Mittwoch, 28. Januar 2015

Luther vs Lorber II

Segen und Fluch


Den Kern des Evangeliums Jesu Christi bildet die Bergpredigt.  Die Einleitung dieser ist die Seligsprechung, also „selig sind ...“, bzw. „gesegnet sind ...“ die geistlich Armen, die Trauernden, die Sanftmütigen, die nach Gerechtigkeit hungernden, die Barmherzigen, jene die reines Herzens sind, die Friedfertigen, die um die Wahrheit willen verfolgten und diejenigen, welche um Jesu willen geschmäht und verfolgt werden. Jesus ermahnt seine Jünger und Nachfolger, selbst zu segnen, vornehmlich jene, welche ihnen Böses tun. Im Segen und segnen liegt Gottes-Kraft, eine Kraft, welche nicht erst auf Hoffnung hin einst wirksam werden kann, sondern eine Kraft, die schon beim segnen selbst spürbar wirksam ist.


Der Fluch ist das Gegenteil des Segens. Wenn das Segnen der Wunsch für die Heimsuchung der Kraft und die Gnade Gottes ist, dann ist der Fluch der Wunsch für die Vernichtung, oder doch wenigstens der Wunsch für eine böse Heimsuchung, für welche dann nicht Gott, sondern die Finsternis zuständig ist. Wer also segnet, ist mit Gott im Bunde, wer verflucht, mit Satan und seinem Reich der Finsternis.

[GEJ 9.39.11 (Grosses Evangelium des Johannes, Bd. 9, Kap. 39, Vers 11] Also habe Ich euch und vielen andern Menschen auch treu und offen gesagt, daß ihr niemanden richten sollet, um nicht einmal selbst gerichtet zu werden, daß ihr auch niemanden verfluchen und verdammen und nie jemanden feindlich verfolgen sollet, um nicht dasselbe an euch zu erleben; denn mit dem Maße ihr ausmessen werdet, mit eben dem Maße wird es euch zurückbezahlt werden!

Martin Luther, das Fundament der evangelischen Welt mit allen ihren unzähligen Denominationen, der also den Glauben und dessen Lehre für Abermillionen Wahrheitssuchende geprägt hat wie kaum ein anderer, dieser Martin Luther war ein verfluchungswütiger und verdammungsfreudiger Mann, wie man dies sonst nur im Islam möglich ist. Ich habe das schon detailiert beschrieben und die Apologie Luthers legt davon ein klares Zeugnis ab.

Das Lorberwerk ist die Korrektur Gottes des Luther-Evangeliums

Nicht zuletzt deshalb, weil Luther durch die verschiedenen ausgesprochenen Flüche (die ürigens heuten noch gelten!!) auf einem eklatanten Irrweg war und deshalb ein biblisch scheinendes, aber in Tat und Wahrheit ein Satanisches Evangelium auf die Beine stellte, hat Gott korrigierend eingegriffen. Das Lorberwerk ist Gottes Antwort auf die Irrungen Luthers. Ohne dessen Namen zu erwähnen, spricht Jesus Luthers Gebaren direkt an:

[GEJ 10.26.13] So Ich Selbst zu den Aposteln also geredet habe, daß sie niemanden richten, verdammen und verfluchen sollen, auf daß ihnen das nicht von Mir ausgehend widerfahre, – wer hat ihnen denn hernach das Recht erteilt, über die, welche, von Meinem Geiste angetrieben, die reine Wahrheit suchten und noch suchen, zu richten, sie zu verdammen und mit den erschrecklich-fürchterlichsten Bannflüchen zu belegen?! Darum werden sie selbst in jene Grube gestürzt werden, die sie für viele Millionen der unschuldigen Menschen gegraben haben, und es werden darin ihre bösen Werke ebenso ohne alle Rücksicht und Erbarmung gerichtet werden und ihren Lohn überkommen.

Eine weitere Korrektur Gottes am Luther-Evangelium beinhaltet die Prädestinationslehre.

Prädestinationslehre und Lehre vom unfreien Willen

Siehe dazu noch ausführlicher auf der Webseite DER THEOLOGE 

Es geht Martin Luther um die Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Gott; um die Sehnsucht des Menschen, sein "Heil" zu finden; um sein Verlangen, Gott zu begegnen.

Luther glaubt, weil Gott allmächtig sei, bewirke er alles, was geschieht. Angesichts dieser "Alleinwirksamkeit Gottes" fragt er sich, ob der Mensch einen freien Willen haben könne. Luther verneint dies.

Weiterhin fragt Luther, ob Gott, der alles weiß, auch alles vorherbestimme - im Guten wie im Bösen. Luther bejaht dies, und die Kirche nennt dies Prädestinationslehre Luther erklärt in diesem Zusammenhang sogar, Gott habe die einen Menschen zur ewigen Seligkeit vorherbestimmt und die anderen zur ewigen Verdammnis.

Für die zweite Gruppe heißt das zugleich: Der Mensch habe während seines Lebens keine Chance, aus freiem Entschluss umzukehren. Dies wäre auch gar nicht möglich, denn der Mensch besitze ja - so die vorangegangene These Luthers - gar keinen freien Willen.

Einen grausameren Gott kann man sich gar nicht vorstellen. Weshalb ist Gott denn Mensch geworden, denn eine „Erlösung“ bräuchte es nicht, wenn schon zum Vornherein feststeht, wer für den Himmel und wer für die Hölle bestimmt ist. Ebenso bräuchte es kein Evangelium und weder Bibel noch Mission – und selbtversständlich bräuchte es schon gar keine Kirche! Hier hat sich Luther selbst ein Bein gestellt, ohne es zu merken.

Im Lorberwerk nimmt Jesus dazu an unzähligen Situationen klar Stellung:

[GEJ 9.158.6] Die aber an Mich wohl glauben werden und Herr, Herr! sagen, aber im Tun lau sein werden und nachlässig in der Liebe zum Nächsten, in denen werde Ich nicht wohnen und werde Mich ihnen nicht Selbst offenbaren, und Meine Kraft und Weisheit wird ihre Seele nicht erfüllen. Denn Ich will, daß ein jeder Mensch, dieweil er einen vollkommen freien Willen hat, nach Meinem ihm treu geoffenbarten Willen vorerst in aller Tat danach ganz frei zu Mir kommen soll, und Ich werde sodann auch zu ihm kommen, Mich ihm Selbst offenbaren und ihn dann durch den Heiligen Geist Meiner ewigen und allwaltenden Liebe mit aller Meiner Weisheit und Macht erfüllen. – Also sprach dereinst und spricht auch nun der Herr!

Wenn der Mensch also einen freien Willen hat, dann ist er selbst in der Verantwortung, ob er seine Gedankenwelt und damit sein Sprechen und Handeln dem Reich der Finsternis oder dem Himmlischen Reich zur Verfüguing stellt. Und dazu kommt, dass erst durch den freien Willen eine Umkehr (Bekehrung) Sinn macht. Ohne einen freien Willen wäre dies ja absurd.

Die radikale Umkehr

In der Apologie Luthers fehlt interessanterweisse der Begriff „Umkehr“ oder „Bekehrung“, er kommt dort nicht vor. Alles, was Luther wichtig war, ist in der Apologie beschrieben und das heisst für mich, dass die Umkehr für ihn nicht wichtig war. Und in der Tat, die Bekehrung wird bis heute in den lutherianischen Kirchen wie ein Enfant Terrible behandelt. In den Landeskirchen hört man davon sowieso kein Sterbenswörtchen und in den Freikirchen ist meist nur noch davon die Rede, „Jesus ins Leben aufnehmen“. Ja, welche grosse Gnade Jesus widerfährt, noch ein kleines, geheimes Plätzchen im Herzen zugewiesen zu bekommen!

Aber da Luther bekanntlich die Bekehrung und die Wiedergeburt in Einem zusammenlegt, dann ist es auch weniger ansstössig, eben von der Wiedergeburt, als von der Bekehrung zu sprechen. Dabei wird gefliessentlich übersehen, dass die Wiedergeburt eine Verheissung ist, die Bekehrung aber eine Bedingung! Doch - um Bedingungen scheren sich die Lutherianer in der Regel eh nicht, nur die Verheissungen sind ihnen wichtig.

Wenn es da und dort doch noch zu einer Bekehrung kommt, dann ist das meist eine 90 Grad-Umkehr. Damit tritt das Himmelreich, das Geistige Leben ins Blickfeld, ohne dabei das weltliche Leben aus eben diesem Blickfeld zu verlieren.

Wenn ich aber von einer „radikalen Umkehr“ spreche, dann meine ich eine 180 Grad-Umkehr. Dabei geschieht folgendes: 1. Das Himmlische, Geistige Leben tritt voll ins Blickfeld und 2., das weltliche Leben (Begierden, Leidenschaften) treten komplett aus dem Gesichtskreis! Das weltliche Leben ist im Rücken und erhält keinerlei Aufmerksamkeit mehr!

Das Lorberwerk behandelt die Umkehr, bzw. die Bekehrung an über 300 Stellen, weil es ein überaus wichtiger Willensakt des Gläubigen ist. Lesen wir an einigen Stellen mit:

[GEJ 4.220.6 ff] Darum bin Ich gekommen in die Welt, um euch zu zeigen die rechte Umkehr zu Meiner Ordnung zurück und den rechten Weg, fortzuwandeln in derselben bis zur Erreichung der wahren Wiedergeburt des Geistes in die Seele, nach der kein böser Rückfall mehr denkbar und möglich ist. Dieses muß bei euch nun angebahnt werden, da denen, die einmal verkehrt worden sind, mit der alleinigen geflickten Umkehr der Seele wenig geholfen wäre. Die Seele muß zwar vorher ganz umkehren, bevor die Wiedergeburt des Geistes in die Seele zu erlangen ist; aber der ausgestopfte und ausgeflickte, also auf den rechten Weg gebrachte bessere Seelenzustand ist nicht haltbar, weil durch die Macht der Welt und ihre zeitlichen Vorteile eine pur ausgeflickte Seele nur zu leicht bei der nächsten, etwas stärker lockenden Gelegenheit wieder in ihre alt angewohnte Verkehrtheit verfällt.

[LAO 3.43 (Laodizäerbrief des Paulus)] Ich aber bitte euch um Gottes willen, daß ihr würdige Früchte einer vollen Umkehr von euerm neuen Heidentume in die lebendige Kirche Gottes bringet, welche in euch, aber nicht in den Tempeln, Gewändern und in irgendeiner Zeremonie wohnet.

[GS 1.84.23 (Geistige Sonne)] Und im Gleichnis vom verlorenen Sohne zeigt der Herr doch mit dem Finger, welches das allergültigste Mittel ist, um zur Vergebung seiner Sünden zu gelangen, nämlich die wahre liebtätige, demütige und liebeerfüllte Umkehr zu Gott, dem allerbesten und allerliebevollsten Vater aller Menschen! – Verstehst du solches? ...

[HG 3.186.13 (Haushaltung Gottes, Bd. 3)] Nach dem aber ziehet hinaus in alle Gegenden der Erde, und prediget überall ernste Buße! Wird diese erfolgen, dann ziehet weiter, und tuet desgleichen; wird aber die Buße nicht erfolgen, dann verkündiget Meinen Zorn und Mein verheißenes Gericht, welches nicht ausbleiben wird, wofern nicht allenthalben eine volle Umkehr eintreten wird! – Nun empfange Meinen Segen!“

[HIM 3.420213.3 (Himmelsgaben)] Johannes ist das Sinnbild des äußeren Menschen, welcher da der Buße bedarf, die an und für sich nichts anderes ist, als die lebendige Umkehrung des Menschen von der Welt hinüber zu Gott. Also hat auch Johannes die Buße gepredigt, damit die Menschen ihr Weltliches ablegen und das Geistige anziehen sollten. Er selbst war das Sinnbild der strengsten Buße.

[GEJ 5.244.2] Es waren aber in Simon Petrus Hause mehrere kleine Nachbarskinder; von denen rief Ich eines zu Mir und stellte es sogleich in die Mitte der fragenden Jünger (Matth. 18, 2) und sagte zu ihnen: „Wahrlich, so ihr euch nicht umkehret von solchen weltlich hochtrabenden Gedanken und nicht werdet ebenso demütig wie diese Kinder, da kommet ihr selbst, obwohl ihr nun Meine Jünger seid, nicht in das Himmelreich hinein! (Matth.18,3)

Nun versteht man einmal mehr, weshalb das Lorberwerk unter den Lutherianer (bisher) nur sehr wenige Freunde fand. Hier wird nicht ein „frommes Weltmenschentum“ gelehrt, sondern das wahre und tatkräftige umsetzen in den Alltag. Und das beginnt eben schon bei der Umkehr.



Jesus segne Dich!