Mittwoch, 25. März 2015

Urchristliche Versammlung IV


„Bei vielen Gelegenheiten und auf mancherlei Art sprach Gott früher zu unsern Vätern durch die Propheten.“ (Hebr. 1. 1)

Gott sprach durch Mittler. Diese Mittler waren Medien und man nannte sie „die Propheten“. Auch das Neue Testament spricht von Propheten, also von Medien, welche als Sprachrohr Gottes dienen:

Und so hat Gott in der Gemeinde gesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, darnach Wundertäter ...“ (1. Kor. 12. 28)

Den Begriff „Medien“ kennen wir aus den Berichten von spiritistischen Sitzungen. Aber im Zusammenhang mit (kirchlichen) Gottesdiensten scheint dieser Terminus eher fehl am Platz. Und doch ist er es nicht, denn der Verker mit der Geisterwelt läuft nach den gleichen Gesetzen ab, ob es die niedere oder die höhere Geisterwelt betrifft.


Verkehr mit der niederen Geisterwelt

Wie ehedem schon gesagt, Gott verbot den Israeliten den Verkehr mit den Toten, also mit den geistig Toten. Das sind diejenigen Abgeschiedenen, welche weiterhin erdgebunden sind und den mühsamen Läuterungsweg noch vor sich haben. Diese sind noch sündenbeladen und ihr Charakter entspricht demjenigen wie zu Lebzeit im fleischlichen Körper. Das heisst, die voherrschende Eigenschaft ist Selbstsucht, wie ehedem. Von diesen Wesen kann logischerweise kein Betrag zur Wahreit erwartet werden. Vielmehr nur Lug, Trug und Täuschung.

Um mit solchen Wesen im Jenseits zu verkehren braucht es keine besondere Voraussetzungen für das Medium. Das Od, also die Lebenskraft, die Lebensenergie ist bei diesen Wesen derart unrein und deshalb beinahe so grobstoflich wie ihre eigenen Seelen auch, der Unterschied zu uns im Fleisch lebenden Menschen ist nicht gross. Eine Kontaktaufnahme ist relativ leicht.

Das Problem ist aber, wenn man sich mit diesen niederen Geistwesen verbindet, so braucht es sehr wenig und sie nehmen vom Körper eines sensitiven Menschen Besitz. Und sensitiv ist jedes Medium! Eine solche Besitznahme, also eine Besetzung (geht sehr schnell bis zur Besessenheit!), kann kaum mehr rückgängig gemacht werden, das Geistwesen ist in der Aura des Menschen gefangen und kommt nicht mehr so leicht davon los! Deshalb ist diese Art von Spiritismus äusserst gefährlich. Dazu kommt, dass das jenseitige Geistwesen für seine spiritische Manifestation dem Medium sehr viel Lebenskraft (Od) entzieht, welches ihm aber nicht mehr zurückgegeben wird. Die Folgen sind meistens dann Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken.

Channeling
Das soeben gesagte gilt selbstredend – sogar im besonderen Masse! – für das Channeling in der Esotherik.

Da liest man zum Beispiel:

Channeling ist die bewusste Verbindung einer höheren mit einer tieferen Bewusstseins-Ebene mit Hilfe eines Lichtkanals.

Es ist ein heller und bereichernder Weg zu hohem Bewusstsein und spirituellem Wachstum. Wenn du Channeling lernst und dich als Channeling-Kanal zur Verfügung stellst, verstärkst du dein Seelenwachstum und hilfst mit, die Erde zu einem noch lichtvolleren Planeten zu machen.“ (mit Absicht keine Quellenangabe)

Die „Gesprächspartner“ im Jenseits nennen sich meistens „Geistige Führer“ oder „Aufgestiegene Meister“. Die richtige Bezeichnung wäre „gefallene Dämonen im Lichtkleid“. Gechannelte Botschaften erkennt man vor allem am gechannelten Unsinn.

Verkehr mit der höheren Geisterwelt

Etwas ganz anderes ist der Verkehr mit dem Geisterreich Gottes. An dieser Stelle können wir nicht auf alle Aspekte eingehen, das wäre zu umfangreich. Ausführliche und sehr gut beschriebene Informationen findet man auf der Webseite der ChristlichenGemeinde Büsdorf (D). Sehr wertvoll ist auch das Buch von Johannes Greber „Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes, 262 Seiten (PDF-Datei) 

Voraussetzungen für Propheten

Im Gegensatz zum Verkehr mit der niederen Geisterwelt, welchem die Medien keine speziellen Voraussetzungen mitbringen müssen, ausser vielleicht eine sensitive Veranlagung, so stellt der Verkehr mit der höheren Geistwelt wesentlich höhere Anforderungen an den Propheten.

Der Hauptgrund ist darin zu suchen, dass das Od, also die Lebensenergie der höheren und reineren Geistwesen wesentlich feinstofflicher ist. Für sie ist es deshalb auch viel schwieriger mit den Menschen zu verkehren als für die niedrigen, unreinen Geistwesen. Deshalb ist – bildlich gesprochen – ein Entgegenkommen unsererseits vonnöten, wenigstens was die Reinheit des Od’s, oder anders gesagt, die Reinheit des Herzens anbetrifft.

Für eine geistig voll wiedergeborene Seele (nicht zu verwechseln mit Reinkarnation!) ist es der Alltag, im permanenter Verbindung mit der Geisterwelt Gottes zu stehen. Wer aber schon auf gutem Weg dahin ist, der lebt in der Heiligung und sein Ziel ist eh die Veredlung seines Charakters und die Vervollkommnung seiner Seele, also eben die geistige Wiedergeburt.

Vor allem gilt es zu beachten, dass ein Prophet Gottes die Liebe zur Welt bereits überwunden hat. Das ist die erste Grundregel. Wer noch seine weltliche Freizeitbeschätigung, seine politischen und/oder sportlichen Interessen hat und wer der sexuellen Lust noch ergeben ist, hat ein zu grobstoffliches und zu unreines Od um mit der Hohen Geisterwelt in Verbindung zu kommen. Auch wem sonst noch bewusst ist, dass er von unreinen Geistern hin und wieder getrieben wird, soll vor der medialen Beschäftigung sich all diesen Hindernissen zu entledigen suchen.

Wer Zeit fürs Fernsehen hat, hat keine Zeit für Christus!

Das ist eine Binsenwahrheit. Dabei geht es nicht mal in erster Linie um die Zeit, sondern um die unreinen Weltgeister, mit welchen die Seele durch die Welt-Neugier belastet wird. Will eine solche Seele mit der Hohen Geisterwelt in Kontakt treten, melden sich in Tat und Warheit niedere, erdgebundene Geister, welche sich für Hohe ausgeben. Und weil in einer mit Weltgeistern beladenen Seele keine Höheren Geister gleichzeitig wirken können, kann auch die dringend notwendige Unterscheidung der Geister nicht funktionieren!

Einem Hauskreis, wo der Prophet (das Medium) einen Fernseher zu Hause stehen hat, würde ich sogleich den Rücken kehren!

Was heisst „Hohe Geisterwelt“?

Diesen Begriff der „Geisterwelt Gottes“ müssen wir für das bessere Verständnis etwas differenzieren. Das Jenseits besteht aus vielen verschiedenen Spären, je nach Reinheit der Geister (Seelen). Es gibt aber auch Regionen. So finden wir eine erdnahe Region und fernere Regionen, jede mit ihren aufsteigenden Spären bis zum höchsten Himmel der Erzengel und dem Vater Jesus Christus.

Die meisten höheren Geister, welche sich in den echten Gottesdiensten der Geisthristlichen Gemeinden  kundtun, sind aus den höheren Sphären der Erdregion. Das gilt auch für die verschiedenen Vaterworte und Kundgaben der sogenannten Wortträger. Einzig das Medium, der Prophet Jakob Lorber dürfte vom Höchsten Himmel inspiriert worden sein. Dadurch sind die Unterschiede in der Erkenntnis der Wahrheit zu erklären: Geistige Wiedergeburt - Reinkarnation, Jungfrauengeburt - Vaterschaft Josephs oder die Frage der Gottessohnschaft Jesu. Aber diese Unterschiede soll uns nicht betrüben, das vereinende Moment ist trotz aller Verschiedenheit das gemeinsame Gebot der Liebe: Die Liebe zu Gott über alles und die Liebe zum Mitmenschen.

Und damit sind wir wieder zurück bei den Voraussetzungen für die Propeten der Gemeinde. Nicht mehr die Welt darf ihn entzücken, nicht die sinnlichen Reize, sondern allein die hundertprozentige Hingabe an Gott und seinen erkannten Willen. Ist diese Vorussetzung erfüllt, dann wird es die Geisterwelt Gottes sein, welche diese Seele als ihr Medium ausbildet. In welcher Art das Medium dann arbeiten wird, ob als Inspirations-, Schreib-, Teil- oder Volltrancemedium, dies entscheidet nicht die Seele, sondern ist eine Gabe Gottes.

Jesus segne Dich!