Mittwoch, 15. Oktober 2014

Warum Martin Luther irrt - Teil I


Welch eine Vermesssenheit, das Werk eines Mannes mit derart wohlklingendem Namen anzuzweifeln und gar zu diffamieren! Denn kein anderer einzelner Mensch hat das Christentum derart nachhaltig geprägt als Doktor Martin Luther. Rund um den Erdball wo es evangelische Kirchen gibt, ist das Schaffen dieses Reformators die alleinige und gemeinsame Basis des Glaubens. Alle diese evangelischen Kirchen, ob Landeskirchen oder Freikirchen, von Amerika über Europa bis Australien, bezeugen dasselbe Glaubensbekenntnis von 1530 (leicht modifiziert  1540), das im Grossen und Ganzen heute noch Gültigkeit hat.
Alle diese evangelischen Kirchen sind zusammengefasst und vereint in verschiedensten Gremien wie Ev. Allianzen, Arbeitskreise Christlicher Kirchen (ACK), Oekumene und vor allem auch im Weltkirchenrat (WKR). Einen Unterschied in der Lehre dieser Kirchen gibt es kaum und dort, wo es Unterschiede gibt, sind sie nicht von grosser Tragweite. So kann man unbekümmert sagen, Alle ACK-Kirchen, alle WKR-Kirchen ist nur eine einzige Kirche mit verschiedenen Namen.

In unregemässigen Folgen werden wir nun untersuchen, inwieweit das Luther-Evangelium (Augsburger Konfession, Apologie 1530/40) dem Kontext der Bibel entspricht, ob es vielleicht eine Alternative und bessere Lehre gibt und natürlich werden wir auch einiges über das Leben des Reformators Dr. Martin Luther erfahren. Selbstverständlich interesssiert uns auch die Frage, ob Martin Luther selbst wiedergeboren war und wie die Früchte seines Lebens aussehen. Heisst es da nicht, „an den Früchten sollt ihr sie erkennen“?
Um das Werk Luthers beurteilen zu können, wenden wir uns logischerweise an die Bibel. Aber eine gute Bibelkenntnis ist noch nicht alles, was es braucht, denn die Bibel besteht aus zwei Teilen. Einerseits findet man da sehr viele Buchstaben und wenn man der Meinung ist, anhand dieser Buchstaben einen geistlichen Kontext zu finden, so führt das, wie wir anhand der Theologie sehen, zu nichts. Was es ausser dem Lesen der Buchstaben noch braucht ist das Geistliche Verständnis, welches einzig und allein nur durch den uns innewohnenden Geist Gottes eröffnet werden kann. Das Verständnis über den Heilsplan Gottes (und das Befolgen dessen) ist das eigentliche Leben, das wir in der Bibel finden.

So müssen wir auch unterscheiden, was ist wichtig, also heilsrelevant und was dient uns mehr als Hintergrundinformation, mit welcher die Bibel nicht unbedingt sparsam umgeht. So, und nur so, ist es möglich, die tieferen Wahrheiten der Schrift zu erkennen. Wie schon gesagt, der Gehorsam, das Umsetzen der erkannten Wahrheiten im Alltagsleben, ist das Allerwichtigste um im Geiste wachsen zu können.

Der wahre Verkünder

Der wahre Verkünder des Evangeliums ist Jesus Christus, der Sohn Gottes. Auch wenn nun Luther sich in seinen Schriften immer wieder dahingehend äussert, so war für ihn nicht Jesus, sondern Paulus der populäre Verkünder. Wir sehen das daraus, dass die Hauptpunkte im Luther-Evangelium sich beinahe ausschliesslich auf die Briefe Pauli, insbesondere auf den Römerbrief, stützen.
Und so wollen wir mit den Kernpunkten der Lehre Jesu beginnen und diese mit jenen Luthers vergleichen und erfahren, wie die Auswirkungen derer sind und wie die Lutherianer heute im Glauben stehen.

Die Frage des Lebens

Die wohl wichtigste Frage ist die nach dem ewigen Leben: „wie komme ich in den Himmel?“ Die Antwort Jesu ist so kurz wie einfach: „Wer nicht von neuem geboren wird, kann nicht ins Himmelreich kommen“. Dieses Von-Neuem-Geboren-Werden ist damit der Schlüssel der Himmelstür. Es ist die Voraussetzung, damit sich auch alle Verheissungen erfüllen. Diese Wiedergeburt, oder nach Johannes dieses ‚aus Gott geboren sein‘ ist die Rechtfertigung, das ‚Gerecht sein‘, vor Gott.

Damit besteht auch ein Zusammenhang mit der Sünde. Wer aus Gott geboren ist, sündigt nicht, ja, kann nicht sündigen. Wer wiedergeboren ist, lebt in der Ordnung Gottes. Damit ist der Weg offen, ins Himmelreich zu kommen.

Was heisst wiedergeboren?

‚Wiedergeboren aus dem Geist‘ heisst auch ‚ wiedergeboren aus Gott‘, denn Gott ist Geist. Gott ist aber auch Liebe, ist Wahrheit, ist Kraft, Gott und damit der Geist Gottes ist die Ordnung Gottes schlechthin. Somit kann man auch sagen ‚wiedergeboren aus der Liebe‘‚ wiedergeboren aus der Wahrheit‘ und ‚wiedergeboren aus der Kraft‘.

Die Wiedergeburt macht einen neuen Menschen. Wenn auch ein weltliches Sprichwort lautet „ich kann nicht aus meiner Haut schlüpfen“ , so bedeutet die Wiedergeburt eben genau das! Es ist eine komplette Umwandlung von Seele und(!) Leib. Aus Altem wird Neues, ja, alles ist neu geworden! Vor allem aber findet diese Umwandlung in der Liebe statt. Wenn die alte Seele der Eigenliebe ergeben war, so kennt sie nach der vollen Wiedergeburt nur noch die Nächstenliebe oder die All- Liebe. Die Eigenliebe sieht diese Seele von nun an nur noch mit einem gewissen Ekel.

Wenn die alte Seele vor der Umwandlung sich den angeborenen Trieben hingegeben hat, so haben diese nach dem Neu-werden keine Kraft mehr. Es ist eben alles neu geworden.

Die neu- und aus dem Geist geborene Seele hat ihren Willen komplett mit Gott geeint. Sie ist in allem Eins geworden mit Gott (Christus).

Der Weg, um diese Wiedergeburt zu erlangen ist lang, dornig und oft zermürbend. Es sind nur sehr wenige Menschen, welche dieses erhabene Ziel zu Lebzeiten erreichen.

Soweit die Lehre, wie sie Jesus Christus in vielen Klaraussagen und noch mehr in Gleichnissen lehrte.

Luthers Rechtfertigungslehre

Einen ganz anderen Weg lehrt uns Martin Luther. Sein vorgezeichneter Weg ins Himmelreich ist um ein Vielfaches einfacher, viel schneller und überhaupt nicht anstrengend. Im buchstäblichen Sinne braucht man überhaupt nichts zu tun! Lesen wir aus der Apologie, Art. IV:

Weiter wird gelehret, dass wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit für Gott nit erlangen mügen durch unser Verdienst, Werk und Gnugtun, sondern dass wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden um Christus willen durch den Glauben, so wir gläuben, dass Christus für uns gelitten hat, und dass uns um seinet- willen die Sünde vergeben, Gerechtigkeit und ewiges Leben geschenkt wird. Denn diesen Glauben will Gott für Gerechtigkeit vor ihm halten und zurechnen, wie St. Paulus sagt zun Römern am 3. und 4.

Dass der ganze Heilsplan nur auf Gnaden beruht, das ist wohl klar und wird auch von niemandem bestritten. Aber dass die Sündenvergebung durch den einfachen Glauben allein an den Kreuzestod Jesu vor Gott gerecht macht, ist schon ein bisschen weit hergeholt! Für die Sündenvergebung braucht es mehr:

1.       Busse tun
2.       Umkehr vom sündigen Leben (durch die Wiedergeburt)
3.       Denen vergeben, die einem ein Leid (Betrug, Rufmord usw.) zugefügt haben.

Das alles sind Werke, die wir selber tun müsssen. Viele wissen, wie schwer es sein kann, allen zu vergeben, welche sich an ihnen versündigt haben. Man denke nur zum Beispiel an eine eingezogene Bürgschaft, wenn man Haus und Hof verliert!

In anderen Aufsätzen haben wir die Frage ‚Vergebung oder Erlösung‘ bereits ausführlich besprochen und wir wissen, dass es mit der einfachen Vergebung der Sünden noch lange nicht getan ist.
Martin Luther beruft sich auf den Römerbrief Kap. 3 und 4. Im nächsten Teil werden wir deshalb ebenfalls auf das Thema dieser beiden Kapitel eingehen und sehen, auf welche Weise unser Martin Luther noch weiter in die Sackgasse geraten ist.

Nun aber wusste natürlich auch Luther, dass niemand ohne Wiedergeburt den Himmel auch nur von ferne sehen wird. Auf der einen Seite also der einfache Weg des billigen Glaubens und auf der anderen Seite der mühsame Weg zur Wiedergeburt. Nun sass Luther zuerst einmal in der Zwickmühle. Aber der schlaue Fuchs wusste einen Trick um dieses Dilemma zu lösen und dabei kam ihm die griechische Sprache zu Hilfe. Damit alles passt, erhob Luther den eben Bekehrten zum Wiedergeborenen, damit wird ihm der mühsame Weg erspart und die Floskel „durch Glauben allein“ konnte zum Religions-Propaganda-Slogan erkürt werden. Luther modifizierte übersetzte alle  Bibelstellen, wo es heissen sollte ‚gezeugt‘ oder ‚wiedergezeugt‘, mit dem Wort ‚wiedergeboren‘. In der griechischen Sprache ist das zulässig, weil es für beide Begriffe nur ein einziges Wort gibt: genneo. Somit hat sich ein grober Fehler in die Bibel eingeschlichen, der wohl kaum wieder gutzumachen ist. Alle Nestle-Aland Bibeln vermitteln diesen Unsinn. In der Konkordanz-Übersetzung ist es richtig wiedergegeben. Dort wird mit der Bekehrung der Geist gezeugt und durch die Heiligung kann Er wachsen bis der Zeitpunkt der vollen Wiedergeburt gekommen ist. Das macht Sinn.

Wenn man nun die Probe aufs Exempel macht, dann sieht es böse aus für die Lutherianer. Denn nach der Bekehrung sind alle wiedergeboren aus der Liebe und aus der Kraft. Nur – selbst in den Kirchgemeinden (und noch viel weniger im Alltagsleben) dieser Christen ist kaum etwas von dieser Liebe zu sehen, wenn man vom sonntäglichen Schulter-Klopfen einmal absieht. Und von der Kraft Gottes ist ja ebenfalls weit und breit nichts auszumachen.


Jesus segne Dich!