Mittwoch, 26. September 2012

Christen – gebunden an die Materie VI



Noch einmal: die scharfen Grenzen

Der Wichtigkeit halber möchte, ja muß ich noch einmal auf dieses Thema zurückkommen, denn die Erkenntnis darüber, wo sich die Grenze zwischen dem fleischlichen und dem geistigen Lebens hinzieht, ist elementar wichtig für den seelisch/geistigen Fortschritt. Wie im letzten Teil schon angeführt, wollen wir uns noch einmal den Psalm 1 zu Gemüte führen, da David, selbst ein Staatsmann und durchaus sehr gewandt in Regierungsgeschäften, sehr klar zwischen fleischlichem und geistlichem Leben zu unterscheiden wusste und auch erkannt hat, wo die Gefahren sind.

Da David am eigenen Leib erfahren hat, wie die Folgen der Sünde des fleischlichen Lebens sich gegen das Wirken des Geistes Gottes stellen, sollen wir seine gutgemeinte Warnung ernst nehmen. Auch David war an die Materie gebunden, hat seinen Fehltritt erkannt und uns aufgezeigt, wo die Ursache der Sünde und die wahre Umkehr zu suchen und zu finden ist:

Die Welt der Gedanken und ihre Kontrolle

" Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rate der Gottlosen, noch tritt auf  den Weg der Sünder, noch sitzt, da die Spötter sitzen sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und seinem Gesetze nachsinnt  Tag und Nacht." Über diesen Satz könnte man Bücher schreiben, denn er beinhaltet sehr viele Themen. Da wäre zuerst einmal das Wandeln und Handeln nach dem Rate der Gottlosen, dann das Schreiten auf dem Weg der Sünder, also das ganz bewußte oder unbewusste Tun, was alle Menschen tun: kleine und grössere Alltagssünden und drittens, sich in der Sphäre aufhalten, wo die Spötter und Gottlosen sich befinden. Jeder von uns muß sich doch immer wieder eingestehen, daß er sich oft in einem dieser drei Punkte wiederfindet. Unser Leben in der heutigen Zeit bringt es mit sich, daß die Grenzen zur gottlosen Welt immer und immer wieder überschritten werden. Man folgt dem Rat der Gottlosen, ja, man sucht sogar den Rat der Gottlosen! Man sucht den Rat der Wissenschaft, nimmt ihn gerne an, bezahlt gerne dafür und folgt ihm genauestens. Auch die Werbung ist ein Rat, eine Be-Rat-ung, der (gottlosen) Industrie und, wenn in der Folge der Gaumen oder andere Sinneslüste gekitzelt werden, so folgt man ihm auch weiterhin! Der Rat des Arztes steht bei vielen Christen höher als der Rat Jesu: "Kommet her zu Mir, Ich will euch erquicken!"

Es sind unsere Gedanken, welche den richtigen oder den falschen Weg einschlagen. Erst aufgrund unserer Gedanken führen wir die Handlung aus. Unsere Gedanken sind es, welche bestimmen, ob wir die Verheissungen Jesus höher einschätzen oder die wissenschaftlichen Erkenntnisse.

So ist es auch, wenn wir uns als gläubige Christen auf dem Weg der Sünder befinden. Was ist Sünde? "Alles was nicht aus dem Glauben kommt, ist Sünde", sagt die Heilige Schrift. Das heißt nichts anderes, als alles, was wir tun und nicht aus dem Heiligen Geist ist, Sünde ist! Wenn unsere Gedanken also auf die Welt und ihr System getrimmt sind, handeln wir nach der Weise dieser Welt und ihrem System – und damit nicht nach dem Willen des Geistes! Und wer nicht im Willen des Geistes handelt, handelt gegen den Willen des Geistes und damit gegen Gott. Der eine oder andere Leser wird nun wohl den Kopf schütteln und sagen, daß wir doch in dieser Welt leben und unsere Arbeit verrichten müssen, und diese sei eben in den meisten Fällen weltlich. Warte noch ein kleines Weilchen, mein Lieber, wir kommen noch darauf!

Sind wir als Christen noch an die Materie gebunden, dann ist jede Arbeit und jeder Beruf weltlich und materiell. Wenn unsere Gedankenwelt sich im rein Materiellem bewegt, dann ist auch unser Glaube materiell und somit können wir sehr wohl gläubig und gleichzeitig materiell gebunden sein. Das ersehen wir dann, wenn wir als vermeintlich gläubige Christen gutgläubig genau da sitzen, wo die Spötter sitzen. Damit ist nicht gemeint, daß wir in einem Restaurant einkehren um den Durst zu löschen oder das Mittagessen einzunehmen, sondern die Gemeinschaft mit den Spöttern pflegen indem wir unsere Gedanken mit ihren gottlosen Gedanken gleichschalten. Wenn wir vor dem Fernsehapparat, den Magazinen oder dergleichen sitzen, dann tun wir das.

David zeigt uns einen anderen Lebenswandel, eine andere Gesinnung. David, der, wie schon gesagt, "voll im Leben" stand und nicht irgend ein Tagträumer war. David sagt uns: " … sondern seine Lust hat am Gesetz des HERRN und seinem Gesetze nachsinnt Tag und Nacht".

Bei diesem "Gesetz des Herrn" geht es wie im vorigen Teil schon erwähnt, nicht um das Mosaische Gesetz, sondern es geht um die geistigen Zusammenhänge. Es geht um die geistigen Gesetze. Wenn unsere Gedanken statt auf die natürliche Welt mit allen seinen Problemen und deren Verstrickungen, auf die geistigen Zusammenhänge gerichtet sind, dann erleben wir auch, daß wir diese geistigen Zusammenhänge – in der natürlichen Welt!! – auch verstehen lernen.

Wenn wir uns bewußt sind, daß alles, wirklich alles, was sich natürlich unseren Augen zeigt, auch geistig schon immer und damit außerhalb von Zeit und Raum, vorhanden war, dann verschwinden sogar mit der Zeit die Grenzen von Geist und Materie (da die Materie schlussendlich Geist ist!). Die Bibel ist ja voll von solchen Beispielen, im Alten wie im Neuen Testament.

Wenn unsere Gedankenwelt absolut auf die geistige Sichtweise dieser Welt gerichtet ist, dann können wir hinter allem was sich ereignet sowie hinter allen Problemen, Erfolgen und Misserfolgen die geistigen Zusammenhänge erkennen. Jede Begegnung bekommt eine besondere Bedeutung, jede Situation die wir erleben hat einen geistigen Hinter- und Beweggrund. Nichts geschieht einfach so, nichts geschieht zufällig.

Die Hierarchie im geistigen Leben ist immens. Jeder Betrieb (Fabrik, Geschäft) hat einen geistigen, unsichtbaren "Vorsitzenden". Ebenso jeder Verein,  jedes Haus, jede Familie, jeder Mensch, jedes Feld, jede Schule, jedes Land, jede Gemeinde, einfach alles, was es in dieser natürlichen Welt gibt. Das sind die geistigen Fürstentümer, die Mächten und Gewalten (die in der Luft herrschen). Wohl dem Mensch, dem Land oder dem Haus, dessen geistiger "Vorsitz" der Geist Gottes mit seinen Engeln ist, diese sind wohlbehütet! Und wehe denen, die von Gott nichts wissen wollen, da wo der geistige "Vorsitz" die unreine Geisterwelt, die ja in sich uneins ist, da ist wohl schwerlich Harmonie und Liebe zu finden.

Diese geistigen Zusammenhänge, welche ich hier nur kurz angedeutet habe, sind es, welche wir im Auge behalten sollen, auf welche unsere ganze Gedankenwelt ausgerichtet sein sollte. Wenn wir diese Welt geistig sehen, dann sehen wir sie mit Gottes Augen. Und das ist es, was David meinte, wenn er fortfährt: " … Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt  zu seiner Zeit und dessen Blätter nicht verwelken, und alles, was er  macht, gerät wohl."

Das sind beinahe dieselben Worte wie Jesus uns verheissen hat: "Trachtet aber zuerst nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden."

Es liegt also an uns auf welcher Seite der Grenze wir wandeln. Es liegt an unseren Gedanken und damit wieder an der Liebe, welche in unserem Herzen vorherrscht: Die Liebe zur Welt oder die Liebe zu Gott.

 

 

Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.