Mittwoch, 21. November 2012

Im Glauben verzweifeln III

 

Wir haben im letzten Aufsatz gesehen, wie Johannes der Täufer es versäumt hat, Jesus nachzufolgen und stattdessen lieber seine eigene Agenda durchgezogen hat. Da ja diese "Agenda" schon im Alten Testament vorhergesagt wurde, war die Tätigkeit Johannes absolut biblisch, wie wir heute sagen würden. Oder anders gesagt, die Events Johannes des Täufers waren durchwegs nach Gottes Willen. Aber stimmt das wirklich, ist eine Tätigkeit stets und zwangsläufig im Willen Gottes, auch wenn sie biblisch ist?

Diese Frage bringt uns auf den Sprung ins heutige Zeitalter, wo doch die (baptistischen) Kirchen davon ausgehen, daß wenn etwas biblisch ist, dann ist es automatisch auch im Willen Gottes. Das dem nicht so ist, ersahen wir am Beispiel des Johannes des Täufers. Statt die (biblische) Tätigkeit zur rechten Zeit aufzugeben und Jesus nachzufolgen, predigte er weiter die Busse von der Sünde, während Jesus durch Sein Leben, Seinen Tod und Auferstehung die Menschen von der Knechtschaft der Sünde freigemacht hat. Statt wie Jesus die Taufe durch den Heiligen Geist, predigte Johannes die Taufe im Wasser.

Heute geht das in den Freikirchen genauso. Die Wassertaufe als Symbolwert wird als tote Handlung aufrecht erhalten, statt daß durch die Nachfolge Jesu, also durch die Ausübung der konsequenten Nächstenliebe, die Taufe im Heiligen Geist (Wiedergeburt) angestrebt wird.

Da nun diesem Ziel ein Leben in der Heiligung zugrunde liegt und dieses Leben eine konsequente Umkehr erfordert und die Kirchen dies natürlich nicht lehren können, nennen sie jeden, der an Jesus glaubt, bereits wiedergeboren, obschon beinahe alle noch weiterhin nach dem Fleisch leben und ein sündenfreies Leben ablehnen. Dieses Nach-dem Fleische-Leben wie es Paulus nennt, ist aber nicht nur das sinnliche Leben nach den fleischlichen Begierden, sondern auch ein Leben nach dem persönlichen, eigenen Willen. Wie Johannes, der zwar eine biblische Tätigkeit ausübte, aber nach der Erkenntnis  Jesus Christus als Sohn Gottes nicht nach dem Willen Gottes lebte! Das Leben nach dem eigenen Willen ist ebenfalls ein Leben nach dem Fleisch und, selbst wenn man eine ganz klare Gotteserkenntnis erlangt hat ist die Folge immer dieselbe: Zweifel an dem was man glaubt, Zweifel an Gott und Zweifel an der Erlösung aus der Knechtschaft der Sünde.

Wenn einem Zweifel plagen, so ist das immer ein Zeichen, daß man noch ein zu starkes Ego mit sich herumschleppt, daß das Leben noch nach eigenen Vorstellungen geplant und geführt wird, auch wenn man im Hintergrund Gott um den Segen dafür bittet. Lebt man nach der grösstmöglichen Selbstverwirklichung, so ist es mit der Akzeptanz des Willen Gottes nicht weit her und Zweifel sind die natürlichen Folge.

Im praktischen Leben sieht das dann so aus, daß ein Gläubiger in der steten Angst befangen ist, vom Glauben abzukommen. Er akzeptiert keine anderen heiligen Schriften mehr, als nur alleine die Bibel. Bei allen anderen Göttlichen Offenbarungen kommen die schwersten Zweifel "Herr, bist du es oder ist es ein anderer?" Auch Weissagungen in der sonntäglichen Versammlung lässt man nur in den wenigsten Gemeinschaften zu, weil die Zweifel zu gross sind, ob diese Weissagungen wirklich von Gott oder vom Gegner sind. Diese Zweifel sind ein Zeichen, daß der Geist Gottes im Herzen noch kein selbständiges Leben führen kann, weil die Welt noch einen zu großen Überhang in der Seele hat.

Diese Zweifel verfolgen den Gläubigen auf jedem Schritt. Bittet er Gott um die Führung in seinem Alltag, so zweifelt er trotzdem in jeder Situation, ob er nun dem Willen Gottes folgt oder seinem eignen, oder sogar, noch schlimmer, dem Willen Satans.

Auch die innere Stimme ist für den zweifelnden Christen eine Quelle der Angst. Ist es Jesus oder ist es ein anderer? Deshalb ist die innere Stimme kein Faktor für ihn und er sucht nun alle Antworten alleine nur in der Bibel und behauptet, "Gott spricht nur durch Sein Wort, die Bibel!"

Wie wir schon im ersten Teil dieses Aufsatzes gesehen haben, begleitet der Zweifel den Kirchen-Christen getreu durch seinen Alltag. Bei Krankheiten vertraut man lieber der Wissenschaft als Jesus im wahren und tatkräftigen Glauben. Medikamente der geldgierigen Pharmaindustrie verdienen weit mehr vertrauen, als das Händeauflegen durch die Ältesten. Nun, den Arzt wie die Medikamente kann man sehen - Jesus nicht. Diese Gläubige leben wie die Materialisten nach dem Wort "ich glaube nur, was ich sehe!", obschon sie behaupten, an Jesus zu glauben.

Ja, es ist traurig, wie weit es die Christenheit gebracht hat. Statt Glauben wird Zweifel gelebt – und die Kirche selbst tut nichts dagegen, weil die Welt und eben ihre Zweifel nicht vor ihren Mauern halt machen.

Es gibt Abhilfe von diesem in die Irre führenden Weg. Die Kirchen müssen wieder das Wort der Heiligung predigen und sich nicht mehr hinter der billigen Gnade verstecken. Der Weg der Heiligung alleine führt weg vom Zweifel zum wahren Glauben, zum Glauben, bei dem sich Gott manifestieren kann. Es ist der Weg der Nachfolge, der Weg zum Kreuz, der Weg mit dem Kreuz, der Weg der wahren Nächstenliebe. Wenn man Gott – und damit Jesus – auf diese Weise erfahren darf, dann hat der Zweifel keinen Platz mehr und er steht einem dann auch nicht mehr im Wege.

Jesus segne Dich!

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.