Mittwoch, 11. Juli 2012

Ein kleiner, aber fataler Irrtum I

Im Geiste hat mir der Herr gezeigt, wo der kleine, aber fatale Irrtum der kanonischen Kirchenlehre liegt und welch verhängnisvolle Folge daraus entstanden ist.

Aus einer kleinen Fehleinschätzung hat sich eine Lehre entwickelt, die schlussendlich in eine unglückliche Sackgasse geführt hat und deren Anhänger, sich dessen unbewusst, alles was dieser Lehre entgegen spricht, aufs Rigoroseste bekämpft. Das drückt dann dieser falschen Lehre den Stempel der Unfehlbarkeit auf und stellt mit größter Selbstgefälligkeit die Warner und Mahner an den Pranger der prophezeiten Endzeit-Irrlehrer. Falsche Lehren oder Theorien gab es zwar in jeder Zeitepoche zuhauf, welche jedoch immer wieder, wenn auch unter vielen Kämpfen, korrigiert werden konnten. Als Beispiel dient die Theorie, daß die Erde eine Scheibe sei.

Viel tragischer als solche im Vergleich banale falsche Theorie wiegt ein falsches Evangelium. In den folgenden Wochen werden wir uns mit einem kleinen, beinahe unbemerkten Fehler in der Lesart der Heiligen Schrift und dessen unweigerlich weitreichenden Folgen auseinandersetzen.

Zu welchem Zeitpunkt in der Kirchengeschichte dieser Irrtum begangen wurde, vermag ich nicht zu sagen. Aber alles deutet darauf hin, daß diese falsche Exegese des Evangeliums schon sehr früh stattfand. Bereits in der ersten Urchristenzeit gab es zwei Richtungen in der Auslegung der damals noch nicht kanonisierten Heiligen Schriften, aber der Kanon, also der "Massstab", welche Schriften und deren Auslegung sich einst durchsetzen werden, zeichneten sich schon sehr früh ab. So können wir davon ausgehen, daß die beiden Richtungen sich bis heute gehalten haben, aber mit Hilfe der Kanonisierung (also der Regel, was als "echter" Glaube zu gelten hat), hat sich die heutige Kirchenlehre durchgesetzt. Weshalb sich diese Lehre durchgesetzt hat und nicht die "gnostische", wie sie von der Kirche benannt wurde, auch damit werden wir uns noch eingehender befassen.

Heute wird die Gnostische Lehre von den freien evangelischen Kirchen als prophezeite "Endzeit-Irrlehre" abgestempelt, obschon sie sich wieder auf die Basis zurückbesinnt. Diese Basis ist in allererster Linie das Leben Jesu, dann natürlich das Leben und die Lehre von Johannes und Paulus. Wenn man die Aussagen in ihrer Gesamtheit von den anderen Aposteln mit einbezieht, dann gibt uns das alles ein absolut abgerundetes und untrügliches Bild, welches uns eine ganz klare Aussage vermittelt.

Im Folgenden wollen wir nun die zwei in der Auswirkung völlig verschiedenen Lehren, der Gnostischen und der kanonisierten Kirchenlehre, unterscheiden. Der Einfachheit halber nennen wir die Verfechter der Letztere "Kanonisten".

Also, worum geht es? Die Trennung der Exegese der Heiligen Schrift hat seinen Ursprung in der biblischen Aussage "Jesus hat uns Menschen durch Seinen Tod am Kreuz von der Sünde erlöst".

Wir wollen hier an dieser Stelle ganz klar festhalten, daß sowohl von den Kanonisten als auch von den Gnostikern die Bibel als das vom Heiligen Geist inspirierte Wort Gottes anerkannt wird. So wird die obige Aussage von beiden ganz klar bejaht, daran besteht überhaupt keinen Zweifel: Jesus hat uns von den Sünden erlöst. Nun aber kommt die alles entscheidende Frage:

"Von  w e l c h e n  Sünden hat uns Jesus am Kreuz erlöst?"

Wäre dies eine Strassenumfrage, so stünden zwei vordefinierte Antworten zur Verfügung. Erstens: Es sind die Sünden, welche wir heute lebende Menschen tun, beziehungsweise, welche von den Menschen seit Jesu Tod getan wurden. Also heißt das, "wenn ich an Jesus glaube, daß Er für meine Sünden gestorben ist, dann bin ich vor Gott gerechtfertigt". Kannst Du, mein lieber Freund, diese Aussage unterschreiben? Das ist die kanonische Lehre, welche von allen Freikirchen unisono so gelehrt wird.

Die zweite mögliche Antwort lautet: Es ist die Erbsünde, welche Jesus den Menschen durch Seinen Tod am Kreuz vergeben hat.

Beide, die Gnostiker wie die Kanonisten sagen, daß wir von den Sünden erlöst sind und für beide ist dieser Sachverhalt richtig. Nur, die Gnostiker lesen darin, daß die Menschheit von der Knechtschaft der Sünde erlöst ist, das heißt, daß damit die Knechtschaft oder die Gefangenschaft in der Finsternis aufgehoben wurde. Das bedeutet, daß der Mensch nicht mehr durch das Fleisch sündigen muß. Eine Tat von Jesus, welche das Gesetz (im Alten Testament) nicht vermochte! Die Kanonisten hingegen glauben, daß sie von den Sünden, welche sie gestern, heute und auch morgen noch tun, erlöst und damit allein durch den Glauben gerechtfertigt und geheiligt sind.

Nun wollen wir uns zuerst mit den fatalen Folgen und dieser nachweislich falschen Auslegung beschäftigen und in einem späteren Aufsatz auf den tieferen Sinn der Gnostischen Lehre eingehen.

Wäre Jesus im Jahre 33 für die Rechtfertigung der Sünden gestorben, welche einmal im Jahre 2012 von den Menschen begangen würden, dann käme das einem absoluten Freibrief für die Sünde gleich. Egal, welche Sünde ein Mensch irgendwann mal  begehen würde, es sei ihm vergeben, sobald man den Sühnetod Jesu zur Kenntnis nimmt und dies nicht verneint, also daran glaubt.

Trotz den begangenen und noch zu begehenden Sünden, sind wir also sündenfrei. Sagen wir zum Nächsten: "Du Narr!", so sind wir sündenfrei, obschon Jesus gesagt hat: "Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein." (Mt. 5. 22). Das wird uns aber einst nicht anfechten, den durch den Glauben ist diese Sünde schon lange vergeben. Wenn wir auf der Strasse dem anderen Geschlecht nachsehen und eine reizende Person in die eigene geheime sexuelle Fantasiewelt aufnehmen, dann dürfen wir das ohne Weiteres, weil wir ja schon gerechtfertigt sind, da wir zweifellos an Jesus glauben. Es spielt auch hier keine Rolle, dass Jesus gemahnt hat: "Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen." (Mt 5. 28) Ob Ehebrecher einst in den Himmel kommen oder nicht, interessiert uns nicht weiter, weil wir ja trotz der geheimen und regelmässigen Selbstbefleckung keine Ehebrecher sind, denn wir sind von aller Sünde freigesprochen und damit gerechtfertigt. Was kann uns also geschehen? Und überhaupt: Dem Reinen ist alles rein! Ist das nicht durch und durch biblisch? Ein Ketzer, wer etwas anderes behauptet!

Damit man eine solche unsinnige Bibelauslegung rechtfertigen kann, muß sie weitgehend gesichert werden, das heißt, es muß untermauert werden, damit das Glaubensgebäude wenigstens nach außen hin als etwas Sicheres und Festes scheinen kann. Dieser Besicherung des Glaubens dient ein weiterer Bestandteil des Neuen Testamentes: Die Wiedergeburt. Sobald wir an Jesus glauben, also sobald wir uns bekehren, sind wir wiedergeboren. Wie herrlich! Auch das steht in der Bibel, auch das kann niemand abstreiten!

Bei der Behauptung, wir seien wiedergeboren, daß das Alte abgestorben und alles neu geworden ist, steht doch in keinem Zusammenhang, ob wir noch weiterhin sündigen. Wir leben ja schliesslich noch im Fleisch und solange wir im Fleisch leben, sind wir der Sünde unterworfen. Und wie schon erörtert, ist Jesus für unsere Sünden gestorben – was soll das alles mit den Sünden, welche wir durch das Fleisch begehen? Der Glaube macht uns nicht nur selig, sondern heilig! Und zu guter Letzt, steht ausserdem nicht geschrieben: "Wenn wir sündigen, haben wir einen Fürsprecher im Himmel"?

Wir könnten jetzt diese Widersprüche mit allen ihren Beispielen noch stundenlang fortsetzen. Das hier Gesagte aber illustriert schon zur Genüge und frühere Aufsätze haben diese Tatsache schon mehrfach geschildert, daß mit dieser mühsam zurechtgeschusterten Bibelauslegung mehr Verwirrung als Klarheit geschaffen wird. Eigentlich bräuchte es für die Theorie "Jesus hat uns allein durch den Glauben von allen unseren Sünden erlöst und gerechtfertigt" gar keine Bibelauslegung mehr. Ja, genaugenommen bräuchte es nicht einmal eine Bibel, denn ein einziger Satz, eine einzige Aussage Jesu würde schon genügen: "Glaubt an mich und der Himmel ist euch gewiss!" Auf diesen Nenner allein kann dieses "Evangelium" reduziert werden und es gäbe keine Streitereien und Diskussionen mehr.

Leider braucht es aber doch noch eine Bibel. Und in dieser Bibel steht noch weit mehr. Es steht von einem Kampf gegen die Sünde. Weshalb? Weshalb sollen wir gegen die Sünde kämpfen, welche uns ja schon seit zweitausend Jahren vergeben und dadurch überhaupt nicht mehr opportun ist? Oder weshalb schreibt ein Paulus daß wir uns heiligen sollen, wenn wir schon durch den Glauben geheiligt sind? Warum lässt sich Johannes vernehmen, daß wir die Welt nicht liebhaben sollen, weil dann die Liebe des Vaters (der Geist Gottes) nicht in uns wohne? Erstens hat uns ja Gott diese schöne und interessante Welt gegeben, damit wir uns daran erfreuen können und zweitens haben wir mit unserer Bekehrung und der Wiedergeburt den Heiligen Geist ohnehin schon empfangen.

 Entweder ist die Bibel voller eklatanter Widersprüche – oder die Auslegung ist völlig durcheinander geraten. Ich tippe auf das Zweite, weil ich noch keinen Widerspruch in der Bibel entdeckt habe. Wem die wenigen angeführten Beispiele aber noch nicht genügen, der werfe einen Blick in eine x-beliebige Kirchgemeinde. Höre ihre hilf- und erfolglosen Gebete, welche Jesus oft zum Kindermädchen degradieren! Sieh den Gesundheitszustand der Brüder und Schwestern. Sieh die Erscheinungsweise der Schwestern mit ihren gefärbten Haaren, dem Make-up und den Modekleidern. Höre was sie von den Fernsehsendungen reden vor und nach dem Gottesdienst. Siehe die Probleme, die ein jeder hat und seine Unzufriedenheit darüber zum Ausdruck bringt Und schliesslich schau, wieviele Ehebrecher und wieviele Depressive in den Reihen sitzen!

Nun erzähle mir, in welcher Kirchgemeinde die Gläubigen – nicht nur der Prediger oder die Ältesten – im Namen Jesu Dämonen austreiben (Depressionen und Süchte heilen), (lebendige) Schlangen aufheben (auch: bösen Hunden furchtlos entgegentreten), etwas Tödliches trinken (oder auch essen) undes ihnen nicht schadet und vor allem: Kranken die Hände auflegen, sodass es besser mit ihnen wird? Diese Zeichen des Glaubens dienen nicht einer Wunder-Show, sondern sollten ein ganz normales Zeichen einer jeden gesunden Gemeinde sein.

Wenn das aber nicht zutrifft, so spricht dies eine deutliche Sprache: Mit diesem "Glauben" stimmt etwas nicht! Dieser "Glaube" ist nur eine Traumwelt, eine Illusion, eine Scheinwahrheit, eine Vorspiegelung, wie schon im Aufsatz und im Video "Vom Glauben zur Illusion" beschrieben. Eine Gemeinde, welche vom Glauben spricht, den Glauben lehrt, aber nicht ein kleinstes Zeichen von Glauben sichtbar erkennen lässt, karikatiert die Heilige Schrift und ist nach innen und außen unglaubwürdig. Wenn sich Gläubige nach dreissig Jahren Glaubensleben noch immer mit dem Korintherbrief herumschlagen, dann bedürfen sie noch der vorverdauten Muttermilch, schon der Milchbrei ist für sie unverdaulich und an feste Speisen ist wohl noch lange nicht zu denken.

Der Irrtum, dem die Kirchenlehre unterliegt, führt endlich auch dazu, daß ausser der Bibel nichts, aber auch gar nichts gelten darf. Die Bibel und nur die Bibel! Nicht mal die innere Stimme hat eine Bedeutung, weil diese ja vom Teufel sein könnte (Die Furcht davor ist in diesem Fall auch tatsächlich gerechtfertigt !!). Und weit schlimmer noch: Die Lehrer der Kanonisten behaupten doch steif und fest, daß die gesamte Göttliche Wahrheit in der Bibel enthalten ist und mehr zu wissen uns nicht gebührt. Dabei wird ausser acht gelassen, daß allein die materielle Wissenschaft der Chemie etwa 50'000 Bücher füllt, jene der Physik nochmals 50'000, jene der Medizin allein 100'000 Bände zählt – und das alles ist erst ein kleiner Teil der sichtbaren Materie! Jesus hat verheissen, daß Er uns den Heiligen Geist senden wird, Der uns in alle Wahrheit führen wird – und das Produkt ist für die Kanonisten ein einziges Buch -  welch ein erbärmliches Zeugnis! Ist es hingegen nicht vielmehr so, daß wenn die gesamte Göttliche Wahrheit aufgeschrieben würde, die ganze Erde diese Bücher nicht fassen würde?

Die Kirchenlehre hat nicht nur viel Unkenntnis im Gefolge, sondern auch eine nicht geringe Portion Dummheit. Wie kann man eine Lehre vertreten, wo derart viele und offensichtliche Widersprüche, trotz der Aufforderung Pauli, jedermann soll prüfen, wie er im Glauben ist, nicht aufgedeckt werden?

Mit dieser wohl für immer unbeantworteten Frage kommen wir zum Schluss. Wir sind davon ausgegangen, daß die Kernaussage des Neuen Testamentes lautet: "Jesus hat am Kreuz die Menschen  von der Sünde erlöst" von den Kanonisten falsch ausgelegt wird und wir stellen fest, daß Jesus am Kreuz nicht unsere Sünden vergeben hat, sondern "nur" die Erbsünde Adams, also uns von der Knechtschaft der Sünde erlöst, von der Gefangenschaft in der Finsternis und damit vom Tod freigemacht hat. Das bedeutet, daß Er uns den Weg zurück ins Paradies wieder geöffnet hat – ins Paradies auf dieser Erde, wohlgemerkt! Welche Konsequenz dieser Sachverhalt für uns – und besonders jetzt in dieser finalen Endzeit! – hat, darüber werden wir uns in der Folge unterhalten. Wir werden sehen, wie die gnostische Auslegung der Heiligen Schrift die ganze Bibel umfaßt und darüber hinaus auch andere Schriften sofort und präzise auf die der Bibel zugrundeliegenden Wahrheit geprüft werden kann. Wir werden sehen, daß der Glaube nicht nur auf Hoffnung beruht, sondern daß er seine Kraft auch in Wirklichkeit offenbart. Auch werden wir auf die Frage eingehen, was denn mit den Sünden, die wir getan haben und (hoffentlich nicht) noch tun werden, geschieht. Sind sie trotzdem vergeben, auch wenn Jesus immer wieder gesagt hat: "Gehe hin und sündige nicht mehr!"?

Und hier gehts zum 2. Teil!





Geschrieben aus der Erkenntnis, die der Geist Gottes mir ins Herz gegeben hat.