Mittwoch, 18. Juni 2014

Jesus oder Christus?


Nein, das ist keine alberne Frage! Klar, dass Jesus Christus der Gesalbte ist, Gottes Sohn. Und so komisch es wirken mag, wollen wir für einmal Jesus und Christus differenzieren und auseinanderhalten. Wir werden dann sehen, dass die Frage Jesus oder Christus eine grosse und tiefere Bedeutung hat.








Jesus

Jesus nannte sich oft der Menschensohn, aber ebenso oft der Sohn Gottes. Mit Menschensohn bezeichnete Er sich als ein ganz normaler Mensch, im Fleisch inkarniert und zwar vom Mensch (Adam) abstammend. Damit bezeugte Er, dass Sein Leib, wie jedem anderen Menschen, in der Blutlinie Adams war. Vor Seiner Geburt gab es keinen Hinweis darauf, dass Gott jemals Jesus genannt wurde. Schon einmal, so berichtet das Alte Testament, ist Gott auf der Erde gewandelt, aber damals nannte Er sich Melchisedek. So bezieht sich der Name Jesus auf den Menschen, Sohn der Maria, wie Er auf der Erde gewandelt war.

Noch heute ist der Bezug Jesus auf das Erden-Dasein Gottes in aller Munde. Weihnachten, Ostern, Auffahrt und Pfingsten sind Erinnerungen an Jesus und die wichtigsten Momente Seines Erdenlebens.

Aber auch die Zukunft ist für die Gläubigen Christen von der Hoffnung geprägt, dass eben dieser Jesus wiederkommt. Diese allgemein erwartete Wiederkunft war seit den Zeiten Pauli die grosse Zuversicht, und jede Generation glaubte, sie sei die letzte vor Seiner Rückkehr.

Weil die Christen aber nicht unterschieden und noch heute nicht unterscheiden können zwischen Jesus und Christus, so warten sie seit vielen, vielen Generationen vergeblich auf diese Wiederkehr. Und sie werden noch viele Generationen weiter vergeblich warten, denn Jesus wird noch länger ausbleiben! Seine für alle sichtbare Rückkehr wird laut Offenbarung des Johannes erst nach der allerletzten Endzeit-Schlacht im Tal von Harmagedon in Israel sein. Und das wird noch ein bisschen dauern, denn wir sind erst in den endzeitlichen Vorwehen. Die Gnadenzeit wird also nicht so schnell enden, was aber nicht heissen will, dass man die Zeit nicht nutzen sollte, denn für jeden einzelnen Menschen endet die Gnadenzeit mit dem leiblichen Tod!

Jesus nannte sich oft „Sohn Gottes“. Das hat dazu geführt, dass im 4. Jahrhundert die Trinitätslehre entstand. Und noch heute gibt es drei Göttliche Wesen, Gott, Sein Sohn und der Heilige Geist. Damit hat die Kirche eine grandiose Verwirrung gestiftet. Dazu kommt, dass sich „der Sohn“ zur Rechten Gottes setzen wird, denn Ihm (also dem Sohn) ist ja bekanntlich das Jüngste Gericht übergeben. Wie ich schon im Aufsatz „Ist Jesus unserVater oder gar Gott?“ ausführlich behandelt habe, ist Jesus jedoch Gott selbst. Weshalb aber nannte Er sich „Sohn“? Ganz einfach, weil er unmöglich zu jemandem sagen konnte „Ich bin Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erde“. Er hätte wohl kaum Jünger um sich scharen können, höchstens Psychiatrie-Ärzte (wenn es die damals schon gab). Freilich gab es jedoch noch einen anderen Grund. Die Jünger sollten sich dessen im Herzen bewusst werden, wer Jesus eigentlich war. Genau wie heute. Die Erkennntnis über die Wesenheit Jesu sollte einem nicht durch Bücher übermittelt werden, sondern durch den innewohnenden Geist Gottes. Deshalb hat er zweimal die Jünger gefragt „für wen haltet ihr mich?“.

Wir sehen, Jesus „der Sohn Gottes“ ist eine Erscheinungsform Gottes. Eine für uns Menschen sichtbare Erscheinungsform und – das einzige sichtbare Erscheinungsbild Gottes! Andererseits es gibt noch andere Erscheinungsformen Gottes, doch die sind für unsere materiellen Augen unsichtbar. Wir kommen gleich darauf. Seit dem Karfreitag ist diese sichtbare Erscheinung Gottes aber Vergangenheit. Sein Auftrag war erfüllt. Er hat Sein Leben im Fleisch so gelebt, dass der Widersacher keine Sünde finden konnte, die Er getan hätte. Der Bann war gebrochen. Die Erscheinungsform ‚Jesus im Fleisch‘ hat den Zweck erfüllt.

Nach Seiner Auferstehung, also nach der Verwandlung des sterblichen Leibes in den unsterblichen Leib und vor Seiner Auffahrt tat Er seinen Jüngern kund, dass Er sie nicht als Waisen zurück lassen werde:

Ich lasse euch nicht als Waisen zurück; ich komme zu euch!“ (Joh. 14. 18)

Glaubt man nun den heutigen studierten Predigern  und Pastoren, welche das Warten auf diese Wiederkunft Jesu lehren, dann hat Jesus Sein heiliges Wort den Jüngern gegenüber gebrochen. Ja, man müsste sogar sagen, dass Jesus wider besseres Wissen gelogen hätte. Wenn Er dem Johannes, Jakobus, Petrus und allen andern ins Gesicht versprochen hat, zu ihnen wiederzu kommen und Er sich nun fast 2000 Jahre verzieht, dann stimmt doch etwas nicht – oder?

Leider haben die blinden Blindenführer noch nicht gemerkt, dass Jesus als Mensch gestorben ist und nicht in dieser Erscheinungsform zurückkehren wird. Jesus ist bereits zurück gekehrt, aber anders, als die Gelehrten das erkennen wollen oder können.

Rückkehr Jesus als Christus

Schon 40 Tage nach Seiner Auffahrt ist Jesus wiedergekommen. Aber Er kam als Christus (einige übersetzen: Tröster) und Er kam nicht für alle Menschen, sondern nur für die Seinen!

Und ganz genau wie es vorher war, als Gott in Jesus in Seine Schöpfung kam und Johannes sagte, „aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“, so ist es bis heute geblieben, die Gläubigen nehmen Ihn nicht auf. Sie warten auf ihren Jesus und verpassen das Leben mit Christus. Sie feiern Weihnachten und Ostern als Erinnerung auf ihren Jesus, statt dass sie das, was gewesen war vergessen. Christus wartet vor der Herzenstür und pocht und pocht und pocht, aber vor lauter Fernsehen, Konzerte, Fussball, Arbeit – und vor allem vor lauter Warten auf die Wiederkunft dieses Jesus achten sie nicht auf den wiedergekommenen Christus!

Christus, als die geistige Erscheinungsform Jesu oder Gottes ist der in der Bibel viel erwähnte Bräutigam, der zum Hochzeitsmal lädt. Aber seine leise Stimme hören die Gläubigen nicht, weil das Herz zu sehr von dem Aussenleben, der Welt abgelenkt wird. Und so lange der Nebenbuhler (der Weltgeist) noch im Herzen einer Seele seinen Platz hat, solange wartet der Bräutigam – mit viel Geduld und oft mit weinenden Augen!

Jene Gläubige, welche zwischen Fernseher und Kirche hin und her irren, malen sich in phantastischen Bildern die Entrückung „durch die Luft“ aus und leben so in ihrer illusionären Traumwelt, aber sie merken nicht, dass eine Entrückung nur stattfinden könnte, wenn die Seele ganz von der Erdenschwere befreit wäre! Diese Entrückung findet in Tat und Wahrheit laufend statt. Entrückt von der Welt heisst nämlich nicht, dass der materielle Leib nicht mehr auf der materiellen Erde ist, denn „Entrückt durch die Luft“ heisst: Entrückt durch den Geist. Das ist dann eine Seele, welche nicht mehr zweigeteilt ist, sondern ganz erfüllt mit dem Geist Gottes. Jesus sagte dies so:

Der Wind (die Luft) weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ (Joh. 3. 8)

Christus heisst „der Gesalbte“. Wenn jemand sagen kann ‚Christus lebt in mir‘, dann ist er voll wiedergeboren und er wiederspiegelt (siehe letzter Aufsatz) Christus, er ist der verklärte Christus. Er hat demnach die Salbung, wie Johannes dies erklärt: „Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt es nicht nötig, daß euch jemand lehrt; sondern so, wie euch die Salbung selbst über alles belehrt ...

Jesus oder Christus?

Mein lieber Freund und Bruder (Schwester), wie es bei Dir? Hängst Du in Deinen Gedanken noch beim verstorbenen  und aufgefahrenen Jesus, oder lebt Christus in Dir? Wartest Du auf Jesus Wiederkunft oder hast Du schon das Ewige Leben durch Christus?


Der Segen Christi sei mit Dir!