Mittwoch, 3. April 2013

Materie und Geist – untrennbar verbunden I





Wenn wir bewusst, statt in den Tag hinein leben, dann dürfte uns diese Tatsache nicht unbekannt sein. Materie und Geist scheinen aber für viele Zeitgenossen zwei gegensätzliche Aspekte des Lebens zu sein und die Kirche behauptet sogar, dass wir jetzt und hier in der Materie Leben und das Geistige dereinst nach dem Tode sichtbar sein werde und dass allenfalls der Heilige Geist in der materiellen Welt wirken könne, alles andere aber reinster Okkultismus und daher vom Teufel sei – und darüberhinaus von der Bibel verbotenes Terrain.

Nun, dieser Glaube ist wahrlich ein kindlicher Glaube – aber ein Glaube von unverständigen Kindern. Wer das wahre geistige Leben, beziehungsweise dessen Exitenz, leugnet, der sagt mit anderen Worten, dass er unzweifelhaft sehr stark mit dieser materiellen und vergänglichen Welt festens verbunden ist. Weltliche Menschen würden zutiefst erschrecken, wenn sie erkennen würden, dass neunzig Prozent ihres Lebens auf geistiger und nur zehn Prozent sich auf materieller Ebene abspielt!

Schon deshalb würden sie erschrecken, weil sie gar nicht mit dem geistigen Aspekt ihres Lebens rechnen, höchstens ist es für sie eine Option, noch mit dem „Unterbewusstsein“ zu rechnen – ein vielerwähnte rBegriff, den zu erklären wohl niemand im Stande ist. Für materielle Menschen ist alles Geistige Humbug, denn sie können nur glauben, was sie sehen.

Doch wovon reden wir überhaupt, wenn wir vom „Geistigen“ reden? Natürlich, es ist die unsichtbare Welt, aber was ist die Substanz dieses „Geistigen“?

Das was das Geistige ausmacht und das was das Geistige Leben ist, ist nichts anderes als die geistigen Wesen welche hier und jetzt existieren, bei und in uns, aber unserem fleischlichen Sinnen verborgen sind.

Das Geistige und das Materielle ist nicht zu trennen, zumal die Materie im Grunde ebenfalls geistige Substanz ist. Wenn die Materie auf Atome und dann auf Moleküle aufgebaut ist, so sind die Atome beileibe noch nicht die kleinsten Teilchen der Materie, denn diese sind wiederum aufgebaut aus gerichtetem , gefangenem und gefestigtem Geist. Die Seele eines Menschen, wie übrigens der Tiere genauso, ist Geist, der Leib ist Materie, welcher ohne die Anwesenheit der Seele nicht lebensfähig wäre.

Wie schon im Aufsatz "Die Sphäre des Menschen“ beschrieben, umgeben uns Menschen Wolken von geistigen Wesen, welche wir im Normalfal zwar nicht sehen und nicht hören können, aber oft können wir sie fühlen. Hellsichtige und hellhörende Menschen haben durchaus die Möglichkeit, sich visuell von der Existenz solcher Wesen zu überzeugen. Der Einfluss dieser Wesen – ob gut oder böse – nennen wir „das Geistige Leben“. Und entsprechend diesem Einfluss gestaltet sich dereinst unser eigenes ewige Leben, wenn wir von dieser Welt scheiden und selbst in die rein Geistige Späre hinüberwechseln.

Wie nun diese unsichtbaren Einflüsse in unserem materiellen Leben in Erscheinung treten, wollen wir im Folgenden sehen. Nehmen wir uns zum Beispiel der Frage unseres „freien Willens“ an, so werden wir staunen, dass unser freier Wille etwas ganz andres ist, als wir uns gemeinhin vorstellen. Unser Wille ist bei Weitem nicht so frei, wie wir uns das wünschen!

Der freie Wille

Ist es nicht unsere tägliche Erfahrung, dass wir mit unserem freien, persönlichen Willen oft sehr schnell am Ende sind? Unser Wille gehorcht nicht immer unserer Vernunft und unserem Verstand. Treffen wir eine vernünftige Enscheidung mit dem festen Willen, diese auch zur Ausführung zu bringen, so beschleichen uns im nächsten Augenblick irgendwelche Wünsche, welche uns anhalten, genau das Gegenteil zu tun, was wir eigentlich tun oder lassen wollten. Ja, oft wundern wir uns, weshalb wir nicht den vernünftigen Beweggründen gehorchen, sondern etwas tun, von dem wir wissen, dass es nicht von Vorteil ist.

Hier, in dem Land wo ich lebe, in Brasilien, ist das Leben weitaus oberflächlicher als in Europa. Aber diese Mentalität ist nicht nur auf dieses Land beschränkt, sondern es ist eine Eigenart aller südlichen Ländern. Anfangs habe ich mich darüber geärgert, wie oft und schnell man Absichten ändert. Es findet zum Beispiel eine Einladung statt, die man mit Freuden annimmt, aber eine halbe Stunde später ist man schon anderer Meinung. Wenn das hin und wieder vorkommt, dann kann man dies noch verstehen, aber wenn solche und andere Absichtsänderungen mehrmals täglich geschehen, dann verliert man jede Orientierung, was Wahrheit oder Nicht-Ernst-Gemeint ist, was die Leute sagen. Als Europäer ist das nicht so leicht zu verstehen, aber als Erklärung gilt dann immer „Gott sei Dank habe ich einen freien Willen, und kann tun, was mir beliebt.“

Einstmals hatten wir jemanden an einem Sonntag zu Mittagessen eingeladen und demetsprechend auch Waren eingekauft. Als die betreffenden Personen anriefen, sie fahren jetzt ab und wären in etwas mehr als einer Stunde hier, wurde die Kocherei in Gang gesetzt, aber als wir nach vier Stunden anriefen, wo die die Gäste wohl steckengeblieben sind, kam die Antwort, dass sie eben auf Grund eines anderen Telefonanrufes an den Strand gefahren sind und ein andermal kommen würden.

Ja, das ist freier Wille der besonderen Art. Gott sei Dank kann man sich auf den berufen. Nur lautet eben die Frage: Wem gehorcht unser „freie“ Wile, der Vernunft oder den manigfaltigen und unberechenbaren Wünschen? Natürlich gibt es viele rationale Menschen, welche sich genau nach verstandesmässigen Gegebenheiten richten und sich ausschliesslich auf vernunftmässige Gründe ihren Willen ausrichten und auch dementsprechen handeln. Der Grossteil der Menschheit aber ist sinnlich, ja sehr sinnlich sogar. Wie im letzten Aufsatz schon erwähnt, das Lebensprinzip gründet sich auf Lust und Unlust und das ist dann die Basis ihres „freien“ Willens. Doch woher kommen die Wünsche und Begierden, alle die Leidenschaften? Wenn wir dann den Punkt „Süchte und Begierden“ etwas erhellen, werden wir sehen, dass die Wünsche meistens sehr irrational sind. Ja, wir können uns selten erklären, weshalb wir welche Wünsche haben, die unseren „freien“ Willen steuern. Haben wir einmal zu einem unserer Wünsche „Ja“ gesagt, dann gibt es kaum mehr ein Zurück, wir setzen alles daran, um diese Wünsche zu realisieren.

Die Antwort für dieses oft unerklärbare Verhalten liegt im Geistigen Leben. Die Geistigen Wesen, welche wie in einer dichten Wolke in und um uns her sind, üben die verschiedensten Einflüsse aus. Diese Einflüsse geschehen über unsere Gedanken und Gefühle. Das ist nun sehr wichtig, dass wir das uns merken:

Unsere Gedanken und Empfindungen sind die Träger der Geistigen Einflüsse!

Jetzt wird der Eine oder Andere vielleicht einwenden und sagen, dass wir dadurch immer eine perfekte Entschuldigung hätten, wenn wir das tun, was die Geistige Welt will, und wir keinen freien Willen hätten. Nun, dieser Einwand ist so logisch wie er falsch ist. Aber wir werden später erörtern, was der freie Wille in Wirklich ist und wie er eingesetzt wird.

Leider ist es schon so, dass die meisten Menschen nicht ihren eigenen freien Willen tun, sondern sich den geistigen Einflüssen aussetzen und dann das tun, wozu sie geheissen werden! Denn wenn die geistigen Wesen sich nur über Gedanken und Empfindungen mitteilen könen, dann ist es selbstverständlich, dass die betreffenden Menschen diese Gedanken und Empfindungen als ihr Eigenes wahrnehmen. Sie glauben dann und verteidigen es dürch alle Böden hindurch, dass ihre Gedanken und Empfindungen ihr Eigenes seien. Jeder Komponist glaubt, die Melodien, welche er auf das Notenblatt bringt, sei seine eigene Kreation und nie würde er akzeptieren, dass es eine „geistige Gabe“ sei. Sei es nun ein Joseph Haydn oder ein Jimmy Hendrix. Ebenso ist es bei den Schreiberlingen, sei es ein Stephen King, ein Williams Shakespierre oder ein Jakob Lorber.

Alle empfinden ihre Gedanken als ihr Eigenes und führen diese als ihren eignen freien Willen aus. Dazu muss man nicht ein berühmter Komponist oder Schriftsteller sein, sondern das geschieht auch mit uns einfachen Leuten, ob nun gläubig oder nichtgläubig. Wir alle sind diesen Einflüssen ausgesetzt, und das werden wir niemals ändern können, denn das ist die unveränderbare Ordnung Gottes.

Ein anderes, trauriges Beispiel ist folgendes, das aufzeigt, dass die Geistige Welt einen riesigen Einfluss auf den Willen der Menschen hat. So spricht ein mir gut bekannter junger Mann bei jeder Gelegenheit von Suizid. Warum tut er das? Hat es einen Zusammenhang, dass sein Vater sich vor knapp drei Jahren im eigenen Haus erhängt hat? Und liegt es vielleicht auch daran, dass sein Grossvater das ebenfalls getan hat?

Dass sein Vater und sein Grossvater auf diesen jungen Mann Einflüsse aus der Finsternis ausüben, darüber besteht wohl kein Zweifel. Auch ist es aus der heiligen Schrift bekannt, dass die Gräueltaten der Väter bis ins dritte und vierte Glied Auswirkungen haben. Ungeachtet dessen, dass auch der Vater und der Grossvater ihrerseits finsteren Einflüssen ausgesetzt waren, so trieben diese unseren jungen Mann zwangsläufig in die Welt der Drogen und durchfluten ihn mit dem Drang, seinerseits den Suizid zu verüben - innerlich gedrägt!

Ebenso innerlich gedrängt fühlte sich Anders Behring Breivik bei seiner Tat in Norwegen, Jim Jones in Jonestown und alle anderen Massenmördern. Sie alle waren den geistigen Mächten der Finsternis ausgesetzt und von einem freien Willen für ihre finsteren Taten kann natürlich keine Rede sein.

Ebenso sind im Gegensatz andere Männer und Frauen von Paulus über Lorber, Seltmann und Wydmann bis zur Mutter Theresa in Kalkutta ebenfalls von der Geistigen Welt beeinflusst, aber diesmal von den höheren Welten. Alle diese handelten im Willen der Himmlischen Geistigen Mächten und meinten ebenfalls, sie handelten im eigenen freien Willen. Aber da sie Ihren Willen explizit dem Willen Gottes übergaben, war es eben der Wille Gottes, welcher durch sie wirkte.

Wir sehen daraus, dass der freie Wille nicht das ist, was wir gemeinhin annehmen – und doch existiert er! Nur vordergründig sind wir Marionetten der Geistigen Welt. Nur aus Unkenntnis sind wir Spielpuppen eines grausamen Geistigen Machtgefüges, dem es aber durchaus ein Entkommen gibt – wenn wir wollen!

Am nächsten Mittwoch, im zweiten Teil, sehen wir uns unsere Gedankenwelt einwenig näher an. Wir werden erörtern, wer so eigentlich der Beherrscher unserer Gedanken und Empfindungen ist. Und dann geht es natürlich auch darum, wie wir den „Teufelskreis“ verlassen und in den „Engelskreis“ eintreten können. Zuvor aber beschäftigen wir uns auch damit, wie denn eigentlich Süchte und Leidenschaften möglich sind, wenn wir nur unseren (vermeintlichen) freien Willen einsetzen können. Bleibe dran!



Jesus segne Dich!



Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.