Mittwoch, 21. Januar 2015

Luther vs Lorber I


Wenn es ei diesem Thema um „Luther gegen Lorber“ geht, dann geht es nicht um zwei Männer oder deren Lehre. Vielmehr bedeutet diese Konfrontation den Kampf um zwei verschiedene geistige Mächte. Hier kommt auch die schon besprochene „Verfluchungs-Philosophie“ Luthers dergestalt zum Tragen, dass alles was nach Jakob Lorber (Mystik) „riecht“, eben verflucht und verdammt ist. Wenn man um die geistigen Hintergründe weiss, dann ist das jedoch nicht verwunderlich.
Rein vordergründig ist der wohl grösste Unterschied der, dass bei den Lutherianern mit der Bibel das letzte Wort Gottes gesprochen ist. Nach der Kanonisierung der Schrift gibt es keine Offenbarung Gottes mehr, nach dem Lorberwerk zu schliessen, ist aber Gott heute noch Derselbe, wie und was Er immer war.
Und wenn Jesus sagt, dass in der letzten Zeit

... werde ich ausgießen von meinem Geist über alles Fleisch; und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen,und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben“ (Apg. 2. 17),

dann bedeutet das für den Nachfolger Jesu eben genau das, wie es so dasteht.

Ein weiterer Unterschied ist der, dass die Luther-Lehre ein rein frommes Weltmenschentum hervorgebracht hat, der Lorber-Lehre aber geht es um die reine Nachfolge Jesu mit allen, auch einschneidenden Konsequenzen. Dabei ist mir natürlich völlig klar, dass nicht wenige Lutherianer ebenfalls vorbildlich in der Nachfolge stehen und einige Lorberianer aber am Buchstaben des Lorberwerkes hängenbleiben. Wenn ich das fromme Weltmenschentum der Kirchen verallgemeinere, so möchten mir das diejenigen, welche im wahren Wandel des Geistes stehen und noch immer die Kirchen besuchen, nachsehen. Das dürfte ihnen nicht schwer fallen, denn sie wissen, dass dann meine Kritik sie nicht betrifft.

Das Lorberwerk ist nicht ein geistiger Erguss des Jakob Lorber. Dieses Werk als „Lorber-Lehre“ zu bezeichnen ist eigentlich falsch, denn Lorber selbst hat für den Inhalt nahezu nichts beigetragen. Das Werk Lorbers (25 Bücher) ist eine Offenbarung aus der Geistigen Welt, welche ihm durch die innere Stimme von hohen Engelsgeister im Namen Jesu eingegeben wurde. Die Widerspruchslosigkeit des Werkes in sich und auch gegenüber der alten Bibel, sprechen für sich! Ein Werk, das der menschliche Verstand niemals in der Lage wäre, zu schreiben.

Die Kernpunkte der Dogmen

Bei Luther ist der Kernpunkt der Lehre, dass der Gläubige vor Gott durch den Glauben allein gerechtfertigt ist.

Bei Lorber liegt die Hauptaussage einesteils in den Werken der Nächstenliebe, welche aus der Liebe zu Gott (über alles!) und zu den Nächsten herauswachsen und andernteils liegt der Schwerpunkt darin, dass man das Erkannte unverzüglich in die Tat umsetzt, so nach dem Motto „seid nicht Hörer allein, sondern Täter des Wortes!

Selbstverständlich kommt jetzt der Lutherianer und sagt, auch er täte Werke der Nächstenliebe. Nun, das wollte ich niemanden unterstellen, dass es nicht so ist. Aber wir sprechen hier von der Nächstenliebe, welche aus der Liebe zu Gott, das heisst, aus dem Heiligen Geist kommt. Und wieder sagt der Lutherianer, auch das täte er. Das kann sein, und bei etlichen ist das auch in Tat und Wahrheit der Fall, aber wir streifen hier eine tiefer liegende Problematik. „Aus dem Geist“ etwas tun oder sagen, kann nur geschehen, wenn der Geist (Gottes) auch wirklich am Wirken ist. Hier ist die lutherische Auffassung des Glaubens eine komplett gegensätzliche als diejenige der lorberischen. Mit nur „Glauben allein“ kann der Geist Gottes noch lange nicht wirken, da braucht es schon das tatkräftige Tun des Gläubigen. Das beginnt mit der Umkehr. Ein durchschnittlicher Christ nach Luther wird nach seiner Umkehr wohl kaum mehr stehlen, betrügen oder sonstwelche Sünden tun; das will ich ihm zugute halten. Aber: Er liebt in der Regel noch immer die Welt, er liebt noch das Genussleben und er lebt im Grossen und Ganzen noch genau so wie vorher und wie die Weltmenschen leben. Er liebt den Fernseher – und wehe, wenn der einmal nicht funktioniert! – und er vergnügt sich weiterhin mit Facebook. Er lebt mit grossem Interesse sein Aussenleben weiter – weil niemand ihn lehrt, was eine richtige Umkehr ist. Deshalb kann der Heilige Geist auch nicht so wirken, wie er eigentlich möchte und deshalb sind die Werke der Nächtenliebe meist nur aus der Seele und nicht aus dem Geist.

Erst dann, wenn der Gläubige eine richtige radikale Umkehr macht und alles Materielle und Vergängliche für das achtet, was es auch ist, nämlich eine ausgemachte Täuschung, dann kann der Geist Gottes in Aktion treten.

Die Kritik Lorbers durch Evangelikale

Das eben Gesagte passt natürlich nicht in das enge Bewusstein der evangelischen Theologie, wo vor allem der Buchtabe den Schlüssel zur Erkenntnis darstellt. So wird allenthalben und heftig vor dem Lorber-Werk gewarnt. Einmal schrieb mir jemaand in einem christlichen Forum:

Ich kenne den Lorber zwar nicht, aber ich weiss, dass es eine Irrlehre ist.

In einem anderen Forum schrieb dessen Betreiber während einer laufenden Diskussion:

Ich kannte das Lorberwerk nicht, habe aber grad eben eine Kritik gelesen und nun ist für mich klar, dass es eine Irrlehre ist.“

Nun, was sagt man dazu? Ist das Dummheit? Vielleicht, bis zu einem gewissen Grad. Vielmehr glaube ich aber, es ist die Unmündigkeit der schlafenden Gläubigen, man muss das, was sie Glauben sollen, vorformulieren und dann sagen sie das Zeit ihres Lebens nach. Von eigenem Denken, von einer eigenen Meinung nicht die leiseste  Spur. Und genau diese seelische Trägheit betrifft die ganz grosse Mehrheit der Kirchenchristen.

[GEJ 10.20.4] (Grosses Evangelium des Johannes, 11 Bände):„Erstens ist die Trägheit als ein unvermeidbares Gerichtsanhängsel der Leibesmaterie für die stets wacher und tätiger werden sollende Seele, wodurch sie allein zur vollen Gleichwerdung des Geistes Gottes in ihr und dadurch zur Gottähnlichkeit gelangen kann, ihr größter Feind, und in je wärmeren Ländern die Menschen ihre Wohnungen aufgerichtet haben, desto mehr sind sie von diesem ersten Seelenfeinde bedroht.

„[GEJ 9.181.6] „Dazu ist dem Menschen auch die Trägheit sehr eigen. Er macht sich wohl oft einen guten Vorsatz um den andern; aber so er ihn zur vollen, tatsächlichen Ausführung bringen sollte, dann fängt sein träges und genußgieriges Fleisch an, sich dagegen zu sträuben, und zieht auch die Seele in den Schwerpunkt seiner Trägheit und Sinnlichkeit hinab. Was nützt nun der Seele die Klarheit in den Dingen des Geistes, so sie sich nicht selbst verleugnen und vollernstlich die Wege betreten will, auf denen sie zur vollen Einung mit Meinem Geiste in ihr gelangen könnte?!

Wer sich näher mit der sachlichen Lorber-Kritik befassen möchte, empfehle ich die Webseite „Jesus 2030“ 

Die Kritik gechieht in der Regel nicht durch einfache Gläubige, sondern durch sogenannte „Sektenbeauftragte“ von Kirchen und Gemeinschaften. Diese verstehen sich mehr oder weniger als „Religionsgerichte“ und sind der Meinung, dass sie ganz genau wissen, was richtig und was falsch ist. Sie nennen sich in jedem Fall „Bibeltreu“. Wobei „Bibeltreu“ eigentlich „Kirchentreu“ heissen sollte, denn die Kirchen berufen sich zwar einhellig auf die Bibel – aber leider nur auf Teile davon. Davon habe ich ja schon öfters berichtet.

Da das Lorberwerk eine Offenbarung ist, ist es in den Augen dieser selbsternannten Religionsrichter schon vorweg falsch, weil die Kirchen die Meinung vertreten, nach Fertigstellung der Bibel gäbe es keine neuen Offenbarungen mehr. Aus diesem Blickwinkel gesehen müssen diese Weisen das Werk gar nicht erst lesen und beurteilen, das Urteil ist schon gemacht. Zum Zweiten verstösst das Lorberwerk gegen die Luther-Erfindung von „Sola Scriptura“, also „nur die Bibel allein“. So gesehen müssen diese Kirchenfürsten das L-Werk ablehnen, nicht weil es der Bibel widersprechen könnte, sondern weil es gegen die Kirchenregeln verstösst.

Inhaltlich widerspricht das Lorber-Werk der Bibel überhaupt nicht. Das kann man aber nur feststellen, wenn man die Bedingungen, welche die Bibel an das Glaubensleben stellt auch im Alltagleben erfüllt und dann mit denen des Lorberwerkes vergleicht.

Dann kommt noch hinzu, dass das Lorberwerk ohne es zu nennen, zur Mystik verhilft (die „sieben Viertelstunden“, Seelenschau, Geistesschau usw.) Mystik ist aber für die Kirchen ein Rotes Tuch, weil Luther alle diejenigen verflucht hat, welche „durch eigenes Nachdenken“ (Meditation, Kontemplation) und nicht durch berufene Pfärrer zur Erkenntnis Gottes kommen wollen. Später hat er sie nicht nur verflucht, sondern sogar hinrichten lassen. Mit den evangelischen Sektenbeauftragten geschieht heute noch genau dasselbe, nur dass die moderne Inquisition verbaler Natur ist.

Unechte Offenbarungen

Mit Sicherheit gibt es auch falsche Offenbarungen, das soll nicht verschwiegen werden. Aber wir sollen die Geister der Propheten prüfen. Nur darf für diese Prüfung nicht eine Kirchenlehre als Massstab dienen. Auch die Bibel dient da nur bedingt, vielmehr ist es der innewohnende Geist Gottes, welcher alleine die Offenbarungs- und Propheten-Geister erkennen kann. Der menschliche Verstand ist bei diesem Unterfangen nur ein unbedeutender Komplize ...
Die sog. „Mexiko-Offenbarung“, die „Johannesburger-Reden“ oder das Offenbarungs-Werk einer Anita Wolf sind nicht von oben, auch wenn der Inhalt auf den ersten Blick himmlisch erscheint. Das sind nur einige Beispiele. Wer aber nichts als nur die reine Wahrheit, nichts als nur Jesus Christus im Herzen sucht, wird vor falschen Propheten mit Sicherheit beschützt.

Links zu den Online-Büchern des Lorber-Werkes, kostenlose downloads!
Es sind zahlreiche Bücher, empfehlenswert ist es, mit dem Grossen Evangelium Johannes (GEJ, 11 Bände) zu beginnen.