Wir kommen der Antwort auf die Spur, trotz der plumpen Worte. 


Denn am anderen Ende dieser an Zeit und Raum gebundenen Existenz jeder Menschenseele ‘steht’ Gott, als Quelle des unbegrenzten Seins, was sich in ein gleichermaßen grenzenloses Dasein ausdrückt. Aber Achtung, die göttliche Allgegenwart ist nicht räumlich und hat weder Anfang noch Ende.  Jetzt hätten wir fast einen schönen Schmetterling mit den Händen greifen können. 


Doch, so wie wir sind, ist er uns wieder entschlüpft. Trotzdem noch ein paar letzte Gedanken, die uns die Frage beantworten sollen, wie Gott es macht sich all seinen Ihn liebenden Kindern als Himmelsvater zu zeigen. Bleiben wir dafür bei der Liebe. 


Nur die Liebe erklärt, daß der Herr vielen, ja, unzähligen Seelen, Geistern und Engeln, auf einmal, man würde nun mit Recht sagen, egal wo und wann, weil ja raum- und zeitlos, erscheinen kann, denn Sein Auftreten ist direkt mit der Liebesaufnahmefähigkeit der von Seiner Gegenwart beschenkten Seelen verbunden, und nicht mit irgendeinem Standort oder Zeitpunkt. Ja, der Herr erscheint nicht hier oder dort und auch nicht an einer Million Stellen auf einmal, als ob Er sich grenzenlos teilen würde, was ja nicht Ihm, sondern seinem gefallenen Bruder geschah. Auch wir waren dort und jetzt sind wir wieder zurück. Dieser Kreislauf von Vereinigung, Trennung und erneuter Vereinigung mit Gott ist eine Wendung unserer Liebe, so einfach und so kompliziert, denn die Liebe ist etwas handfestes das nicht so leicht umgestaltet werden kann. So soll es auch sein, denn unsere Liebe zum Herrn soll auch felsenfest werden, so das nichts und niemand sie jemals wieder von Ihm trennen kann. Alles was uns nicht zum Herrn führt, verursacht Trennung. Wer das begreift, der weiß was er zu tun hat, und er wird immer besser Wahrheit von Lüge unterscheiden. Der Herr, in Christus, ist Vereinigung und diese Vereinigung ist nicht an Zeit oder Raum gebunden, sonst wäre sie nicht wahr, sondern bedingt wahr, was so gut wie falsch ist. 


Gott ist die Liebe und die Liebe zu Ihm bringt Ihn zu uns. Doch dafür muss Er vorher in uns erweckt worden sein, nämlich durch unsere Liebe zu Ihm, in diesem Leben!


Daß die unglücklichen Seelen, die sich noch in sozusagen ‘niedrigeren’ Ebenen der Geisterwelt befinden, den Herrn nie sehen oder verspüren, hat also nichts damit zu tun wo sie sich befinden, sondern schlicht mit ihrer Unfähigkeit oder sehr begrenzten Fähigkeit Gottes Liebe in sich aufzunehmen, also Sein Wesen, die wahre Liebe, zu ‘sehen’, denn sie lieben Ihn ja nicht, was sie vom göttlichen Licht ‘entfernt’, also Trennung bringt. Obwohl diese Trennung uns in die materielle Welt mit Zeit und Raum befördert hat, verstehen wir nun schon, daß diese Entfernung zu Gott, nichts mit einem räumlichen Abstand zu Gott zu tun hat, sondern mit der Wellenlänge oder Frequenz unserer Liebe, die zu anderen Sachen, wie zu uns selbst, gerichtet ist, also nicht für den Herrn schwingt, wir ihn sozusagen, genau wie ein Radio das auf eine andere Wellenlänge eingestellt ist, nicht empfangen können. Um diese kleine Analogie ein bisschen zu vertiefen: Zwischen einem Radiosender und einem Empfänger ist die Entfernung, also der Raum zwischen ihnen, nicht das Wichtigste, um eine Verbindung aufzubauen, denn beide könnten nur ein paar Meter voneinander entfernt sein, und der Empfänger würde die Signale des Senders trotzdem nicht empfangen, wenn sie nicht auf derselben Frequenz schwingen. In unserem Fall geht's nicht um Wissen über Gott, sondern um die Liebe zu ihm.


Wer also ‘in den Himmel kommen’ will, der soll erst begreifen, daß selbst Christi Himmelfahrt keine Fahrt in einen Himmel, der irgendwo oben ist, war, sondern eine reine Vergeistigung seines Wesens, eine vollkommene Dematerialisierung die Er in seinem Fall selbst verursacht hat, bei uns aber Sein Geist, in uns, diesen ‘Schritt’ für die Seele macht, bzw. ihr den Weg zeigt und die Tür zum wahren Leben öffnet, was jedoch auch keine Ortsveränderung mit sich bringt, sondern einzig und allein eine Zustandsveränderung der Seele in ihrer Liebe. 


Die seligen Geister, wie die Engel aller Art, treffen den Herrn aber genau in dem Grade (und nicht in einem Moment oder einem Ort) wie ihre Liebe zu Ihm schwingt, und das ist für alle Bewohner der ‘oberen’ geistigen Schichten zugleich möglich, weil die Verbindung zum Herrn eine zwischen Gleichgesinnten ist, und nicht eine Räumliche. Es handelt sich um eine geistige Verbindung, die fast einer Verschmelzung gleichkommt, im sinne von Sofortigkeit und Beständigkeit, jedoch dabei nicht das Individuum aufhebt. So können, problemlos, Milliarden von Geistern den Herrn empfangen, weil sie auf Ihn eingestellt sind, mit Seiner Wellenlänge synchronisiert sind, durch die gegenseitige Liebe. Die Liebe ist viel mehr als wir verstehen können, weshalb die Verbindung zum Herrn nicht nur in Form eines Gefühls erscheint, oder als eine Nachricht, Zeichen oder eine innere Stimme. Es ist die komplette Gegenwart Gottes, als Christus, die die seligen Geister erleben, sichtbar und fassbar. So kann jeder den Herrn auf sich zukommen sehen, ihn begrüssen, weil Gott, durch die Liebe, in ihm ist und er in Ihm. Wäre das nicht so, dann würde Gott, wie eine Menschenkönig, umherreisen müssen, was im Himmelsreich bestimmt Äonen in Anspruch nehmen würde. Gott reist also nicht von hier nach dort; das sollte uns eindeutig hell vor den Augen liegen; den geistigen Augen, wohlgemerkt. 


Gott teilt sich dabei auch, wie gesagt, nicht auf. Er bleibt immer Einer, eine Liebe, ein Licht und ein Leben, das weder Zeit noch Raum benötigt um zu Der zu sein der Er ist (2 Mose 3,14). 


Wer also, in Seinem Reich, nach dem wir doch trachten sollen, ist wie ER IST, aus einer friedlichen Liebe, der kann Gott als den heiligen Vater der Liebe erblicken, den Einzigen, während andere, genauso gleichgesinnte Geister in der göttlichen Liebe, und derer ohne Zahl, ebenfalls dasselbe machen können, natürlich allzeit nach Seinem heiligen Willen, denn ER weiß am besten ‘wo’ und ‘wann’, vor allen Dingen, wie ER sich uns persönlich offenbart.   


Wer hat jetzt einen schönen Schmetterling fangen können?  


Dem Herrn allen Dank und Liebe. Amen. 



René Bijloo. 19-12-2025. renebijloo@fastmail.fm 


  • Zu den Werken von E. Swedenborg: 

https://newchristianbiblestudy.org/de/swedenborg/


**Zum Grossen Evangelium Johannes von Jakob Lorber:


https://www.jakob-lorber.cc/index.php?s=GEJ1.1&l=de