Mittwoch, 3. Juli 2013

Glauben ohne Liebe



Eigentlich ist dieser Titel komplett falsch. Er sagt dasselbe aus wie der Ausdruck „Ein schwarzer Schimmel“. Entweder ist ein Ross weiss, dann ist es ein Schimmel oder es ist nicht weiss, dann ist es auch kein Schimmel. Und trotzdem. Ist dieser Titel wirklich total verkehrt – oder kann er durchaus wahr sein? Kann man Glauben haben und trotzdem fehlt die Liebe?

Nun, es kommt darauf an, was man unter „Glauben“ versteht. Wir wollen an drei lebendigen Beipielen sehen, wie sich die Sache verhält.

Ein Nachbar von mir hatte das grosse Unglück, dass er von meinen beiden Kühen besucht wurde. Sie fanden ein Loch in der Umzäunung und weil das Gras vom Nachbar einfach unwiderstehlich saftiger war als das eigene, entschlossen sie sich, das Loch im Zaun etwas zu vergrössern und sich auf dieser herrlichen Weide gütlich zu tun. Als ich das merkte, entsetzte ich mich nicht so sehr und dachte, der Nachbar wird mir noch danken, denn er wird dieses Gras am Steilhang nicht wie üblich mühsam mähen und danach verbrennen müssen. Ich versicherte mich, dass ihm keinen Schaden entstanden ist und so trieb ich die Tiere wieder auf unser eigenes Land.

Aber ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Schon bald kreuzte er bei uns auf und warnte mich mündlich, dass, sollte dies noch einmal geschehen, er unverzüglich zur Polizei gehen würde.

Ich war nach dieser Ankündigung mehr als verblüfft, da er jeden Sonntag, wie er mir vordem einmal bezeugt hatte, jeden Sonntag treu in eine evangelische Freikirche gehe. Nun, ich reparierte den Zaun schleunigst und so gingen einige Monate ins Land und das Verhältnis mit diesem Nachhbar verbesserte sich schnell und war so, wie es immer war. Man grüsste sich, man redete miteinander und man machte hin und wieder einen lockeren Ausspruch. Aber dann kam, was da kommen musste. Meine beiden Kühe erinnerten sich anscheinend an die grünen Leckerbissen auf des Nachbars Weide und entschlossen sich zu einem neuerlichen Ausflug und fanden trickreich, wie ich später feststellen musste, wieder eine Gelegenheit, meinem gläubigen Nachbar einen neuerlichen Besuch abzustatten.

Bei diesem aber lagen nun die Nerven blank und im Nu war er auf der höchsten Palme. Wie angedroht ging er nun zur Polizei um diese Ungeheuerlichkeit zu melden und den Uebeltäter abstrafen zu lassen. Also mich, nicht die Kühe.

Nicht dieTatsache, dass ich eine Anzeige am Hals haben werde, sondern dass ein Glaubensbruder den anderen anzeigt – ohne einen materiellen Schaden zu haben - erfüllte mich mit grosser Traurigkeit. ( Ich will nicht unerwähnt lassen, dass es in dieser tristen Angelegenheit noch einen lustigen Nebeneffekt gab: Der Polizeichef ist auch ein Glaubensbruder, aber er ist in der selben Gemeinde – wie ich).

Was lernen wir aus diesem Beispiel? Dieser mein Nachbar sagt, dass er gläubig ist und richtig, auf dem Stubentisch liegt eine offene Bibel, wie ich einmal selbst gesehen habe. Er glaubt an Jesus Christus, er glaubt, dass Er für seine Sünden gestorben ist. Er glaubt an die Liebe Jesu, das will ich ihm auf keinen Fall absprechen.

Der zweite Fall betrifft ebenfalls einen Nachbar, aber einen anderen. Auf seinem Landgut gedeiht eine ausgesprochene exzellente Grasart, welche vom Aussehen her mit dem Mais verglichen werden könnte. Dieses Gras lieben die Kühe über alles. Da ich diesen ihre Wünsche von den Augen ablesen kann und ich nicht in der Lage bin, ihre heissen Begierden unerfüllt zu lassen, ging ich zu diesem Nachbar, den Gutsverwalter, und fragte ihn, ob ich diese Gräser ernten dürfe für meine beiden Milchdamen, denn ich wusste, dass sie ihm keinen Nutzen bringen, weil er sie nicht verwerten kann. Er versprach, mit dem Besitzer deswegen zu reden.

Ich wusste, dass auch dieser Nachbar ein gläubiger Bruder ist, aber ich wusste nicht, das er die selbe freikirchliche Gemeinde des ersterwähnten Nachbarn besucht. Deshalb wohl erhielt ich nie eine Antwort auf meine Anfrage. Auch dieser liebe Bruder glaubt an Jesus Christus und glaubt, dass Er für seine Sünden gestorben ist.

Und das dritte Beispiel, das traurigste von allen – das bin ich selbst! Dazumal, als ich mich das erste Mal „bekehrt“ habe, gab mir jedermann das Zeugnis, dass ich gläubig war. Ich schwärmte von Jesus. Und trotzdem, nach einiger Zeit, fing ich an, Fehler bei der Gemeinde und dann bei den Brüdern zu suchen um mich vom Gemeindeleben zu distanzieren. Aber ntürlich nicht deshalb, weil es Fehler bei der Gemeinde oder den Brüdern gab, sondern weil ich trotz der „Bekehrung“ nie ganz mit der Sünde gebrochen habe, diese mich wieder riefen und ich ihnen gehorchte.

Glauben – aber ohne Liebe

Die Reihe solcher Geschichten könnte endlos fortgesetzt werden. Mn spricht schnell vom „Glauben“, aber mit der Liebe tut man sich schwer. Dabei müssten aber beide Hand in Hand gehen, denn der Glauben kommt ja aus dem Geist und der Geist ist Liebe – nichts anderes als Liebe! Aber alle drei in den obigen Beispielen haben in der Liebe kläglich versagt. Sie haben Glauben, wie sie sagen, aber die Liebe mangelt und ist oft kaum im Ansatz vorhanden.

Oder ist es vielleicht sogar so, dass man nur meint, man hätte Glauben? Ist man der Meinung, dass man „im Glauben“ sei, wenn man die Existenz Jesu anerkennt, wenn man bejaht, dass Er einst für uns alle am Kreuz gestorben ist?

Ich denke, dass es tatsächlich so ist, dass wir uns beirren lassen und meinen wir sind „gläubig“, wenn wir Jesus als Christus anerkennen. Wie ich selbst erkennen musste, beziehungsweise durfte, dass nicht nur die Existenz Jesu, sondern allein die Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde die Grundlage des Gluiben ist und dann den Willen, aus dieser Kenchtschaft der Sünde und dem sinnlichen Fleischleben tatsächlich zu entrinnen, den wahren Glauben ausmachen. Dieser Glaube ist nichts anderes als Geist, der Geist Gottes, denn ohne Ihn ist es erstens nicht möglich, den Wunsch zu haben, die Sünde zu fliehen und zweitens ist ohne die Beihilfe des Geistes die Entrinnung aus der Sünde gar nicht möglich. So ist erst die Flucht aus der Sünde und der Weltliebe der wahre Glaube und nicht das Auswendiglernen eines X-beliebigen Glaubensbekenntnisses, denn der Glaube muss Werke haben, Werke der Liebe, der Nächstenliebe. Haben wir diese Werke nicht, sollten wir uns schämen, vom Glauben zu reden – was ich mir schon längst selber zu Herzen genommen habe. Noch einmal will ich das Wort wiederholen:

„Rede nur vom Glauben, wenn du ihn beweisen kannst“

Die Liebe in den obigen drei Beispielen hätte völlig anders reagiert. Der ertse Nachbar hätte sagen können, ich solle sein ungenutztes Land abweiden, damit er der Arbeit des Mähens und dem abschliessenden verbrennen des dürrren Grases enthoben sei. Ausserdem hätte er den heissbegehrten Kuhmist ernsten können, nach welchem er mich schon öfters geben und ihn auch bekommen hat.

Der zweite hätte unparteiisch mich das Gras enten lassen können, da er dadurch weder Schaden noch Nutzen gehabt hätte, aber einen Liebesdienst hätte vollbringen können.

Der Dritte, also ich selbst, habe mich am meisten in der Liebe vergangen um der Sünde willen. Ja, um der Sünde willen habe ich meine Brüder geopfert, welche mir attestiert hatten, dass ich Glauben hätte!!

So prüfe sich jeder selbst, wie weit es mit seinem Glauben ist und noch mehr, wie weit es mit seiner Liebe her ist. Nur die Liebe zählt, der freikirchlich definierte Glauben zählt nicht – jedenfalls nicht vor Gott, welcher nicht den Glauben, sondern das Herz und die Werke der Liebe prüft!

So kommen wir zum Schluss, dass der Titel °Glauben ohne Liebe“ eben doch ein schwarzer Schimmel ist. Glauben ohne Liebe ist niemals Glaube, jedenfalls nicht Herzens-Glaube, höchstens Verstandes-Glaube, wogegen, wenn die Liebe werktätig verrichtet wird, immer der Glaube mit dabei ist – zumal die Liebe immer aus dem Geist ist – und der wahre Glaube ebenfalls aus dem Geist Gottes hervorgeht. So gehen die Liebe und der Glaube immer Hand in Hand.



Und nun noch eine traurige Mitteilung. Trotz mehrmaliger Wiederholung hat noch absolut niemand auf nachfolgenden Aufruf reagiert. Kaum zu glauben. Ist denn das die Möglichkeit, dass es keine Gemeinde gibt, welche die Heiligung der Seele lehrt, so wie sie in diesen Aufsätzen beschrieben wird? Am nächsten Mittwoch gehen wir deshalb noch einmal auf dieses Thema ein. Aber meldet Euch, wenn ihr eine solche Gemeinde kennt und vielleicht sogar Audio-Dateien vorhanden sind.



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Aufruf:

Bitte an die Leser dieses Blogs:

Bitte gebt mir die Denominationen oder die Gemeinden bekannt, welche noch nach biblischen Grundsätzen die Heiligung lehren. Gemeinschaften, welche lehren, dass Wiedergeborene nicht mehr sündigen, welche Anleitung und Hilfe geben, das Leben nach dem Vorbild Jesu zu leben.

Wenn möglich auch Hinweise auf Webseiten und/oder Links zu Audiodateien mit entsprechenden Predigten.

Ich werde diese Angaben dann zusammenstellen und veröffentlichen.



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Jesus segne Dich!





Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.