Mittwoch, 5. November 2014

Warum Martin Luther irrt - Teil IV


Martin Luther und die Kirche II

Zu „Von der Kirche“

Der VII.Artikel der Apologie handelt von der Kirche als Institution. Ich wiederhole den Wortlaut:

„Es wird auch gelehret, dass alle Zeit müsse eine heilige christliche Kirche sein und bleiben, welche ist die Versammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heilige Sacrament laut des Evangelii gereicht werden.



Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, dass da einträchtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sacrament dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden. Und ist nicht Not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirchen, dass allenthalben gleichförmige Ceremonien, von den Menschen eingesetzt, gehalten werden, wie Paulus spricht Ephes 4: Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid zu einerlei Hoffnung eures Berufs, ein Herr, ein Glaub, ein Taufe.“

Der genaue Wortlaut ist sehr interessant. Es steht nämlich nicht „Die Bibel lehrt, dass alle Zeit eine Kirche sein müsse“, Nein, Luther sagt, „es wird gelehrt“. Wer lehrt das? Natürlich nur Luther, wenn man von der Katholischen Kirche mal absieht. Jedenfalls lehrt es die Heilige Schrift nicht. Es ist zwar von der Kirche die Rede, wenn Jesus zum Beispiel sagt, auf Petri baue er Seine Kirche. Aber das hat eine ganz andere Bedeutung.

Jesus hat nie von einer Institution Kirche gesprochen. Auch Paulus nicht. Für Jesus war offensichtlich klar, dass man niemals eine Kirche mit wahren Gläubigen füllen kann. Auch Paulus wusste das, deshalb sprach dieser nur von Versammlungen (in den Häuser). Das, was wir heute als Hauskreise kennen.

Dass das wahre Wort nicht die Massen anspricht, ersehen wir aus den Predigten Jesu in Kapernaum und bei der Bergpredigt. Es kamen zwar viele Menschen, aber als sie hörten um was es ging, wandten sich viele ab oder entsetzten sich.

Luther aber hatte eine andere Botschaft als Jesus. Luther konnte die Kirchen füllen, was Jesus nicht konnte. Der Trick dabei? Man predigt, was das Volk hören will. Zum Beispiel: „Glaube nur – und schon kommst Du in den Himmel“. Jesus aber sprach vom Geben, von Armut, von Demut, vom Leiden und vom Kreuz. Jesus sprach nicht von einer billigen und populistischen Rechtfertigung vor Gott, Jesus sprach vom Einswerden mit Gott - und damit füllt man keine Kirchen.

Paulus sprach davon, dass die Kirche, bzw. der Tempel der Leib sei. Er sprach davon, dass man diesen Tempel rein halten soll. Davon will aber niemand etwas hören. Jedenfalls nicht in einer Kirche.

Zu „Was die Kirche sei“

Artikel VIII lautet:

„Zu Item, wiewohl die christliche Kirche eigentlich nicht anders ist dann die Versammlung aller Gläubigen und Heiligen, jedoch dieweil in diesem Leben viel falscher Christen und Heuchler, auch offentlicher Sünder unter den Frommen bleiben, so sind die Sakrament gleichwohl kräftig, obschon die Priester, dadurch sie gereicht werden, nicht fromm sind, wie dann Christus selbs anzeigt: Auf dem Stuhl Moysi sitzen die Pharisäer etc.

Derhalben werden die Donatisten und alle anderen verdammt, so anderst halten.

Also, diese Apologie vom Jahr  1530 ist doch genau auf unsere Zeit (2014) zugeschnitten. Vorher liessen wir uns belehren, dass die Priester eine spezielle Berufung für den Dienst der Verkündigung haben müssen und jetzt lesen wir, dass die Priester nicht zwangsläufig fromm sein müssen. Das erinnert mich nun grad an das praktische Beispiel der lutherianisch-evangelischen Kirchgemeinde Uehlfeld (D). Dort steht der homosexuelle Pfarrer Wolfgang Schuhmacher, welcher mit „seinem Angetrauten“ im Pfarraus zusammenlebt, der Gemeinde vor und verteilt das Abendmahl ...  Welch ein Gräuel!

Aber diese scheinbare und nur nach aussen gerichtete Frömmigkeit ist das Merkmal fast aller Lutherianer. Sicher, ich weiss, es gibt auch Ausnahmen, ich kenne persönlich welche. Aber die offizielle Lehre mit der Glücksformel „Glaube allein – und ab in den Himmel!“ ist geschaffen für fromme Weltmenschen. Menschen, die zwar fromm sind, aber ihr Leben genau so weiterführen wie eben alle anderen Weltmenschen auch.  Dabei wird ihnen erzählt, sie seien Gotteskinder.

Ja, und wie fromm Luther nun selbst ist, beweist er im abschliessenden Satz mit einer seiner beliebten Verfluchung:

„Derhalben werden die Donatisten und alle anderen verdammt, so anderst halten.“

Nun kann man das auch so verstehen: Die Donatisten seien verdammt, wenn sie es anders halten, indem sie nur Pfärrer haben, welche echt fromm sind (?).

Schon der Gedanke, Glaubensgeschwister zu verdammen, nur weil sie in einigen Punkten anders denken, lässt uns einmal mehr den Charakter Luthers erahnen.Was für ein abgrundtief schwarzes Herz muss dieser Mann gehabt haben! Und so ein Mann hat das ganze evangelische Christentum geprägt bis heute in die Neuzeit – und keiner merkt, wie seine Seele mit dieser Irrlehre über den Tisch gezogen wird!!

So – für heute haben wir genug. Das nächste Mal werden wir uns über die Sakramente, vor allem über das Taufsakrament unterhalten und nachher wenden wir uns noch dem Menschen Dr. Martin Luther zu, um ihn besser kennen zu lernen.



Jesus segne Dich!