Mittwoch, 22. Januar 2014

Was geschieht, wenn wir sündigen?



Welche Folgen das Sündigen nach sich zieht, wissen wir, denn die Heilige Schrift gibt uns klare Auskunft darüber. Aber nicht so klar ist beschrieben, was denn so eigentlich, geistig gesehen, genau geschieht. Wobei wir den Begriff des Sündigen etwas weiter ausdehnen als das üblicherweise in den Kirchen geschieht. Sicher, die Sünde definiert jeder Gläubige wieder etwas anders, je nach seiner geistigen Reife. Für den einen ist erst Mord und Totschlag eine Sünde, für den anderen die Unzucht wie Ehebruch und Homosexualität und für den dritten bedeutet bereits das Nachhängen an  weltlichen Gedanken schon eine Sünde. Für manchen Ungläubigen ist nichts von dem eine Sünde, höchstens eine Unart zu leben.


Den Massstab für die Sünde gibt uns unser Gewissen. Innerlich wissen wir, und das wiederum je nach unserer geistigen Reife, was gut für uns wäre, wenn wir gehorsam wären.

Wenn wir uns nun überlegen, was geschieht, wenn wir sündigen, dann spielt es keine Rolle, ob wir gläubig sind oder nicht. Der Vorgang ist derselbe. Ob wir im Nachhinein um Sündenvergebung bitten oder nicht, die momentane Auswirkung des Sündigen ist dieselbe. Das deshalb, weil es ein Gesetz des Geistigen Lebens gibt, genau so wie es ein Naturgesetz gibt. Dieses Naturgesetz sagt zum Beispiel, dass der Wasserspiegel immer mehr steigt, je mehr Wasser im Kübel ist. Oder es sagt auch, dass ein hochgeworfener Stein immer wieder auf den Boden zurück fällt. Genauso ist es mit dem Gesetz des Geistigen Lebens. Hier gibt es Ursachen und Wirkungen, welche feststehen und welche niemals geändert werden können, weder durch Glauben, noch durch Gnade. Glaube und Gnade haben in dieser Betrachtung einen anderen Stellenwert, auf den wir hier aber nicht eingehen, weil das anderen Aufsatz-Themen vorbehalten ist. Wie gesagt, die augenblicklichen Auswirkungen der Sünde bleibt in jedem Falle gleich und auch der Gläubige tut gut daran, dieses sich zu verinnerlichen, weil mit diesen Auswirkungen nicht zu spassen ist und dies niemals auf die leichte Schulter genommen werden darf.

Die Sünde ist bekanntlich nicht die Tat, welche ausserhalb der Ordnung Gottes ist, sondern der Tat vorausgehender Gedanken. Die Bergpredigt gibt uns darüber genügend Aufschluss. Nicht der Beischlaf mit einer fremden Frau ist die Sünde, sondern bereits das (gedankliche) Begehren. So ist auch nicht das Umbringen eines Menschen die eigentliche Sünde, sondern bereits wenn wir den Nächsten einen „Narr“ nennen.

Dabei ist noch zu erwähnen, dass es zwei Arten von Sündigen gibt. Dabei reden wir jetzt nur von den Gläubigen, nicht von den Weltmenschen. Die einen sündigen weil es Spass macht und die Sündenvergebung ja ohnehin hundertprozentig gewährleistet ist, denn „wer den Herrn anruft, ist errettet“ und „durch den Glauben allein sind wir gerechtfertig“, geheiligt oder was auch immer. Dies ist die freiwillige oder mutwille Sünde. Die anderen, welche in der Heiligung stehen, sündigen auch, ja, sie sündigen trotzdem, und zwar solange, bis sie mit dem Geiste Gottes ganz erfüllt sind, das heisst, bis sie die volle Wiedergeburt erleben. Das sind diejenigen, welche durch ihr Sündigen leiden.

Bei beiden geschieht nun durch das Austreten aus der Göttlichen Ordnung genau dasselbe. Erst die sekundäre Auswirkung der Sünde ist dann bei beiden unterschiedlich.

Der geneigte Leser hat sicher aus den früheren Aufsätzen noch in Erinnnerung, dass die Seele das eigentliche Ego ist, das Selbstbewusstsein, das ICH. Diese Seele kann verletzt sein, oder auch verwundet und sie kann auch krank sein. Die Seele ist fähig zu lieben und zu hassen. Daneben haben wir auch einen Geist. Dieser Geist ist das eigentliche Ebenbild Gottes, es ist ein Teil Gotttes. Es ist zwar nicht ganz richtig, denn Gott lässt sich nicht teilen. Deshalb ist es besser gesagt, der uns innewohnende Geist ist Gott selbst. Dieser Geist kann somit niemals verwundet, verletzt oder krank sein. Deshalb ist auch der Begriff „Geisteskrank“ eine Sache der Unmöglichkeit. Nun gut, dieser Geist Gottes aber hat eine ausgeprägte Fähigkeit: er kann wachsen, kann zunehmen und kann abnehmen. Was er aber nicht kann, ist sich des freien Willen des Menschen zu bemächtigen und somit ist sein Zunehmen, sein Abnehmen, sein Wachsen oder auch sein sich totales Zurückziehen völlig in der Hand der Seele, welcher er seit Geburt des Menschen zugeteilt ist. Der Ausschlag für die Veränderung der Daseinsform des Geistes ist einzig die Liebe und der Hass der Seele. Liebt die Seele Gott (dass ist eben der Geist in uns), dann beginnt er zuzunehmen. Liebt die Seele Gott (oder auch die Wahrheit) ganz innig  und inbrünstig, dann wächst der Geist schneller. Liebt nun die Seele Gott aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele und dem ganzen Denken und hasst gleichzeitig das sinnliche Leben (die Welt), dann wächst der Geist noch viel schneller und beschenkt die Seele mit hellem geistigen Licht, dass sie in kurzer Zeit immer besser die geistigen Zusammenhänge fassen kann. Nur durch dieses Wachstum ist es dann möglich, dass das höchste Ziel für einen Menschen auf Erden erreicht werden kann: die volle Wiedergeburt.

Liebt nun die Seele zwischendurch aber auch das sinnliche, also das fleischliche Leben, wie Paulus es sagt, dann ist das die eigentliche Sünde. Ob in Gedanken oder in der Tat, der Geist im Herzen bildet sich nun etwas zurück, unabhängig von der Grösse, welcher Er schon erreicht hat. In jedem Fall aber bemerkt die Seele diesen Vorgang, je weiter die Reife fortgeschritten ist, umso mehr. Nun daürt es eine gewisse Zeit mit Busse, Gebet und Liebe zu Gott, dem Herrn, bis die vormalige Grösse des Geistes wieder hergestellt ist.

Ich will es wiederholen, weil dies derart wichtig ist. Die Sünde vor Gott ist nicht nur das Töten eines Menschen (Sterbehilfe oder Töten ungeborener Kinder) oder Unzucht usw., Sünde ist das sinnliche Leben! Wenn die Liebe zu Gott durch vergängliche Genüsse, durch die Materie, durch die Liebe zur Welt, abgelenkt wird, dann ist das Herz nicht mehr ungeteilt. Die Seele ist die Braut, der Geist ist der Bräutigam. Die Sinnlichkeit ist der Nebenbuhler. Dieser Nebenbuhler kämpft um die Braut, der Bräutigam nicht, Er zieht sich zurück!

Und genau hier liegt das Problem. Es ist das Gesetz des Geistigen Lebens, dass sich der Geist Gottes zurückziehen muss, wenn die Seele sich in ihrer Liebe auf die Welt ausrichtet. Und sei das auch nur für kürze Zeit, für ein kurzes Vergnügen. Dieser Vorgang kann niemals geändert werden, weder von einem Engel, noch von Jesus und auch nicht durch Gnade oder Glauben. Der Geist zieht sich unweigerlich zurück!

Was viele Christen noch nicht verstanden haben, weil die Prediger und Pastoren es ihnen nicht sagen, ist der Stellenwert der sinnlichen Vergnügen. Einhellig wird unter den Kirchenchristen die Meinung vertreten, dass Gott die Menschen mit den fünf Sinnen so geschaffen hat und Gott habe gesagt „es ist gut“. Das Vergnügen, welche die fünf Sinne uns bescheren, sei ein Geschenk Gottes.

Das Gute, was Gott geschaffen hat, wird aber vor allem in Adam vor dem Fall ersichtlich. Genau durch diese Vergnügungen der Sinne ist er ja dann gefallen. Aber die Kirchen werden das niemals lehren, denn für sie ist die Bibel ein vergnüglicher Supermarkt. Man nimmt, wonach man Lust hat und kocht dann ein leckeres Menu.


Die sekundäre Auswirkung

Wir sehen, das Dienen am Nebenbuhler zeitigt einen immensen Schaden. Kann der Geist in uns nicht oder nur sehr schwerlich wachsen, kann die Seele niemals zur Erkenntnis Gottes kommen. Nicht in diesem leben und schon gar nicht im Jenseits. Selbst wenn die Seele alle ihre Hoffnung auf das Leben nach dem Tod setzt, so wird sie einst mit Entsetzen feststellen müssen, dass diese Hoffnung nichts als Schall und Rauch war. Wenn wir die Höhen des Himmels nicht hier und jetzt erklimmen, werden wir das nachher nur sehr, sehr schwerlich erreichen können.

Nun aber gibt es einen grossen Unterschied zwischen den beiden Arten des Sündigens, wie es schon oben erwähnt wird. Welche durch ihr Sündigen leiden, weil sie immer wieder fallen, trotdem sie auf dem Weg der Heiligung sind, sind sich der jeweiligen Verminderung des Geistigen Wirkens voll bewusst. Sie raffen sich aber sofort wieder auf, tun Busse und sind ernstlich bemüht, nicht mehr zu sündigen. Sie bitten den Geist Gottes um Seine Hilfe, denn ohne diese wäre es ja ohnehin nicht zu schaffen. Manchmal fallen diese Seelen jahrelang, immer wieder - aber immer weniger. Diese Seelen haben einen Fürsprecher im Himmel. Dieser Fürsprecher ist der Geist Gottes im Herzen, der in diesem Fall nicht so stark abnimmt wie bei der freiwilligen Sünde. Ihnen sind diese Sünden vergeben und sind vor Gott gerechtfertigt. Es ist der Kampf, von dem Paulus spricht, der Kampf bis aufs Blut wider die Sünde. Dieses Freiwerden von der Knechtschaft der Sünde war der Grund von Jesu Tod am Kreuz. Er hat uns frei gemacht von der Gefangenschaft Satans.

Die freiwilligen oder mutwilligen Sünder, welche die Welt der Sinne lieben, sagen sich, dass Jesus für unsere Sünden dergestalt gestorben ist, dass wir immer und jederzeit unsere Sünden Ihm unters Kreuz legen dürfen. Eine Heiligung bräuche es nicht, denn wir sind schon aus dem Glauben geheiligt. Somit dürfen wir an den sinnlichen Freuden Spass haben, sie sind, wie schon erwähnt, ein Geschenk Gottes. In Seelen, welche in dieser Denkweise behaftet sind, ist dem Geiste Gottes absolut unmöglich  zu wachsen. Ist die Braut permanent auf den Nebenbuhler ausgerichtet, kann der Brautigam nicht zunehmen. Das ist das Gesetz des Geistigen Lebens, es die Ordnung Gottes und Er wird diese niemals nachträglich ändern!

Der „Glaube“, welcher diese Seelen haben, ist reine Kopfsache. Ihr Bibelstudium ist das dreifache Zerlegen jedes einzelnen Buchstabens – aber nur deren, welche mit Farbe hinterlegt oder unterstrichen sind! Wer die Welt der Sinne liebhat, in denen ist nicht der Geist Gottes! Somit zerfällt die ganze Hoffnung auf die Erlösung ihrer Sünde in Nichts. Die Kirchen lehren heute die Heiligung nicht mehr und somit bleibt nur noch die Feststellung:

Denn so wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein anderes Opfer mehr für die Sünden, sondern ein schreckliches Warten des Gerichts und des Feuereifers, der die Widersacher verzehren wird.Wenn jemand das Gesetz Mose's bricht, der muß sterben ohne Barmherzigkeit durch zwei oder drei Zeugen.Wie viel, meint ihr, ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch welches er geheiligt ist, und den Geist der Gnade schmäht"

Jesus segne dich!