Mittwoch, 24. Juni 2015

Das Mysterium des Gebets


Im vorletzten Aufsatz „Das Mysterium der Bibel“ haben wir gesehen, dass die Sprache in den Himmlischen Spären eine andere ist als hier auf Erden. Es wird dort nicht verbal kommuniziert, sondern durchwegs durch das „Lesen“ der Gedanken, also der Gedankenbilder und der Empfindungen, welche die Seelen darein legen. Das geht aus unzähligen Zeugnissen hervor, welche in den Schriften der Downloadseite „Pflichtlektüre“ angeboten werden. Die verbale Kommunikation wird im Jenseits aber dennoch gepflegt und zwar bei den erdgebundenen Abgeschiedenen, welche über Jahre, ja Jahrzenhnte in diesem Zustand verharren. Dort ist jedoch eine Kommunikation über die Grenzen der verschiedenen Erdsprachen (Englisch, Chinesisch) nicht möglich.   

In Anlehnung des Aufsatzes  „Das Mysterium der Bibel“ als die eine Kommunikation Gottes, wollen wir heute eine andere Art der Kommunikation mit Gott ansehen: das Mysterium des Gebetes. Es gibt drei Arten des Betens, analog der drei Entwicklungsstufen des Menschen: Der materiell orientierte Mensch mit seinem materiellen Gebet, der seelische Mensch mit seinem seelischen Gebet und der geistige Mensch mit dem Gebet im Geiste.

Das Gebet des Leibes

Das Gebet des Leibes ist ein Gebet des Verstandes, weil dieser sehr eng mit dem materiellen Leben zu tun hat und sich von Natur aus nicht mit geistigen Dingen befasst. Es sind nicht nur Weltmenschen, also Unbekehrte, nein, auch viele Gläubige sind Weltmenschen, weil sie noch zu gerne an den Werken der Finsternis teilhaben, ohne dass ihnen das bewusst ist. Ich will jetzt nicht wieder denT V anführen, aber die meisten Hobbies fallen ebenfalls darunter. Und um die Wahrheit nicht zu verschweigen, sondern diese beim Namen zu nennen, so sind jene Brüder und Schwestern, welche sich in den (evang) Landeskirchen noch wohlfühlen, in der Regel Weltmenschen. Und wenn es nicht auf alle Kirchenmitglieder zutrifft, so trifft es sicher auf die Pfarrer zu.

Nun wollen wir nicht diese Geschwister kritisieren, denn jede Seele hat ihren eigenen Weg der Entwicklung, die einen sind mit grösserem Ernst dabei, wie als gute Beispiele vorangehen die Pfarrer Gero Clochovius oder Olaf Latzel, andere wiederum lieben die Sünde mehr als Gotteswort wie z.B.  der homosexuelle Pfarrer Wolfgang Schuhmacher aus Uehlfeld.  Welt-Menschen, deren Seele mit dem Leibe fest und beinahe untrennbar verbunden sind, können kaum einen Untershied zwischen „Leib“ und „Seele“ machen. Für sie bedeutet die  „Seele“ einfach „Mensch“. Das Ich-Bewusstsein indentifiziert sich mit dem Leib, nicht mit der Seele.

So sind diese Geschwister im Allgemeinen vor allem verstandesmässig den anderen weit voraus, weil sich ihr Leben vor allem verstandesmässig abwickelt. Dementsprechend ist auch das Glaubensleben, sofern vorhanden. Sie lesen die Bibel und nehmen alles wörtlich so auf, wie es geschrieben steht. Und das Gebetsleben ist somit auch ein verstandesmässiger Vorgang. Für diese Menschen hat Jesus ein Gleichnis, auf welche Art sie beten sollen, nämlich das   Gleichnis der Wittwe, welche vom strengen Richter ihr Recht fordert, das ihr schliesslich auch gewährt wird.  Bei dieser Geschichte geht es um die inbrünstige Bitte, dass der Richter (also Gott) ihr die Gerechtigkeit aus dem tatkräftigen Glauben widerfahren lasse. Die Wittwe bedeutet der von jeder (göttlichen) Unterstützung verlassene Mensch. Für ihn ist Gott nicht der Vater, nicht der Herr, sondern der Richter. Der von göttlicher Unterstützung verlassene Mensch  ist der, der Welt dienende Mensch. Für ihn gibt es eigentlich nur ein einziges Gebet, das mit Sicherheit von Gott erhöhrt wird: Der Schrei nach der Gerechtigkeit.
Alle anderen Gebete, sei es aus Gebetsbüchern oder auswendig gelernten Gebeten wie das Vaterunser, haben kaum eine Wirkung, auch wenn sie mit noch so feierlicher Stimme vorgetragen werden.

Das Gebet aus der Seele

Die bekanntesten Gebete in der Heiligen Schrift lesen wir in den Psalmen. David war ein Beter, ja sein ganzes Leben war ein Gebet. Seien es Lobgesang oder Gebete in grösster Not in der Verfolgung, immer wusste er Gott in seiner Nähe. Auch unternahm er nichts, ohne sich mit Gott abzusprechen, und wenn er in Sünde verfiel, so gereute er sich und tat Busse in Sack und Asche. David handelte nicht in erster Lienie aus dem Verstand, sondern aus dem Herzen. Und so sind alle seine Gebete, wie wir sie in der Regel auch aus den Freikirchen kennen. Spontane Gebete, in denen einfach ausgesprochen wird, was auf dem Herzen liegt.

Der grosse Unterschied zu den Leibes-Gebeten ist der, dass im Seelengebet die ganze Kraft der Gefühle, Mitgefühle und Emotionen mitschwingt. Diese Gefühle, oder in den Füritten die Mitgefühle, ist die eigentliche Kraft des Gebets. Ein Gebet, das heruntergeleiert wird, ähnlich den Gebetsmühlen im Buddhismus, haben weder Kraft noch Wirkung. Diese Kraft und damit deren Wirkung wird noch verstärkt, wenn zwei oder drei einmütig ein Gebetsanliegen vor Gott, den Herrn bringen.

Das Seelengebet ist noch halb ein Leibgebet, weil es Worte gebraucht.  Ob diese Worte laut ausgesprochen oder nur gedacht werden, ist unerheblich. Zur andern Hälfte ist das Seelengebet ein geistiges Gebet, weil die Gefühle und Emotionen des Herzen mit dabei sind und somit der ganze Wille des Beters und den Glauben, je nachdem das Herz von der Weltlichkeit frei ist. Diese Gebete können oft sehr eindrückliche Wirkungen hervorbringen, je tatkräftiger der Glaube gelebt wird.

Das Gebet im Geist

Eine ganz andere Art des Gebetes ist dasjenige im Geiste. Jesus sagt auf der einen Seite, man soll beim Beten nicht viele Worte machen, auf der anderen Seite sagt Er aber auch, wir sollen ohne Unterlass beten. Wie vertragen sich die beiden Aussagen miteinander?

Wohl nur dadurch, dass die Seele ganz und total auf Gott ausgerichtet ist und diese (einseitige und radikale) Ausrichtung ist dann die geistliche Gesinnung, von der Paulus spricht (Röm. 8). Diese Gesinnung ist ein Gebet, weil alle Gedanken sich zuerst am Göttlichn orientieren. Jede Handlung und jedes Wort hat einen Göttlichen Gedanken zum Grund und da ja Gedanken nichts anderes sind als Gebete, so betet diese Seele ohne Unterlass.

Wie wir schon im Aufsatz „Die Mystik der Bibel“ gesehen haben, gibt es im Himmel, beziehungsweise in den höheren Sphären keine verbale Kommunikation mehr. Somit sind alle Worte sinnlos und vergebens. Es ist die Gesinnung, die Gedanken und die in ihnen eigebetteten Gefühle, welche die Kommunikation aufrecht erhalten. Es ist dann eben auch nicht die Seele, welche betet, sondern der Geist im Menschen. Dies ist das Beten im Geiste und in der Wahrheit. Wahrheit deshalb, weil der Geist ja Göttlich ist und Gott ist die Wahrheit!

Eine Fürbitte zum Beispiel sieht dann so aus, dass die Seele keine Worte zurechtbiegen muss, sondern einfach das Bild des (gesunden und heilen) Menschen, dem die Fürbitte gilt, vor dem Geistigen Auge erscheint indem das Herz voller Freude über dessen Heil ist. Ebenso schwingt die Freude mit, dass gerade wir für diese betreffende Person beten dürfen, weil der Geist dies uns ins Herz gelegt hat.

Für sich selbst gibt es eigentlich keine materiellen Anliegen, weil der Geist Gottes dies kaum kommunizeren würde, denn er ist ausserhalb der materiellen Bedürfnisse. Das ist auch eine Folge dessen, denn je mehr eine Seele die materiellen Bedürfnisse als absolut unwichtig erachtet, desto kräftiger kann sich der Geist entwickeln. Geistlich/geistige Anliegen (für sich selbst) werden dadurch auch immer schneller und sicherer erhöhrt.

Wie kommt man zum Geistigen Gebet?

Die Voraussetzung für das Geistige Gebet oder das Gebet im Geist und in der Wahrheit, habe ich schon des Öfteren beschrieben. Diese sind einesteils die Überwindung der Weltliebe und andernteils die Überwindung der Sünde und die Trägheit der Seele, die meistens dieser Überwindung der Sünde im Wege steht.

Jedes Geistige Gebet beginnt mit dem Ruhegebet in der Stille, wo man den menschlichen, den eigenen Geist dem Göttlichen übergibt und ihn nicht mit dem eigenen, weltlichen Gedankenfluss stört. Eine gründliche Belehrung dazu findest Du auf der Seite „Die Wolke des Nichtwissens“.  


Jesus segne dich!