Mittwoch, 22. Mai 2013

Drei Stufen der Seelen-Entwicklung II



Die erste Stufe ist also dann erreicht, wenn die Bereitschaft vorhnden ist, das Leben von Grund auf zu ändern, beziehungsweise neu auszurichten.

Diesem persönlichen Entscheid sollte selbstverständlich die Erkenntnis der Erlösung von den Sünden durch Jesus Christus vorangehen. Diese „Erlösung von den Sünden“ kann man aber auch falsch verstehen! Viele Christen sind nämlich der Meinung, dass Jesus am Kreuz für unsere täglichen Sünden gestorben ist, das heisst, weil wir noch im Fleische leben, wir immer wieder automatisch in die Sünden fallen. Deswegen bräuchten wir den Glauben an Jesus und Seine Sündenvergebung. Glauben wir, dann klagen uns einst unsere Sünden nicht mehr an und wir sind rein. Dies ist die Lehre der (Frei)Kirchen.

Das Evangelium spricht aber von einer anderen Erlösung der Sünden. Es geht nämlich um die Erlösung von der Knechtschaft der Sünde.

Es geht darum, dass wir nicht mehr sündigen!

Dieses Ziel zu erreichen, dazu dient eben

Der zweite Schritt: „ICH bin ... die Wahrheit ... “

Jesus ist die Wahrheit. Wahrheit heisst auch: das Wort, das Licht, die Erkenntnis und die Weisheit. Da Jesus die Wahrheit ist, so heisst das, dass da wo Jesus ist, auch Wahrheit ist – ja, Wahrheit sein muss. Mit anderen Worten: in einem Herz wo die Wahrheit nicht ist, kann auch Jesus keine Gestalt annehmen. Das Gegenteil von Wahrheit ist Sünde. Ist Sünde im Herzen, so kann die Wahrheit nicht auch in diesem Herzen sein, denn Sünde und Wahrheit vertragen sich nicht.

Da wir durch Seinen Kreuzestod nicht mehr sündigen müssen kann unser Herz frei von der Sünde sein. Nur in einem reinen Herzen kann die Wahrheit (also Jesus) leben. Dank dieser Befreiung können wir im Fleische leben ohne zu sündigen - sofern wir wollen! - und unser Leben ganz auf Gott ausrichten. Sind wir aber fleischlich gesinnt, wie Paulus sagt, dann nützt uns die Sündenvergebung Jesu nichts.

Sehen wir und mal folgende Worte in der Apg. 3. 18 an: Luther schreibt: „So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden getilgt werden“.

In der „Neues Leben, die Bibel“ steht die genauere, nicht verwässerte Uebersetzung: „Nun kehrt euch ab von euren Sünden und wendet euch Gott zu, damit ihr von euren Sünden gereinigt werden könnt

Busse tun können wir ganz allgemein, in dem wir einfach sagen „Herr, vergib mir alle Sünden!“. Dabei können wir uns gleich auch noch bekehren ohne umzukehren! Die richtige Uebersetzung aber sagt ganz eindeutig, dass wir nur dann Sündenvergebung erlangen, wenn wir uns von der Sünde abkehren, diese also nicht mehr tun, ja, sie sogar verabscheuen! Darum geht es hier in diesem zweiten Schritt, nach und nach uns von der Sünde zu trennen. Oft ist das gar nicht so einfach, weil uns noch alte Gewohnheiten, Leidenschaften und Begierden plagen und wir diese nicht von heute auf morgen ablegen können. Da ist Kampf angesagt und Ueberwindung. In diesem Blog sind schon viele Aufsätze erschienen mit diesem Thema und diesem Erfordernis mit Tips, wie gegen Leidenschaften und Süchte erfolgreich vorgegangen werden kann.

Alles in allem, Paulus hat uns vorgegeben, um was es in diesem zweiten Schritt geht: Es geht nicht nur um Gnade und einfacher Glaube allein, sondern „Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches tötet, so werdet ihr leben.“ (Röm. 8.13)

Solange wir also nicht alle die Taten des Fleisches durch den Geist Gottes getötet haben, können wir logischerweise auch nicht behaupten, wir seien wiedergeboren. Wiedergeboren heisst auch, aus Gott geboren sein, wie Johannes es nennt. Er sagt: „Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren“ (1. Joh. 3. 9)

Im Prinzip gibt es gar nichts zu deuteln. Es ist klar, zumal es noch sehr viele Bibelstellen gibt, welche ganz eindeutig aussagen, dass wir den Heiligungsweg einschlagen und Ueberwinder werden müssen, um einst bei Jesus zu sein.

Wir müssen wahr sein. Unser Leben muss wahr sein. Aber nicht nur vor den Menschen, sondern auch vor den Engeln, welchen unser ganzes Leben, ja alle unsere Taten, Worte und auch Gedanken offenbar sind! Aber viel mehr noch müssen wir auch wegen der unreinen Geistwesen wahr sein, denn diese sind es, welche uns anklagen, denn auch ihnen sind unsere Taten, Worte und Gedanken nicht verborgen!

Den Mitmenschen als in Wahrheit lebend zu erscheinen, ist nicht schwer, denn unsere Seele kann sich vor den Menschen durch den Körper, durch Mimik und Gebärden, verstecken und irgend eine Show abziehen. Hintergedanken sind von Menschen oft nur schwer zu durchschauen, vor den geistigen Wesen aber ist alles offenbar. In Wahrheit leben heisst auch, dass unser Innenleben mit dem Aussenleben übereinstimmt.

Dies ist das Ziel des zweiten Schrittes: Durch und durch wahr sein! Und weil nur der Geist Gottes dies bewirken kann - sofern wir dies wollen! – nimmt durch dieses Wirken auch die Liebe zu Jesus immer mehr zu.

Der Geist Gottes in uns ist ein Teil Gottes und Gott ist die Liebe. Lieben wir Gott, der in uns ist, dann lieben wir auch denselben Gott, der im Herzen der Mitmenschen ist. Ob dieser Mitmensch uns gut- oder weniger gutgesinnt ist, tut nichts zur Sache, denn Gott lebt in jedem Menschen!

Ist dieses Teilziel des zweiten Schrittes einmal erreicht, dann sind wir der wahren und vollen Wiedergeburt schon sehr nahe. Die Wiedergeburt der Seele aus dem Geist heisst, dass der Geist Gottes nun wirken kann, ohne durch den Eigenwillen und vor allem, ohne durch die Sünden, egal welcher Art, gehindert zu werden. Diese volle Wiederburt, das „aus Gott geboren sein“, geschieht im dritten Schritt, wie Jesus es gelehrt hat.

Der dritte Schritt: „Ich BIN ... das Leben!“

Erst jetzt, wenn Christus, also der Geist Gottes, voll wirken kann, können wir vom wahren Leben sprechen.

Das wahre Leben ist die Harmonie. Alles was ist, ist aus Gott, denn Gott ist alles in Allem. Nur wenn keine Disharmonie mehr besteht, ist es möglich, Eins zu sein mit Gott, das heisst mit Christus in uns. Er ist das Licht durch das die Erkenntnis zur Weisheit werden kann und wird. Dieses Licht erleuchtet auch die tieferen geistigen Zusammenhänge, nicht nur der materiellen Schöpfung, denn diese ist nur ein ganz kleiner Teil der gesamten Schöpfung! Nein, der Geist in uns erforscht die Tiefen der Gottheit und kommt zur wahren Gotteserkenntnis. Das ist das Leben, von dem Jesus spricht, Aber dieses Leben widerfährt nur dem, der sich ganz auf Gott ausgerichtet hat, der sich ganz der Welt entsagt hat, dem die Welt nichts mehr bieten kann, der keine eigenen Wünsche und Begehrlichkeiten mehr hat.

Derjenige, welcher erfüllt ist von der alleinigen Liebe zu Christus tut von selbst den Willen, der ihm von Ihm ins Herz gelegt ist, denn es herrscht dann kein anderer Wille mehr, als nur noch der Wille Gottes. Deshalb muss die ganze Seele und das ganze Herz durchdrungen sein von Wahrheit und Reinheit, damit das Leben wirken kann. Ist die Seele aus dem Geist, also aus Gott geboren, dann sucht sie nur noch die Harmonie, die Reinheit und die Liebe, das Eins sein mit Christus und mit der ganzen Schöpfung! Halleluja!



Jesus segne Dich!



Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.