Mittwoch, 23. April 2014

Die ganz grosse Verführung V




Der Befreiungsdienst

Wenn wir den charismatischen Befreiungsdienst näher unter die Lupe nehmen wollen, dann fällt uns auf, dass  auch hier Dichtung und Wahrheit nahe beieinander liegen. Wahr ist, dass wir  Menschen zeit unseres Lebens den Einflüssen der Geistigen Welt ausgesetzt sind. Wie ich schon in einigen Aufsätzen  detailierter beschrieben habe,  kann ein Mensch ohne diese Einflüsse gar nicht leben. Das können sein: Dämonen, unreine und unselige Seelen, reinere, aber noch nicht wiedergeborene Seelen und Engel aus den Himmeln. Natürlich auch jede Zwischenstufe, denn jede (auch verstorbene) Seele hat einen anderen Entwicklungs-, bzw. Reifegrad. Das geistige und materielle Leben gehen parallel, gehen Hand in Hand und man kann es nicht voneinander trennen. Soweit sehen das  die Charismatiker richtig. Nur, sie gehen davon aus, dass jeder Mensch von Dämonen besessen  ist (ausgenommen sie selber).


Das stimmt natürlich nicht. In fast allen Fällen geht es nicht um Dämonen, sondern um unreine Geister, also unselig Verstorbene. Dämonen sind vor allem dort anzutreffen, wo offen gegen Gott und  den Heiligen Geist gelästert wird. Beispiele haben wir schon kennen gelernt: Kenneth Copeland, Yonggi Cho, Kenneth Hagin und andere Satanisten und Freimaurer.

Alle Menschen, ausgenommen die (echten) Wiedergeborenen haben mit dieser unreinen Geisterwelt zu kämpfen.

Dabei ist es aber nicht so, dass wir dieser Geisterwelt schutzlos ausgeliefert sind. Vielmehr ist es so, dass  genau diese Wesen Einfluss ausüben, welche wir dazu einladen. Ja, wir laden sie ein - aber absolut unbewusst! Und das funktioniert so:

Es gibt drei Aspekte des Lebens, die der Mensch nicht oder nur sehr schwer kontrollieren kann. Das sind erstens die Triebe, also die Begierden, zweitens die Gedanken, die kommen und gehen wie es ihnen passt und drittens sind es die Emotionen. Auf dieser Tastatur spielt der Teufel Klavier. Mit anderen Worten, den Trieben, welche wir lieben und nachgeben, den Gedanken, die wir lieben und denen wir nachhängen und die Emotionen, denen wir freien Lauf lassen, ziehen entsprechende Geistwesen an, unter deren Einfluss wir dann stehen. Haben wir irgendwelche Süchte, dann verstärken sich diese mit der Zeit automatisch, weil immer mehr solche unsichtbare „Mitgeniesser“ hinzukommeen und es wird immer schwieriger, davon los zu kommen. Lieben wir Gedanken der Gewalt, etwa durch entsprechende Videos, dann laden wir diese Geistwesen ein, in unserer Gedankenwelt zu wirken. Lieben wir den Frieden mit jedermann, dann haben jene kaum Zutritt zum Herzen, dafür ziehen wir mit friedlichen Gedanken eher Engel an. Lieben wir Gott aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und mit dem ganzen Gemüte, dann laden wir den (echten) Heiligen Geist ein in unser Herz.

Die Gedankenwelt ist der Spiegel, in dem wir sehen, welches Niveau unsere eigene Geistige Welt hat. Ist die Seele wiedergeboren, das heisst, ganz erfüllt mit dem Heiligen Geist, dann haben keine niedrigere Geistwesen mehr Zutritt, ja sie vermöchten das Göttliche Licht nicht ausstehen. Eine wiedergeborene Seele kann deshalb auch nicht mehr sündigen, weil der einzige Einfluss nur noch der Heilige Geist ist. Beim nicht-wiedergeborenen Mensch ist das sündigen immer wieder möglich, weil die Unreinen ihn immer wieder dazu verführen.

 

In diesem  Licht wollen wir jetzt das Treiben der Charismatiker untersuchen. Sie gehen davon aus, dass  Gläubige, die den Gottesdienst besuchen, mit solchen unreinen Geistwesen beladen sind. Das ist absolut richtig, denn beinahe jedermann hat z.B. einen Fernseher und begibt sich sonst noch in sinnliche Lüste. Das reicht schon. Wer sein Herz noch an das Vergängliche hängt, muss sich zwangsläufig auch mit tausenden von Weltgeister herumschlagen.

Charismatische Prediger sehen das soweit richtig, besser als mancher Pastor in konservativen Kirchen. Nur sind es natürlich keine Dämonen und es ist auch nicht eine Bessenheit.  Es ist eine Beladung. Wenn aber nun so ein geisteraustreibender Pastor, etwa in Form eines Benny Hinn oder Kenneth Coperland seine Hände auf einen Besucher auflegt, dann verschwinden nicht diese unreinen Geister, mit denen er sich noch vor kurzen herumschlagen musste, nein, erst jetzt wird er so richtig mit okkulten Finsterlingen „getauft“, nun beginnt er zu tanzen, springen, schreien und lachen.

Um Hände aufzulegen und Menschen von Geistern und Dämonen zu befreien, braucht es  eine bestimmte Voraussetzung. Diese Voraussetzung ist die volle Wiedergeburt. Wer die Hände auflegt, dessen Herz muss rein sein ,sonst übergrägt er immer auch seine eigenen Geistwesen auf den, für den er betet. Das ist  wie ein Naturgesetz, das kann gar nicht anders sein. Also, wer diesen Dienst  ausübt,  der muss den Weg der Heiligung gegangen sein. Nur so hat das Wort „Im Namen Jesu“ seine Kraft. Wenn ein Sünder dieses Wort ausspricht, so kann es keine Kraft haben. Denn die Kraft liegt nicht in diesen elf Buchstaben, sondern im Geist, in welchem dieses Wort ausgesprochen wird.

So kann ich einem Jeden nur raten, hüte dich, von irgend jemanden, auch wenn er ein noch so berühmter Redner ist, die Hände auflegen zu lassen! Selbst schon das Verweilen in einer solchen Gemeinschaft von Charismatikern  kann der Seele einen Schaden zufügen:

Und ich hörte eine andre Stimme vom Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, dass ihr nicht teilhabt an ihren Sünden und nichts empfangt von ihren Plagen!(Offb. 18. 4)

Nur wenn ein Pastor oder ein Ältester die Heiligung predigt und diese auch lebt, kannst du gewiss sein, dass der echte Heilige Geist dich stärkt, wenn er dir die Hände auflegt. 

Der Lobpreis

Zum Schluss wollen wir noch einen kurzen Blick auf den oft lauthalsen Lobpreis werfen.

Gott loben und preisen, das tun wir in jedem Gottesdienst. Was soll daran nicht gut sein, wird jetzt der eine oder andere fragen. Dieses Gott loben und preisen, mit den altbekannnten Liedern von Gerhard Tersteegen oder Paul Gerhardt, da ist jedes Lied ein Gebet, in welches man das ganze Herz hineinlegen kann. Der Unterschied aber zwischen Gott loben und preisen und dem charismatischen Lobpreis ist so gross wie zwischen einem Apfel und einem Flugzeug. Es lässt sich nicht vergleichen!

Zum einen sind sehr viele  Songs in englischer Sprache und wer diese Sprache nicht beherrscht, kann diese Songs auch nicht beten. Dann wird diesen Songs einen modernen Rythmus verpasst, weil das Neuzeitliche anscheinend die Jugend mehr anspricht. Diese Songs sprechen nicht die Herzen an wie die Lieder, sondern die fleischliche Sinnlichkeit, denn es kann hin- und  hergewippt, ja auch getanzt werden. Also wieder einmal das genaue Gegenteil von dem, was das volle Evangelium lehrt. Bete einmal in Begleitung der Rockmusik!? Unmöglich. Denn wie alles auf der Welt, hat auch die Musik ihren geistigen Ursprung. Vergleiche einmal eine Komposition von Joseph Haydn mit derjenigen eines Michael Jackson! Musik kommt immer aus der geistigen Welt – und die Rockmusik, ob nun christlich oder nicht christlich, kommt nun einmal nicht aus dem Himmel.

Zum andern soll durch die übertriebenen Emotionen nicht Gott gelobt und gepriesen, sondern die Gegenwart des Geistes hervorgerufen werden. Eine Dokumentation von John Wimber belegt einen sehr interessanten Sachverhalt. (Zur Erinnerung: John Wimber ist der Gründer der Vineyard-„Kirche“ /Vineyard in Toronte mit seinem „Toronto-Segen“/ Nicky Gumbel, erster Mann im Alpha-Kurs, der den Toronto-Segen nach Europa brachte).

John Wimber, wie er zu Heilungserfahrungen in seiner Gemeinschaft kam. Zuerst predigte er 20 Wochen lang über Heilung, und nichts geschah. Seine Reaktion: „Ich warf mich auf den Fußboden und weinte und schrie und betete, bis ich nicht mehr konnte. Hatte ich nicht alles getan? Hände aufgelegt, geglaubt, gefleht. Ich war ärgerlich über Gott... Aber ich ließ nicht locker. Ich wollte den christlichen Glauben besitzen, der stark ist, funktioniert und Resultate bringt. Wenn ich ihn nicht erlangte, dann wollte ich kein Pastor mehr sein." Dann entdeckte er den Wert der Anbetung und des Lobpreises und erfuhr infolgedessen ab Mai 1979, daß nun die Kraft Gottes zu wirken begann und Heilungen geschahen: „All das ist aus dem gemeinsa-men Lobpreis zur Ehre Gottes geboren." Kevin Prosch, ehemaliger Anbetungsleiter von John Wimber, erklärte: „Ich habe gemerkt, daß bestimmte Wirkungen des Heiligen Geistes nur eintreten, wenn ich mit dem Schlagzeuger zusammen spiele, also nicht singe....Bestimmte Noten und Harmonien bringen den Geist Gottes in Bewegung. Dies ist ein altbekanntes Phänomen im Heidentum und im Spiritismus (Voodoo u.a.) Durch bestimmte Tonfolgen werden die Geister gerufen.“

Das ist der charismatischer Lobpreis. Mehr Worte darüber sind überflüssig. Hüten wir uns vor den emotionsgeladen Lobpreisungen riesiger Menschenmassen, wie bei den Shows von Reinhard Bonnke und anderen! Das ist nur für die fleischliche Sinnlichkeit und jeder, der dabei ist, wird angesteckt. Wenn nicht, dann geschieht dasselbe wie mit mir, als ich kurz nach meiner Bekehrung und Umkehr einmal einem Gottesdienst von Siegfried Müller (Missionswerk) in Karlsruhe beiwohnte. Die als Nachahmung seines Freundes Yonggi Cho viel zu gross dimensionierte Christus-Kathedrale war nur zum kleinsten Teil besetzt. Bei leiser, bestens ausgewählten Hintergrundmusik als Animation  für das Wirken des Heiligen oder sonstigen Geistes, betete neben mir eine junge Frau laut bei zwanzig Minuten ohne Luft zu holen, wie es schien. Aber das schien nicht zu stören, Pastor Müller begann mit dem Lobpreis, alles erhob sich, wippte hin  und her oder tanzte zur Musik. Nur ich konnte daran nicht teilnehmen, war wie gelähmt, weil es für mich so befremdlich war, denn ich spürte die Art des Geistes, welcher da wirkte. Nachher, als alle wieder Platz genommen und sich etwas beruhigt hatten,  nahm der Pastor das Mikrophon und beklagte sich: “Es ist kaum zu glauben, da freut man sich im Herrn wie der Heilige Geist wirkt und da steht einer bewegungslos  und steif rum, wie es ihn nichts anginge!“ Diese Blossstellung war dann das Wirken des richtigen Heiligen Geistes, er offenbarte, mit welches Geistes Kind ich es da zu tun hatte.

Nun, das allerbeste Lob preisen wir nicht mit den Stimmbändern und mit der Zunge. Die Gefahr des Heucheln und damit des Luegens ist gross! Das allerbeste und ehrlichste Lob Gottes ist der unverminderte und beständige Vorsatz, mit allen Sinnen und Gedanken allein Gott zu leben und die Welt hinter sich  zu lassen. Ein Gott wohlgefälliges Lob ist es auch, dem Nächsten zu dienen, auch wenn diese eine etwas schwierige Person sein sollten. Das ist besser, als alles Lob des Mundes.

 

Damit beenden wir dieses Thema einstweilen, obschon es noch einiges zu sagen gäbe wie Trunkenheit im Geist, Heilungswunder, geistige Kriegsführung und etliches andere auch. Aber ich bin der Meinung, meine Leser wissen nun um was es geht und wissen auch um die riesige Gefahr, in der wir alle uns befinden. Der Teufel geht umher, und sucht, wen er verschlingen könnte.

Am nächsten und übernächsten Mittwoch werden wir über eine Möglichkeit nachdenken, wie wir uns vor solchen perfiden Angriffen schützen können. Lassen wir den Teufel an uns vorübergehen!

 

„Sie werden wohl noch den äußeren Schein der Gottseligkeit wahren, aber deren innere Kraft nicht erkennen lassen. Von solchen Menschen wende dich ab!“  (2.Tim. 3. 5)

 

 

 

Jesus segne und behüte dich!