Mittwoch, 13. März 2013

Tun


 

In diesen drei Buchstaben steckt viel mehr, als man gemeinhin annimmt. Zum Beispiel steckt die gesamte Erfüllung des Evangeliums dahinter. Daß das Tun, wie Jesus es lehrte, weit über das Tun des Glaubens an die Existenz Christi hinausgeht, werden wir im Folgenden sehen. Aber ebenso werden wir sehen, daß die ganze Seligkeit des Himmlischen Lebens nicht mehr ein sogenannter "Lohn" für Nichts-Tun Nur-Glaube, sondern eine Folge des einfachen Gehorsams sein wird. Der Seligkeit muß nicht nachgejagt werden, sondern dem Gehorsam, was in Prinzip wiederum lediglich eine Folge der Ersten Liebe zu Gott (der Wahrheit, Jesus Christus) ist.

Der These des aktiven Tuns steht das Dogma der Lutheraner gegenüber, welche im Kern das Gegenteil besagt, nämlich, daß wir Menschen nichts tun können/dürfen/müssen, denn alles wird von Gott aus reiner Gnade gegeben, wenn man nur an (die Existenz) Gott(es) glaubt, denn aus Werken, so Luther und die heutigen Baptistischen Kirchen, werden wir nicht gerecht, sondern eben nur aus puren Glauben. Aus der Sicht und in der Situation Martin Luthers war diese Überbetonung sicherlich gerechtfertigt, wenn man sich vor Augen führt, auf welchen schändlichen Abwegen sich die katholische Kirche jener Zeit befand. Die Vergebung der Sünden war nicht eine Sache des Glaubens, sondern allein des Geldes, mit welcher man jene durch Ablassbriefe kaufen konnte. Als Gegenpol musste Martin Luther den "Glauben alleine" setzen.

Natürlich war sich Martin Luther der Gefahr wohl kaum bewußt, daß einige Jahrhunderte später diese Doktrin einst als Seligkeitsevangelium benutzt werden würde.

So höre ich oft, daß ein Kreuz zu tragen nicht opportun ist, denn Jesus hat das Kreuz für uns getragen. Ebenso brauchen wir die Welt nicht so extrem zu überwinden, denn Jesus sagt: "Ich habe die Welt überwunden". Mit der Heiligung ist es dasselbe, weshalb sollen wir unsere Seele heiligen, wenn wir laut Kirchenlehre schon durch den Glauben allein geheiligt sind?

Nun, die Kirchenlehre ist eine aus der Bibel entstandene Irrlehre, weil zwar alle Thesen aus dem Wort Gottes entnommen sind, aber nur jene Buchstaben, Worte und Verse, welche sich für das Seligkeitsevangelium eignen.

Wir nehmen jetzt auch drei Buchstaben heraus und sehen, was Jesus meinte, als Er sagte, "Wer meine Gebote hat und sie tut, der ist es, der mich liebt; wer aber  mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn  lieben und mich ihm offenbaren." (Joh 14:21)

Welches sind Seine Gebote?

Wir wollen uns im Folgenden nur mit einem dieser Gebote befassen und sehen, was dieses mit unserem Tun zu tun hat: "Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung" (1. Th 4. 3). Fragen wir uns, weshalb Paulus dies überhaupt sagt, wenn er uns (die Gläubigen) als "Heilige" anspricht? Sind wir Heilige, welche sich noch heiligen müssen – oder was?

Heilige sind wir wohl deshalb, weil wir auf dem Weg der Wahrheitssuche sein dürfen, weil uns Gott dazu gerufen hat. Dies allein ist Seine heilige Gnade, der wir nichts, ja gar rein nichts hinzufügen können. Aber das heißt ja wohl nicht, daß unsere Seele schon so rein sind, daß sie nach dem irdischen Tod schon schnurstracks in den Himmel eingehen kann. Unsere Seelen sind noch unrein. Unrein durch die Weltliebe, unrein durch unsere Abhängigkeiten von den sinnlichen Genüssen und unrein durch unser noch nicht gedemütigtes Ego. Deshalb rät Paulus, daß wir die Heiligung (unserer Seele) nicht ausser Acht lassen dürfen, sondern unsere ganze Aufmerksamkeit darauf lenken sollen. Und hier kommt nun dieses eigene Tun ins Spiel. Die Kirchliche Antwort lautet: Ohne unser Zutun (sind wir Heilig). Wir aber sagen: Nur durch unser eigenes Tun kommen wir zur Heiligung. Und was ist es, was wir tun müssen? Da ist zuerst sicher einmal die herzliche und innige Vergebung aller Sünden derjenigen, welche uns ein Leid irgendwelcher Art zugefügt haben. Wir dürfen nicht mehr etwas gegen irgend jemanden haben. Ohne diese Vergebung gegenüber dem Nächsten können auch wir nicht auf die Vergebung unserer Sünden durch den Sühnetod Jesu hoffen und die Nächstenliebe ist ohne die Vergebung wohl kaum möglich. Desweiteren gehört zur Heiligung, daß wir alles das ablegen, was der Heiligung hindert, also das ablegen, was die absonderung Absonderung für Gott im Wege steht – und das ist in erster Linie die Liebe zur Welt, welche durch die sinnliche Lüste manifestiert wird.

Die Kirchenleute sagen hingegen, daß wir diese sinnlichen Freuden nicht überwinden müssen, da sie ein Gottesgeschenk seien. Achten wir diese gering, so achten wir Gott gering. Eine simple Argumentation, ja! Aber nach Paulus ist das Leben in den sinnlichen Freuden das fleischliche Leben: "Damit die Gerechtigkeit vom Gesetz gefordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch leben, sondern nach dem Geist. Denn die da fleischlich gesinnt sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag’s auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen" (Röm. 8. 4 ff) . Also, hier haben wir's Schwarz auf Weiß. Sind wir sinnlich gesinnt, sind wir auf dem falschen Weg, ob wir jetzt an den Kreuzestod Jesu glauben oder nicht, ob wir uns wiedergeboren nennen oder nicht und ob wir eine ehrenamtliche aufgabe in einer christlichen Gemeinschaft haben oder nicht!  Wer der Meinung ist, daß diese sinnliche (fleischliche) Gesinnung durch den simplen Glauben an die Existenz Jesu überwunden wird, befindet sich auf dem berühmten Holzweg. Ich lasse mich zwar gerne eines anderen belehren, aber mir ist noch nie vorgekommen, daß es sich so verhält. Jeder, welcher sich in sinnliche Lüste verstrickt hat und durch die göttliche Erkenntnis davon loskommen will, hat mit schweren inneren Kämpfen zu tun. Dieses Loskommen von der liebgewordenen Welt

 hat dann sehr viel mit eigenem Tun zu tun! Wir können zwar die Welt einzig und allein nur durch den Geist Gottes überwinden, aber es braucht unser eigenes Wollen, beziehungsweise unseren eigenen inneren und starken Wunsch – und dann gibt Er uns dann beides, das Wollen und das Vollbringen. Aber den heißen Wunsch muß unser Eigen sein und die Härte gegenüber unserem (gottfeindlichen) Leib ebenfalls.

Diese Härte gegenüber unserem Leib ist ein weiterer Punkt, der uns vom modernen Kirchendogma trennt. Aber davon werden wir nächste Woche sprechen, wenn es darum geht, ob auch eine gewisse Askese zur Heiligung gehört, oder ob das reine Selbstheiligung ist. Lassen wir dabei dann auch die Bibel sprechen. Nun aber geht es noch um das eigene Tun. Die Heiligung der Seele und deren Reinigung und Freiwerden von weltlichen Einflüssen funktioniert ohne unser aktives Tun nicht. Dabei sind schwere Kämpfe zu bestehen und vom immer-wieder-fallen können wir ein Liedchen singen. Oft geht es jahrelang so, bis Süchte und Begierden uns nicht mehr im Tun beeinflussen und der Geist Gottes dadurch wirken kann und wir in der Erkenntnis Gottes zunehmen dürfen.

Die fleischliche Gesinnung müssen wir ablegen. Da dies in der Bibel steht wissen viele, daß dies ein Gebot Gottes ist, aber bei vielen fehlt die Erkenntnis, w a s  fleischliche Gesinnung ist. Natürlich könnte man jetzt eine Liste anfügen, was alles zur Sinnlichen Suchtbefriedigung gehört, aber damit wäre niemandem gedient, denn das wäre dann wieder eine gesetzmässige Aktion, wenn man dadurch im Kampf gegen die Leidenschaften stehen würde. Der richtige Weg besteht nur darin, daß man innig (inbrünstig) von Gott die Antwort erwartet, welche Sinnlichkeiten man zuerst in Angriff nehmen soll. Die Antwort auf solche Fragen lassen in der Regel nicht lange auf sich warten. Der innewohnende Geist wartet sehnsüchtig auf solche Fragen und wird das Denken auf die richtige Antwort lenken. Durch solche Fragen wird dem Drängen des Geistes nachgegeben und Er wird dadurch frei werden können. Deshalb sagt auch Paulus, daß nur durch den Geist die Welt überwunden werden kann: " … wenn ihr aber  durch den Geist die Geschäfte des Leibes tötet …" (Röm. 8. 13) Nebenbei bemerkt: Paulus spricht von uns, wenn wir durch den Geist die Geschäfte des Leibes töten … Also sind wir die Handelnden, wir sind die Aktiven!

Da kann man nur noch eines sagen: Es gibt viel zu tun - packen wir's an!

 

 

Jesus segne Dich!

 

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.