Mittwoch, 17. September 2014

Vom Unglauben der Gläubigen


Diese scheinbare Unmöglichkeit ist eine interessante Realität. Eigentlich sind alle Menschen gläubig, denn alle Menschen glauben irgend etwas. Manch einer glaubt, dass es nach dem Tode mit allem aus ist, dass es kein Weiterleben mehr gibt. Er glaubt also an ein Nichts. Und trotzdem ist er Ungläubig, denn der Begriff „Gläubig“ bezieht sich im normalen Sprachgebrauch auf den Glauben an Gott, an Jesus Christus, dessen eingeborenen Sohn oder allgemein, der Glaube an die biblischen Wahrheit. Nun die kurlige Frage, kann ein Mensch, der an Gott, Seinen Sohn Jesus Christus und an die Wahrheit der Bibel glaubt, auch ein Ungläubiger sein?


Frage dies einen Pastor und er wird die Stirn runzeln und dabei denken „was ist das für ein komischer Kauz, welcher eine solche Frage stellt?“. Ja, wir könnten es jetzt sogar auf die Spitze treiben und fragen: gibt es auch ungläubige Pastoren?

Wenn du, lieber Leser, diese Frage an mich stellen würdest, so würde ich mit einer Gegenfrage antworten: gibt es denn auch gläubige Pastoren?

Es geht uns heute aber nicht um die Pastoren, sondern um die Gläubigen, also um diejenigen, welche sich als „gläubig“ bezeichnen – seien sie nun Pastoren oder eben nur deren Zuhörer. Jede Kirche, jede Denomination hat ein Glaubensbekenntnis, ein Zeugnis, das den Aussenstehenden und den Beitrittswilligen bekundet, was in dieser Gemeinschaft geglaubt wird. Was aber nicht geglaubt wird, das steht nirgends, das sieht man erst im Laufe der Zeit, wenn man eine Gemeinschaft regelmässig besucht.

Vergleicht man nun die verschiedensten Gemeinschaften, so fällt einem bald einmal auf, dass alle diese Freikirchen in Etwa das selbe glauben – und das selbe nicht glauben. Wenn ich sage „alle diese Freikirchen“, dann meine ich diejenigen, welche in einer Evangelischen Allianz, der ACK (Arbeitskreis Christlicher Kirchen) zusammensitzen und/oder Mitglieder in der Oekumene oder Weltkirchenrat sind. Alle diese Freikirchen haben etwas Gemeinsames: Sie verkünden die Biblische Botschaft auf der Basis wie sie der Reformator Martin Luther gelehrt hat.

Wir wollen hier nicht näher erörtern, was diese Gläubigen glauben, das steht ja im apostolischen Glaubensbekenntnis. Nein, wir wenden uns zu dem, was diese Gläubigen eben nicht glauben – und das ist das Erschreckliche!
Die lutherischen Gläubigen behaupten mit aller zur Verfügung stehender Energie, dass dem unfehlbaren Wort Gottes die oberste Autorität zukommt. Ferner sagen sie, dass wir über das Wort Gottes hinaus keine Bücher, Schriften oder Offenbarungen mehr benötigen und dass seit Erscheinen der Bibel Gott keine Propheten mehr berufen hat. Der Bibelkult, der von den meisten betrieben wird müsste eigentlich darauf schliessen lassen, dass man die Bibel ernst nimmt und die tägliche Bibellese sollte jeden Gläubigen dazu führen, das Wort nicht nur zu glauben, sondern auch täglich umzusetzen.
Wir werden nun sehen, dass die lutherischen Gläubigen ausser den Verheissungen fast gar nichts glauben, was in der Bibel steht.
Die Wiedergeburt
Dieses Thema haben wir zwar schon oft in diesen Aufsätzen behandelt, aber es ist derart wichtig, dass wir noch des Öfteren darauf eingehen werden. Luther nennt in seiner Bibel-Interpretation alle Bekehrten Wiedergeborene. Wir wollen hier auch nicht darauf eingehen, ob Luther selbst wiedergeboren war, das ist dann ein Thema eines späteren umfangreicheren Aufsatzes. Also, alle Lutheraner erkennt man daran, dass sie selbst von sich behaupten, ein Wiedergeborener zu sein. Die Bibel (selbst die Luther-Bibel!) gibt als Zeugnis der Wiedergeburt aber nicht die Bekehrung an, sondern den Umstand, dass wer aus Gott geboren ist, nicht mehr sündigt, ja, nicht mehr sündigen kann. Das ist ein riesengrosser Unterschied! Denn wer sich bekehrt, kann ja wohl kaum behaupten, dass er nicht mehr sündigen kann. Also glaubt der Gläubige nicht, was im 1. Joh. 3. 9 steht.

Die Sünde

Der Lutheraner hat mit der Sünde ein recht lockeres Verhältnis. Weshalb soll man sich auch Zwang antun, denn der Glaube an die bereits erfolgte Sündenvergebung steht weit höher als das Gebot der Heiligung. Ermahnt man einen solchen Bruder bezüglich der Heiligung, dann schaut er einem nur mitleidig an und sagt im Brustton der Überzeugung „wir sind geheiligt durch den Glauben, vor Gott stehen wir gereinigt, sündlos und absolut gerecht da!“ Ein Lutheraner glaubt nicht, was die Bibel klar von ihm verlangt: „Jaget nach dem Frieden mit jedermann und der Heiligung, ohne welche niemand den Herrn sehen wird!“ Nun – weshalb fordert und Paulus zu einer aktiven Handlung auf, wenn wir die Verheissung durch blossen Glauben bereits erlangt haben?

Der Grund, weshalb der Freikirchler keine Heiligung der Seele akzeptieren kann, gibt uns wiederum unser Martin Luther. Er lehrt im Gegensatz zur Bibel „Der Mensch ist Sünder und Gerechter zugleich“. Diese eigenwillige Interpretation übernimmt das schlafende Kirchenvolk mit Freuden, denn wozu sollen wir die Sünde überwinden (durch die Kraft Gottes), wenn wir eh Sünder bleiben und trotzdem vor Gott Gerecht sein können? Diese Gläubigen glauben auch hier nicht dem Wort Gottes, viel eher aber Luther.

Die Kraft Gottes

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen“. Dieses tiefweise Wort Pauli wird ebenfalls von den Lutherischen nicht geglaubt. Sie entnehmen zwar die Passage „die Rettung für jeden, der glaubt“ und verstehen unter „glauben“ lediglich akzeptieren, ein Dafürhalten usw. Aber die ausdrücklich erwähnte Kraft Gottes gibt uns einen anderen Inhalt dieses Satzes: es weist uns auf das Kapiatel 8 des Römerbriefes hin, wo Paulus beschreibt, dass (nur) durch diese Kraft Gottes die Sünde überwunden werden kann. Auch hier sehen wir, die lutherische Interpretation ist genau das Gegenteil von dem, was die Heiligen Schrift im Kontext aussagt.

Diese Kraft Gottes ist der Zentrale Punkt im Göttlichen Heilsplan. Ohne diese Kraft könnte kein Mensch von der Sünde erlöst werden. Unter Erlösung wollen wir aber die Erlösung aus der Knechtschaft der Sünde verstehen, sodass die erlöste Seele der Sünde nicht mehr dienen muss. Diese Kraft Gottes, welche allein in der Lage ist, die fleischliche Gesinnung in die Geistliche Gesinnung zu verwandeln, darf man in keinem Fall verleugnen, man sollte darauf erpicht sein, diese Kraft zu erleben! Trifft denn hier nicht das Wort Pauli zu?:

dabei haben sie den Schein von Gottseligkeit, deren Kraft aber verleugnen sie. Solche meide!“ (2. Tim. 3. 5)  

Werke der Finsternis

Die Schrift warnt uns an verschiedenen Stellen, den Werken der Finsternis nicht teilhaftig zu werden.  Was sind die Werke der Finsternis? Alles was nicht von Gott ist, ist von Satan. Alles Vergängliche, alles Materielle und Weltliche ist nicht von Gott, dient nicht dem Ewigen Leben, sondern ist der Tod. Den Lutheranern aber gelingt der waghalsige Spagat absolut ohne Mühe und behaupten schlicht und einfach „alles ist von Gott“. Wie mancher Pastor hat mich schon beschwichtigen wollen und hat behauptet, das Fernsehen zum Beispiel ist von Gott. Wer soetwas behauptet, hat zum Geistigen Leben überhaupt kein Verhältnis und ihm mangelt jede Erkenntnis der biblischen Zusammenhänge. Fernsehprogramme dienen nicht der Verherrlichung des Namen Gottes, nein, sie dienen der Verherrlichung der Sünde in allen ihren Formen.

Das sind jetzt nur einige wenige Beispiele, wo und wie viele „Gläubige“ den Glauben nicht leben, sondern nur von ihm reden. Und deshalb können sie auch nicht verstehen, dass Jesus von einer andern Art des Glaubens spricht, wenn er sagt „Wer an mich glaubt ...“. Wie in der Bergpredigt erläutert, heisst „glauben“ nachfolgen, heisst tun und nicht nur zuhören. Seid Täter des Wortes, nicht Hörer allein!

Und so, mein lieber Freund und Bruder, halte die Ohren offen, wenn du lutheranische Pastoren predigen hörst. Wenn ein Pastor in der Tat gläubig ist, dann merkst du das an der Kraft Gottes, welche sich in einem Gläubigen Verkünder offenbart ...


Jesus segne Dich!