Mittwoch, 28. Mai 2014

Gläubige Sünder II


Der Weg der Heiligung

Wir haben im ersten Teil gesehen, dass Jesus  eindringlich die Jünger ermahnt hatte, nicht zu sündigen und Seine Gebote (die Zehn Gebote) zu halten und damit „in seinem Wort und in Seiner Liebe zu bleiben“. Nun glauben aber 95 Prozent der Christen, dass ein Leben ohne Sünde absolut unmöglich sei und berufen sich auf Paulus, wie er im Römerbrief, Kap. 7 klagt, wie er doch in der Gefangenschaft der Sünde nicht freikomme und schliesslich entnervt aufgibt mit dem Ruf „Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe?“ Anscheinend fehlt in den allermeisten Bibeln dann die folgenden Kapitel, auf jedenfall aber fehlt das Kapitel 8.




Ich weiss beim besten Willen nicht, ist es einfach Dummheit oder arge Böswilligkeit, wenn in der Verkünigung beim Kapitel 7 Schluss gemacht wird. Der Zustand, wie Paulus ihn im Kapitel 7 beschreibt, ist nicht derjenige, welcher er zu diesem Zeitpunkt hatte, sondern er beschrieb ihn lediglich an seiner Person, um den unerlösten Gläubigen darzustellen.

Der unerlöste Gläubige
Nun kommen wir zu einem erschreckend wichtigen Punkt. Jesus ist ja nicht gekommen, um das Gesetz aufzulösen, sondern um es zu erfüllen. Wie schon im ersten Teil gesagt, es geht nicht um die Mosaischen Gesetze für die Israeliten, sondern um die Zehn Gebote.
Johannnes sagt nun klar und unmissverständlich:  Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang.“ (1. Joh. 30) Johannes schrieb dies nicht an die Heiden und nicht an die unbekehrten Juden. Er schrieb diesen Brief an  die Gläubigen! Wir sehen,  schon bei den Urchristen  gab es dieses Problem. Es ist die Begierde (zehntes Gebot), welches die Sünde gebiert. Die Begierde ist im Fleisch und das Fleisch, die Materie, ist des Satans. Darum sagt Johannes, wer Sünde tut, ist des Teufels. Nun wäre das eigentlich schon die Antwort auf die Eingangs gestellte Frage, kommen Gläubig, die sündigen in den Himmel oder in die  Hölle. Die Antort lautet wie die Frage: Ist Satan im Himmel oder in der Hölle?
Ja, meine Lieben.  Wir sehen, wohin uns das Evanglium der „Gnade-allein“ und „Glaube-allein“ (Sola gratia und Sola fide  ) führt: direkt in die Hölle! Gläubige, welche sündigen, sind nicht erlöst! Da Jesus die Gebote nicht aufglöst hat, so gelten sie noch heute, genauso wie im Alten Bund.
Hesekiel 18 (Luther 1912)

20 Denn welche Seele sündigt, die soll sterben ...

21 Wo sich aber der Gottlose bekehrt von allen seine Sünden, die er getan hat, und hält alle meine Rechte und tut recht und wohl, so soll er leben und nicht sterben.

22 Es soll aller seiner Übertretung, so er begangen hat, nicht gedacht werden; sondern er soll leben um der Gerechtigkeit willen, die er tut.

30 Darum will ich euch richten, ihr vom Hause Israel einen jeglichen nach seinem Wesen, spricht der Herr, HERR. Darum so bekehrt euch von aller Übertretung, auf daß ihr nicht fallen müsset um der Missetat willen.

31 Werfet von euch alle eure Übertretung, damit ihr übertreten habt, und machet euch ein neues Herz und einen neuen Geist. Denn warum willst du sterben, du Haus Israel?

32 Denn ich habe keinen Gefallen am Tode des Sterbenden, spricht der Herr, HERR. Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben.”
Offb 12. 17
„Und der Drache ward zornig über das Weib und ging hin zu streiten mit den übrigen von ihrem Samen, die da Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi.“
Offb 14. 12
Hier ist Geduld der Heiligen; hier sind, die da halten die Gebote Gottes und den Glauben an Jesum.“
Es gäbe noch viele Verse zu zitieren, vor allem das gesamte Kapitel 8 des Römerbriefes. Paulus beschreibt dort, wie gistliche Gesinnnung im Gläubigen bewirkt, dass er ohne Sünde leben kann. Liest man Kapitel 7 und 8 in einem Zug durch, dann fällt der Wandel  zwischen diesen beiden Kapitel auf, ohne dass Paulus diesen Wandel der Seele genauer beschreibt. Aber es wird jedem klar, dass dieser Wandel die eigentliche Wiedergeburt darstellt. Im Kapitel 8 sündigt der Gläubige nicht mehr, genauso, wie es Johannes beschreibt: „Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren“ (1. Joh. 3. 9)
Wie geschieht die Wiedergeburt?
Die Wiedergeburt können wir nicht „selber machen“. Sie ist in jedem Fall reine Gnade. Das ist jetzt Gnade allein! Diese Gnade basiert auf den Aussagen durch den Propheten Hesekiel:
Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleische wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und darnach tun.
Wenn diese Verheissung erfüllt ist, dann bedeutet dies die Kindschaft Gottes. „Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ Wenn nun die Seele mit dem Heiligen Geist erfüllt ist, so hat das noch eine weitere wunderbare Folge. Eine Folge, welche im wahrsten Sinne des Wortes Ewigkeitswert hat. Es ist das Höchste, was wir in diesem Erdenleben zu erlangen die Gnade haben:
Wenn nun der Geist dessen, der Jesus von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird er, der Christus von den Toten auferweckt hat, auch eure sterblichen Leiber lebendig machen durch seinen Geist, der in euch wohnt.“ (Römer 8. 11)
Was bedeutet das? Es geht hier um die sterblichen Leiber, nicht um die verstorbenen Leiber! Eine Verwandlung erfahrendemnach die noch auf der Erde lebenden Menschen! Wer den Geist in voller Grösse in sich hat, der wird den Tod nicht schmecken und wird nach dem leiblichen Tod (und noch vor der Verwesung!) die Auferstehung erleben. Manche nennen dies die Vorausauferstehung.  In einem früheren Aufsatz „Der jüngste Tag“ habe ich schon über „leere Särge, leere Gräber“ geschrieben. Diese „sterblichen Leiber lebendig machen“ bedeuten nichts anderes als die weissen Kleider, welche in der Offenbarung einige Male erwähnt werden: Wer überwindet, der soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“

Jesus segne Dich und lasse Sein Angesicht leuchten über Dich!